13. Juni 2018 06:48
German Football League

Jede Serie reißt einmal – oder doch nicht? – Crocodiles siegen in Hamburg

Am Samstagnachmittag waren die Cologne Crocodiles zu Gast bei den diese Saison noch sieglosen Hamburg Huskies.


Selber ungeschlagen mit drei Siegen und einem Unentschieden, wähnten sich aufgrund der auf dem Papier klaren Verhältnisse dann einige vielleicht doch schon vorher zu sicher. Die Huskies überraschten zunächst mit einem Wechsel auf der Spielmacherposition. Cheftrainer Timothy Speckmann gab Moritz Maack erfolgreich den Vorrang. US Zugang Quentin Williams verdingte sich hingegen nicht minder effektiv als Wide Receiver. Und auch Runningback Colby Goodwyn erwischte einen Sahnetag. Wäre das Spiel über zwei, statt vier Viertel gegangen, wäre die Rechnung aufgegangen und zwei Serien wären mit einem Schlag erledigt gewesen. Hamburg hätte gewonnen und Köln ein Spiel verloren, aber die Crocodiles zogen ihren Hals noch beeindruckend aus der Schlinge.

Zunächst begannen die Hausherren die Partie mit dem Kick Off, der gleich bis in die Endzone trudelte. Kölns ersten Angriff startete Kölns US Spielmacher Bradley Strauss gleich mal mit einem sehenswerten Sololauf über 16 Yards, nachdem er keine freie Anspielstation fand. Den Drive schloss sein Landsmann Shayeen Edwards nach mehreren Versuchen letztlich mit einem Lauf über 1 Yard und nach Kick von Noah Plöttner der 0:7 Führung der Gäste ab. Die norddeutschen Angriffsbemühungen konnten zudem gestoppt werden und die nächste Angriffssequenz rollte an. Diesmal erlief seinen zweiten Touchdown über 31 Yards in der Endzone ab. Erneuter Kick von Noah Plöttner und mit 0:14 sah alles nach einem ruhigen Nachmittag für die Echsen aus. Doch noch vor dem ersten Seitenwechsel überraschten die Hausherren ihre Gegner auf dem falschen Fuß und schlossen per Touchdownlauf und Zusatzkick auf 7:14 auf.

Im zweiten Viertel wurde jedoch zunächst der alte Abstand wiederhergestellt. Quarterback Bradley Strauss fand seinen Wide Receiver Dominic Gröne mit einem 17 Yard Pass. Wiederum sicher Noah Plöttner und man zog auf 7:21 vermeintlich davon. Doch nun gönnte sich Köln eine Auszeit zum Schläfchen an diesem sonnigen Sommernachmittag an der Alster. Hamburg wollte unbedingt seinen ersten Erfolg kam per weiterem Lauftouchdown zunächst auf 13:21 heran. Der Kick ging neben die Stangen. Die Verteidigung der Schlittenhunde verhinderte weitere Gegenpunkte. Der eigene Angriff marschierte langsam aber stetig hingegen über das Feld. Nun fand der eingangs erwähnte Spielmacher Moritz Maack seinen Receiver noch kurz vor der Halbzeit zu einem weiteren Touchdown des Tabellenletzten. Und weil es gerade so rund lief, entschied man sich auf Hamburger auch noch erfolgreich für einen weiteren Besuch in der Kölner Endzone und somit dem 21:21 Ausgleich. Es waren noch 40 Sekunden auf der Uhr. Dann wurde auch noch ein Pass von Kölns Quarterback durch die Hamburger Verteidigung abgefangen. Bei 7 Sekunden Restzeit erwarteten nicht wenige im Hammer Sportpark, dass man mit einem wohl sicheren Feldtorversuch noch die Chance auf weitere 3 Punkte und der Führung wahren werde. Doch weit gefehlt das Trainergespann der Hanseaten erhöhte mit einem Pass in die Endzone und anschließendem Zusatzkick zum überraschenden 21:28 Pausenstand.

Nach einer konzentrierten Pausenanalyse „Vergangenes ist nicht zu ändern, lasst uns die Zukunft zurückholen!“, wurde in der Folge dann kein weiterer Punkt mehr zugelassen. Nachdem Hamburgs Angriff nach einem raschen „3 and out“ schnell wieder vom Platz geschickt wurde, schickte man sich an, den Tabellenabstand zu rechtfertigen. Zunächst wurde der Spielzug mit einem erfolgreich ausgespielten vierten Versuch und eins am Leben gehalten. Gleich im Anschluss haute Bradley Strauss einen 48 Yard Pass auf Receiver Noah Aarass raus. Der sichere Noah Plöttner kickte zum 28:28 Ausgleich. Zum letzten Mal wurden die Seiten gewechselt.

