16. Mai 2018 06:57
German Football League

Crocodiles sichern sich in spektakulärer Schlussphase den Sieg in Potsdam

Am Sonntag bestritten die Cologne Crocodiles ihr erstes Auswärtsspiel der noch jungen GFL Saison beim Aufsteiger Potsdam Royals bei bestem sommerlichen Footballwetter.


Der einzige NRW Vertreter in der GFL, der höchsten deutschen Spielklasse im American Football, machte sich bereits am Samstag auf den Weg in den Osten. Mit dem hochambitionierten Aufsteiger des Vorjahres aus Brandenburger, die erst 2015 in die GFL 2 und vergangenes Jahr in die höchste Klasse aufgestiegen waren. Zunächst mit einem fulminanten 0:56 Auswärtssieg gegen die Hildesheim Invaders gestartet, scheiterte man in der Folge jedoch mit 34:45 zuhause gegen und bereits eine Woche später 42:24 bei den sicher höher einzuschätzenden Dresden Monarchs. Für beide Teams wurde dieses frühe Aufeinandertreffen bereits zum Gradmesser der Aufsteiger der letzten beiden Jahre für die weitere Saison.

Zunächst begann der Gegner mit dem Kick Off und Kölns an diesem Tag gut gelaunte Offensive kam auf den Platz. Mit einem guten Drive bewegte man den Ball und kam durch Export Shayeen Edwards alsbald zum ersten Mal in die gegnerische Endzone und nach ebenfalls erfolgreichem Kick von Dominic Gröne zur frühen 7:0 Führung nach nur fünf Spielzügen. Auch die Verteidigung der Kölner ließ dem Aufsteiger zu diesem frühen Zeitpunkt keine Chance, sich zu entfalten und so kam erneut der Kölner Angriff aufs Feld. Wiederum überwand man das Spielfeld souverän und konnte nach zehn Spielzügen durch einem 2 Yard Quarterback Sneak von Spielmacher Bradley Strauss zum Touchdown abschließen. Die anschließende Two Point Conversion durch Dominique Martin wurde jedoch von den wachsamen Brandenburgern verhindert und so stand es 0:13 für die Gäste. Hatte sich der ein oder andere der erneut vielfach angereisten Kölner Fans bereits auf eine klare Sache eingestellt, sah man sich in der Folge jedoch einer auf Augenhöhe ausgetragenen hoch dramatischen Partie ausgeliefert.

Zunächst wurde Köln Anfang des zweiten Viertels etwa an der Mittellinie gestoppt. Im vierten Versuch entschieden sich die Gäste um Offense Guru David Odenthal für einen Feldtorversuch aus 47 Yards, der jedoch knapp scheiterte. Danach zeigten die Gastgeber ihre Qualitäten und Spielmacher David Austin Gahafer haute einen Pass über 54 Yards auf seinen Receiver Daniel Vöhringer raus. Nach erfolgreichem Kick von Patrick Felber stand es somit nur noch 7:13. Weitere vier Spielzüge später fand in der Folge jedoch Kölns hervorragend aufgelegter Quarterback Bradley Strauss seinen Receiver Olaf Fries mit einem
Pass über 13 Yards in der Endzone. Nach erfolgreichem Kick von Dominic Gröne wurde die Führung somit auf 7:20 ausgebaut und alles schien zugunsten der Domstädter entschieden. Der folgende Kick ging an die gegnerische vier Yard Linie und die Königlichen bekamen nochmal ihre Chance. Von der von Headcoach und Defense Koordinator Patrick Köpper eingestellten Kölner Abwehr unbeeindruckt marschierte der Gastgeber nochmals übers Feld und kam mit einem 15 Yard Pass auf den Briten David Saul und Kick von Felber mit 14:20 vor der Pause ran.

