02. August 2017 19:59
Oberliga

Fisch ohne Schuppen in der Offense-Line

Seit 7 Jahren jagt der 32-jährige dem Lederei hinterher. Auch die Geschichte wie er zum American FootbaHanaus Footballhornissen verfügen wahrscheinlich über ein Novum in der Oberliga.


Mit Christian Schmidt steht ein Fisch in der Offenseline der Brüder-Grimm-Städter. Zu dem speziellen Spitznamen kam Schmidt bei seinem ersten Team Münster Rage: „Ich bin gebürtiger Norddeutscher.  Von HSV hielt ich nicht viel. Hannover war nicht in also blieb mir nur Werder Bremen. Bei einem Fußballtraining bin ich 1995 in Münster im Werdertrikot aufgetaucht und schon war ich der Fisch“, erklärt Schmidt der im Rahmen der Spielgemeinschaft Münster Rage/Hanau Hornets bei den Hornissen landete.ll kam ist eher ungewöhnlich: „Ganz ehrlich. Das geschah aus Liebeskummer. Ich hatte gerade eine Trennung hinter mir und war dabei mein Leben neu zu ordnen. Irgendwie kam ich dann auf die Idee es mit Football zu probieren“, grinst der Hanauer Offenseliner.

Im Laufe der Zeit avancierte Fisch zu einem der Teamcaptains der Hornissen: „Christian ist ein echter Führungsspieler. Er motiviert seine Mitspieler und gibt niemals auf“, zeigt sich auch Pressesprecher Achim Korn vom „Hornissenfisch“ begeistert. Neben seiner Tätigkeit auf dem Spielfeld durchläuft Schmidt ein Trainerentwicklungsprogramm bei den Hornets. Die Vorraussetzungen für einen  Coachingjob nach der aktiven Karriere bringt er schon beruflich bedingt mit. Im Arbeitsleben ist das Herz der Hanauer Offenseline Grundschullehrer: „Es ist faszinierend die Kids in einer entscheidenden Phase begleiten zu können und ihnen Hilfestellung für das spätere Leben zu geben“, so Schmidt. Das die Kids es toll finden einen Footballer als Lehrer zu haben versteht sich fast von selbst. Doch Schmidt setzt noch einen drauf. Steht er nicht vor seiner Klasse oder auf dem Footballfeld steht er auf der Bühne.

Der footballspielende Lehrer ist auch noch Sänger der Metalband „Mein Kopf ist ein brutaler Ort“ Auch in der Musik geht es für Schmidt weiter aufwärts. Neben Autritten in der Batschkapp folgte am letzten Juli Wochenende zum ersten Mal ein Autritt beim legendären Trebur Open Air. „Das war der Hammer“, schwärmt Schmidt vom Auftritt vor rund 3.000 Zuschauern. Den eher markanten Bandnamen erklärt Schmidt ganz einach: „Wir waren am proben. Ich war mir ein Getränk holen und komme wieder rein. Als ich reinkomme haut unser Gitarrist einige Riffs vom Feinsten raus und ich sagte halt zu ihm das sein Kopf ein brutaler Ort sein müsse – naja nun ist es der Bandname“, schmunzelt der Wahlfrankfurter der seit 17 Jahren immer in den verschiedensten Bands spielte. Was die Band besonders macht ist dass sämtliche Songs auf deutsch sind. In der Metalszene schon die große Ausnahme.

Während Schmidt außerhalb des Footballeldes eher zurückhaltend ist explodiert er sowie er die Ausrüstung anhat: „Es gilt auf dem Spieleld wie im Leben immer alles zu geben. Das ist wichtig denn nur wenn man alles gibt kann man am Ende auch zufrieden sein. Unabhängig ob eine Sache klappte oder nicht. Aber ich kann sagen ich hab mein bestes versucht und alles gegeben der richtige Zeitpunkt war dann halt noch nicht da“.

Der richtige Zeitpunkt ist allerdings für die Hornissen seit Michael Myers die Position des Headcoaches übernommen hat da. Die letzten erfolgreichen Jahre macht Schmidt eindeutig an den Coaches fest: „Alle Coaches brennen für den Verein und das Team. Es ist eine Strategie im Coaching und eine gemeinsame Philosophie zu erkennen die beim Team ankommt. Gerade in meinem Bereich ist Linecoach Dino Poljak Gold für uns wert“. Sein Lebensmotto umreißt der Offenseliner mit – Lebe in jedem Atemzug – recht prägnant und will sich mit den Hornets in den nächsten fünf Jahren in der oberen Hälfte der Regionalliga etablieren: „Wir haben einfach ein tolles Team, tolle Coaches und ein gutes Umfeld in Hanau. Es macht einfach Spaß hier Football zu spielen“, schließt der Hanauer Fisch der selbst in den Haaren keine Schuppen trägt.

Stagefotos als Sänger (Foto Jasmin Rumpf)

Christian Schmidt (Fotos: Blurred Pics)