08. Oktober 2018 02:01
Oberliga

Aufbäumen in der 2. Halbzeit reicht nicht gegen Kobras

Die Saison 2018 in der Oberliga Ost ist vorbei. Trotz einer furiosen Aufholjagd in der zweiten Spielhälfte müssen sich die Chemnitz Crusaders am heutigen Sonntag den Berlin Kobras mit 17:24 (0:8/0:9/3:0/14:7) geschlagen geben.


Nach erster kurzer Stippvistite der Chemnitzer Offense, waren die Gäste aus Berlin in Ballbesitz und konnten diese Chance auch zu Punkten durch einen Lauf zum Touchdown nutzen. Da der Extrapunktversuch erfolgreich ausgespielt wurde, gingen die Berlin Kobras mit 0:8 in Führung. Die Chemnitzer Angriffsversuche brachten wenig ein - eine Interception und ein Fumble sorgten jeweils für den Verlust des Angriffsrechts. Zumindest verhinderte die Defense weitere Punkte. Dies ging gut bis zu Beginn des zweiten Viertels. Hier gelang den Berlinern dann ein Field Goal zum 0:11. Die von Quarterback Jan Doant (#19) angeführte Offense mühte sich redlich. Michael Ihm (#16), Stefan Kahl (#21) und Jan Doant (#19) selbst trugen den Ball zielstrebig über das Feld und hatten die Endzone vor Augen. Doch auf dem Weg in selbige kam Zentimeter vor Erreichen der Ball frei und wurde von den Berlinern erobert. Chance vertan. Im Gegenzug machten die Berlin Kobras es besser und bauten ihre Führung mit einem weiteren Touchdown auf 0:17 aus. Noch einmal kam die Offense der Chemnitz Crusaders auf das Feld, noch einmal klopfte sie kräftig an die Tür zur Endzone. Doch die Tür blieb bei auslaufender Uhr geschlossen. Eine weitere Chance vertan.

So wollte niemand im Team der Chemnitz Crusaders aus der Saison gehen. Das spürte man deutlich. Gleich im ersten Spielzug wurde die Berliner Offense zum Fumble gezwungen und das Angriffsrecht erobert. Das Laufspiel funktionierte wie zuvor. Diesmal sollte ein Field Goal für die ersten Punkte sorgen. Doch der Versuch misslang komplett und wieder war eine Chance vertan. Also musste die Defense wieder alles geben. Der Quarterback wurde massiv unter Druck gesetzt und konnte nur mit einem kleinen Schritt aus der eigenen Endzone gerade noch ein Safety verhindern. Ein Punt folgte und wieder befanden sich die Chemnitz Crusaders in Ballbesitz. Die Offense funktionierte, Laufspielzug auf Laufspielzug wurde gezeigt und wieder kam man bis in Field-Goal-Reichweite. Im Gegensatz zu vorher lief alles perfekt, der Kick von René Steiniger (#28) saß und die Chemnitz Crusaders verkürzten auf 3:17. Das vierte Viertel brach an und die Chemnitz Crusaders mussten mehr Risiko gehen, um das Spiel noch drehen zu können. Doch noch ohne Glück. Nach ausgespieltem vierten Versuch wechselte das Angriffsrecht. Doch nicht für lang, denn Florian Taubert (#59) war mit einer Interception zur Stelle. Zwei Strafen gegen Berlin brachten einigen Raumgewinn und schon wieder stellten sich die Chemnitz Crusaders zum Field Goal auf. Nun sollte aber per Trickspielzug der Pass in die Endzone folgen. Der Ball flog an Freund vorbei aber nicht am Gegner - Interception Berlin Kobras. Kurze Zeit später war der Ball wieder in Chemnitzer Hand, da Manuel Kreische (#40) einen Pass des Berliner Quarterbacks abfangen konnte. Nun ging es schnell. Quarterback Jan Doant (#19) fand seinen Wide Receiver Markus Störzel (#5) zum Touchdown, womit die Chemnitz Crusaders auf 10:17 verkürzten (Extrapunkt René Steiniger). Das Momentum des Spiels schien sich drehen. Wieder stand Manuel Kreische (#40) bereit zur Interception. Die Berliner machten sich mit Strafen in der Defense das Leben schwer, die Chemnitz Crusaders nutzten die Chance. Wieder folgte Laufspielzug auf Laufspielzug. Schließlich fand Runningback Michael Ihm (#16) knapp eine Minute vor Spielende den Weg in die Endzone - Touchdown und Ausgleich zum 17:17 (Extrapunkt René Steiniger). Der Jubel war groß, aber das Spiel noch nicht vorbei. Und die Berlin Kobras wollten sich nicht mit einem Unentschieden begnügen. Ein sehr guter Return, drei gute Spielzüge und schon war das passiert, was man jetzt unter allen Umständen hätte verhindern müssen - Touchdown und erneute Führung mit 17:24 von Berlin. Aber noch immer gab es eine Chance für die Chemnitzer Offense. Doch der letzte Passversuch mündete in einer Interception.

Somit beenden die Chemnitz Crusaders eine mehr als durchwachsene Saison mit einer durchaus vermeidbaren Niederlage. Lässt man so viele Chancen im Verlaufe des Spiels ungenutzt liegen, kann man gegen ein letztlich stärkeres Team wie die Berlin Kobras nicht gewinnen. In der Endabrechnung belegen die Chemnitz Crusaders den sechsten und vorletzten Tabellenplatz - hinter den Leipzig Hawks und vor den Erkner Razorbacks. Nach einer kurzen Pause beginnt Anfang November die Vorbereitung auf die neue Saison. Den 8. November sollen sich alle Interessenten dick im Kalender anstreichen. Denn dann findet das alljährliche Tryout statt.

Crusaders vs Kobras (Foto: Steffen Thiele)