Nach der Halbzeit mussten die Crocodiles das Spielgerät zunächst erneut an den Gastgeber übergeben. Diese nutzten die Chance und kamen letztendlich nach sieben Spielzügen über 72 Yards mit einem abschließenden Lauf über zwei Yards von Tyvis Smith in die Endzone. Hochdramatisch war der anschließende Kick verzogen und so stand es lediglich 20:20. Nun kam es zu den einzigen unsportlichen Situationen auf beiden Seiten, die letztendlich für den Gastgeber die Disqualifikation ihres Spielers Daniel Vöhringer und einer Raumstrafe von 15 Yards bedeuteten. Jedoch reagierte der Potsdamer Spielmacher trotzdem erneut cool und erwischte die Kölner Verteidigung mit einem eigentlich verhinderbaren ewig lang in der Luft hängenden Pass auf Receiver Paul Zimmermann auf dem falschen Fuß. Die Gastgeber holten somit nach erfolgreichem Kick die umjubelte erste Führung mit 20:27. Doch vor dem letzten Seitenwechsel konnte Köln sich noch einmal herankämpfen und glich mit einem Lauf von Shayeen Edwards nach erneut erfolgreichem Kick zum 27:27 aus.

Nun begann die hoch dramatische Endphase im letzten Quarter. Nachdem die Gastgeber zunächst mit einem weiteren Lauf von US Import Tyvis Smith mit einem unnachahmlichen 16 Yard Lauf durch die Mitte in die Kölner Endzone zum 34:27 ihre Führung ausbauten. Die Gastgeber stoppten den Kölner Angriff erneut und erhielten wiederum das Angriffsrecht. Bei über neun Minuten Spielzeit warf David Austin Gahafer eine 76 Yard Bombe auf den Schweden Frederik Myrup Nielsen und nach dem Kick der vermeintlich vorentscheidenden 41:27 Führung. Doch nun kam Köln. Das TEAM und die Coaches waren geschockt, aber hellwach. Zunächst wurden mit intelligentem Time Management in elf Spielzügen 65 Yards inklusive 30 Yard Pass auf Dominic Grüne und nach seinem erfolgreichem Kick 41:34 Anschluss erreicht. Danach stand dann auch die an diesem Tag nicht wie gewohnt präsente Verteidigung der Domstädter und stoppte den Angriff der Gastgeber. Im vierten Versuch entschied diese sich zur Überraschung aller nicht für einen vermeintlich drei Punkte gebenden Feldtorversuch, sondern spielte erfolglos aus. Mit faktisch keiner Zeit mehr auf der Uhr spielten die Crocodiles das Ding nunmehr runter. First Down auf First Down ohne eigene Time Outs mit immer wieder die Uhr anhaltenden Spielzügen zog man 82 Yards stetig übers Feld. Letztendlich fand Quarterback Bradley Strauss seinen Receiver Dominic Gröne nach 17 Yards in der Endzone. Beim Stand von nunmehr 41:40 hätte der relativ sichere Kick bei fünf Sekunden Restspielzeit die Punkteteilung bedeuten können. Doch das kongeniale Coaching Team um Headcoach Patrick Köpper und Offense Koordinator David Odenthal entschieden sich für „alles oder nichts“ und gingen für „ZWEI“. Der wiederum überragende und stets das Spiel lesende Spielmacher Bradley Strauss der Kölner war es letztendlich selbst der die siegbringenden zwei Punkte zum umjubelten 41:42 Sieg erlief.

„Potsdam war der erwartet schwere Gegner und unsere Offense hat uns heute den **sch gerettet, an der Verteidigungsleistung haben wir in den folgenden Tagen zu arbeiten“ so Coach Köpper ob des Ergebnisses zufrieden an diesem Abend. Nächste Woche fahren die Crocodiles bereits zum Rückspiel nach Kiel, gegen die bekanntermaßen das Saisoneröffnungsspiel gewonnen werden konnte.

Royals vs Crocodiles (Foto: Gerhard Pohl)