20. September 2018 19:34
Regionalliga

GFL2-Playoffs: Erste Hürde genommen - Biberach Beavers schlagen Fursty Razorbacks mit 34:33

Die American Footballer der Biberach Beavers haben das erste von zwei Play-off-Spielen um den Aufstieg in die German Football League (GFL ) 2, die zweithöchste deutsche Spielklasse, auswärts beim Meister der Regionalliga Süd, den Fursty Razorbacks, mit 34:33 gewonnen.


In einem ereignisreichen, spannenden Spiel ging der Gastgeber in Fürstenfeldbruck als etwas unglücklicher Verlierer vom Feld.

Die rund 300 Zuschauer im Stadion "Auf der Lände" sorgten für großartige Stimmung. Allein 120 davon waren mitgereiste Biberacher, die in zwei voll ausgebuchten Fanbussen nach Bayern fuhren und das Spiel für die TG-Footballer zu einem kleinen "Auswärtsheimspiel" machten.

Die Stimmung während des Spiels war teilweise sehr hitzig. Die Gastgeber kamen zu Beginn deutlich besser ins Spiel und zeigten bereits in ihrer ersten Angriffsserie, was sie ausmachte: Runningback Moritz Albrecht war das ganze Spiel über der Leistungsträger der Razorbacks-Offensive. "Er ist der beste Runningback, gegen den ich je in Europa gespielt habe", lobte dessen Leistung auch Biberachs Taktikcoach und Defensive Back Oscar Vazquez-Dyer. Die ersten Punkte machte aber Nicolas Holzapfel - die Gastgeber führten schnell mit 7:0.

Es dauerte bis Mitte des zweiten Viertels, bis die Beavers richtig ins Spiel fanden. Auslöser dafür war eine überragende Einzelaktion von Vazquez-Dyer, der dem Razorbacks-Runningback Albrecht den Ball kurz vor Biberachs Endzone aus den Händen riss und über das komplette Feld zum Touchdown trug. Kicker Michael Klohnert stellte auf 7:7. Nun begann die Phase, in der Biberachs Defensive besser funktionierte, was am Ende Spencer Payne nutzen konnte. So stand es zur Halbzeit 14:7 für die TG-Footballer.

Offensivreihen dominieren

Nach der Pause übernahmen die Offensivreihen beider Teams. Der überragende Fürstenfeldbrucker Moritz Albrecht besorgte den nächsten Touchdown, wenige Spielzüge später besorgte Biberachs Ingo Berther per Touchdown die abermalige Beavers-Führung. Aber auch diese Führung hatte nicht lange Bestand: Razorbacks-Receiver Andreas Berger fing den Ball zum nächsten Tochdown, der erfolgreiche Extrapunkt bedeutete den 21:21-Ausgleich. Nun wurde es hitzig. Ein Defensivspieler der Gastgeber, Julian Muth, wurde zurecht des Feldes verwiesen, da er zum wiederholten Male einen Biberacher Spieler unerlaubterweise mit dem Helm gegen den Helm stieß und ihn im Anschluss auch noch verhöhnte.

Der Verlust von Julian Muth sollte am Ende schwer wiegen. Er bekleidete neben seinen Aufgaben in der Defensive auch die für Field Goals elementar wichtige Position des Long Snappers. Dieser sorgt dafür, dass der Ball kontrolliert zum Holder, dem Spieler, der den Ball für den Kicker auf dem Rasen platziert, kommt. Nachdem Moritz Albrecht seinen zweiten Touchdown machte, versuchte Muths Ersatz den Ball zum Kicker zu bringen, scheiterte dabei aber zwei Mal und hatte Glück, dass Biberachs Defensive jeweils durch Strafen dafür sorgte, dass der Kick wiederholt wurde. Beim dritten Mal versuchten die Gastgeber auf zwei Punkte zu gehen, was misslang - 21:27. Spencer Payne und Kicker Klohnert brachten die Beavers wieder mit 28:27 in Führung, ehe erneut Moritz Albrecht einen Touchdown erzielte, aber erneut nicht den zwei Punkte-Versuch in die Endzone brachte. "Das war das wichtigste Play im heutigen Spiel. In den Playoffs musst du in solchen Momenten da sein", kommentierte Vazquez-Dyer die Szene. Erneut kamen die Beavers zurück und stellten über Sebastian Holzhauer auf 34:33. Noch 2:30 Minuten waren da zu spielen und die Fursty Razorbacks in Ballbesitz. Biberachs Defensive schaffte es, die Gastgeber von der Endzone fernzuhalten, ließ sie aber weit kommen. Fünf Sekunden Spielzeit zeigte die Uhr an, als die Bayern ungefähr 20 Meter vor der Beavers-Endzone waren. Beim anschließenden Field-Goal-Versuch missglückte erneut die Übergabe des Balls - Sieg für Biberach.

Brodschelm: "Tür ist jetzt weit offen"

Blaue Jubelstürme unter roten Fürstenfeldbrucker Fahnen waren die Folge. "Ich spiele seit 15 Jahren in diesem Team, das hätte ich nie gedacht", freute sich Defensiv-Kapitän Michael Fürgut. Dass es ein harter Kampf gewesen war bestätigten auch Oscar Vazqeuz-Dyer und Spencer Payne unisono: "Wir sind total erschöpft. Das war bei Weitem das beste Team, gegen das wir in Deutschland bislang gespielt haben." Beavers-Quarterback Michael Van Deripe war zufrieden: "Sie hatten einen guten und einen anderen Passverteidiger, das haben wir ausgenutzt." Cheftrainer Dominik Brodschelm war sichtlich überwältigt: "Das Spiel hätte auch gut andersrum ausgehen können. Hut ab vor Fürstenfeldbruck. Beide Mannschaften haben gekämpft bis zum Umfallen." Für die Aufstiegshoffnungen der TG-Footballer ist der Sieg ein riesiger Schub. "Die Tür ist jetzt weit offen", so Brodschelm. Ein Sieg, oder ein Unentschieden im zweiten Spiel gegen die Darmstadt Diamonds würden den Aufstieg bedeuten. Bei einer Niederlage käme es auf das Ergebnis der Partie Fursty Razorbacks gegen die Darmstadt Diamonds an. "Wir genießen jetzt den Sieg. Aber bereits am Montag geht es los mit der Vorbereitung auf Darmstadt", erklärt Vazquez-Dyer.

Das entscheidende Spiel für die Biberach Beavers um den Aufstieg in die GFL2 gegen die Darmstadt Diamonds findet am Samstag, 22. September, im Biberacher Stadion statt. Kick-off ist um 16 Uhr.

Spencer Payne uüberspringt einen Defender - Erste Hürde genommen

Oscar Vasquez-Dyer spielte stark gegen Fursty

Freude bei den Beavers über den Sieg gegen Fursty (Fotos: Florian Achberger)