Hamburg schien die Luft auszugehen und auch die Undiszipliniertheiten nahmen exorbitant zu auf Seiten des Gastgebers. Hatte man in den drei Vierteln bisher insgesamt 7 Strafen für 75 Yards genommen, waren es alleine im Schlussabschnitt 9 Strafen für 80 Yards. Alleine zwei persönliche Fouls wurden dem etatmäßigen Quarterback Quentin Williams zugesprochen, der somit des Feldes verwiesen wurde und Hamburg auch mindestens im nächsten Spiel fehlen wird. Die Crocodiles hingegen nahmen die Raumverluste der Gegenseite an und spulten nunmehr souverän ihren Stiefel runter. Bradley Strauss selbst schloss zunächst per „Jan Stecker Gedächtnis“ Quarterback Sneak über ein Yard ab. Noah Plöttner erhöhte auf 28:35. Die Verteidigungsreihen von Headcoach und Defense Koordinator Patrick Köpper hielten weiterhin dicht. Aufgrund einer leichten Blessur an der Hand musste Offense Koordinator David Odenthal in der Folge auf US Boy Bradley Strauss verzichten. Für ihn übernahm einmal mehr Jan Weinreich. Und dieser sorgte auch gleich für ein absolutes Novum im Spiel der Cologne Crocodiles. Eigengewächs Denis Dauben, etatmäßiger Runningback auf Seiten der Kölner, fing seinen allerersten Touchdownpass über 15 Yards zum Touchdown und dem 28:41 Zwischenstand. Das der Extrakick diesmal nicht gelang, tat demnach seiner Freude keinen Abbruch. Durch die bereits erwähnten Unkonzentriertheiten und den Strafen bedingt immensen Raumverlust wurden die Huskies immer weiter zurückgedrängt. Letztlich standen sie nur noch 2 Inches vor der eigenen Endzone. Es kam, wie es kommen musste. Der Snap geriet zu weit und die Domstädter erzielten durch dieses Safety die weiteren 2 Punkte zum 28:43 Endstand. Jung-Quarterback Jan Weinreich gönnte sich, seinen Coaches und dem mitgereisten Anhang noch einen Raumgewinn von der Mittellinie bis an die 25 Yard Linie, ließ dann aber die restlichen Sekunden doch auslaufen.

Letztlich erleichtert freute man sich auf Kölner Seite, weiterhin ergebnisorientiert unterwegs zu sein. „Natürlich bin ich stolz auf das Team, dass sich nach der katastrophalen ersten Halbzeit auf seine Tugenden besann und das Spiel dann noch fokussiert dominierte. Doch wir schaffen es momentan nicht, das ganze Spiel über konzentriert unsere Arbeit zu machen. Auch die nach der hervorragend disziplinierten Leistung vergangene Woche erneut aufgetretenen Regelwidrigkeiten mit 100 Minusyards als Folge sind nicht in Ordnung. Letztlich ist es uns des Weiteren erneut nicht gelungen, von Anfang an auf beiden Seiten des Balles am gleichen Spieltag unseren besten Football zu zeigen. Nach den Problemen vergangene Woche habe ich mich über die heute gezeigte Leistung der Special Teams, die einen soliden Job gemacht haben, gefreut“, resümiert Headcoach Patrick Köpper nach dem Spiel.

Jetzt heißt es in den verbleibenden Trainingseinheiten in der Woche, die Fehler zu korrigieren und sich auf den kommenden Gegner Hildesheim Invaders einzustellen (Samstag, den 16.06.2018, 16:00 Uhr, Philosophenweg 3, 31139 Hildesheim). Nach dem späten 31:7 Erfolg im Hinspiel in Köln gilt es, die Invaders von Anfang an zu packen und möglichst gar nicht erst stark zu machen. Das nächste Heimspiel findet nach dem dritten Auswärtsspiel in Folge bei den Berlin Rebels dann am Sonntag, 01.07.2018 in Höhenberg statt (Kick-Off 15:00 Uhr).

Crocodiles @ Huskies (Fotos: Michael Zelter)