Fehler, Pech und ein sehr starker Gegner

Schwäbisch Hall Unicorns unterliegen den Dresden Monarchs im SharkWater German Bowl XLII mit 19:28

In ihrem neunten German Bowl sollte es am Samstag im Frankfurter Deutsche Bank Park nichts mit dem fünften Titel für die Schwäbisch Hall Unicorns werden. In einem spannenden Spiel vor über 14.000 Zuschauern unterlag man den Dresden Monarchs mit 19:28 die an diesem Tag weniger Fehler machten und ihre Chancen konsequent nutzten.

Die wohl dramatischsten Momente erlebten die Schwäbisch Hall Unicorns und ihre Fans am Samstag in Frankfurt zwei Minuten nach Beginn des zweiten Viertels. Die Haller Defense hatte einen Touchdown-Versuch der Dresdner so effektiv verteidigt, dass dem Ballträger das Spielgerät aus der Hand flog und Halls Tobias Löffler den Ball in der eigenen Endzone sichern konnte. Die Freude über die verhinderten Punkte und Ballbesitz an der eigenen 20-Yard-Linie währte aber nicht lange. Alexander Haupert setzte zum Passspielzug an, wurde von Dresden 14 Yards zurückgedrängt und verletzte sich dabei auch noch an der Schulter. Der durch eine Knieverletzung aus dem Halbfinale angeschlagene Spielmacher zeigte bis dahin eine starke Leistung, musste nun aber trotzdem vom Feld. Spätere Diagnose: Schlüsselbeinbruch.

Damit aber nicht genug. Der eigens für dieses Spiel eingelernte Haupert-Ersatzmann Reilly Hennessy erwischte einen äußerst schlechten Start. Im Rest des Spiels führte er die Unicorns Offense zwar ruhig und sicher an, seine zwei ersten Versuche sorgten aber für weiteren Raumverlust und Hall musste von der eigenen 2-Yard-Linie einen Befreiungskick spielen. Die Chancen, die sich aus der Balleroberung in der eigene Endzone ergaben, waren damit endgültig vertan.

Zuvor waren die beiden Endspielgegner mit jeweils einem Befreiungskick und einem Touchdown in die Partie gestartet. Weil Hall die Extrapunkt-Chance vergab lagen die Dresdner mit 7:6 knapp vorne. Dank einer starken Haller Defense sollten die Sachsen zunächst keine weiteren Punkte erzielen. Diesmal beendete Monteze Latimore die Dresdner Angriffsbemühungen und fing eine Monarchs-Pass in der Haller Endzone ab. Es folgte ein langer Angriffszug der Unicorns der im 13. Spielzug mit einem 10-Yard-Pass von Hennessy auf Tyler Rutenbeck zum 12:7 sein erfreuliches Ende fand.

In die zweiten Hälfte starteten die Haller dominant. Ein missglückter Onside-Kick der Dresdner brachte die Unicorns 37 Yards vor der Monarchs-Endzone in Ballbesitz. Im dritten Spielzug wurde Yannick Mayr von Hennessy über 26 Yards zum Touchdown bedient und Tim Stadelmayr verwandelte den Extrapunktkick zum 19:7. Danach gerieten die Unicorns aber mehr und mehr
unter Druck. Zunächst verkürzte Dresden mit einem Lauf ihres starken Ballträgers Devwah Whaley (PAT Finke) auf 19:14. Dann wurde ein Befreiungskick von Aurieus Minton geblockt und Dresden bekam den Ball an der Haller 14-Yard-Linie. Ein Chance, die die Sachsen für ein Fieldgoal zum 19:17 noch vor dem letzten Seitenwechsel nutzten.

Zweimal mussten die Unicorns ihre Angriffszüge nach Kickoffs der Dresdner von innerhalb ihrer eigenen 3-Yard-Linie beginnen und hatten somit zu lange Wege zu gehen, um passende und insbesondere schnelle Antworten auf die Monarchs-Punkte zu finden. Dresden behielt im letzten Viertel die Oberhand und ging zunächst bei noch fünf ausstehenden Spielminuten per Fieldgoal mit 19:20 in Führung. Durch einen abgefangenen Hennessy-Pass schnell wieder in Ballbesitz gekommen erzielten sie zwei Minuten vor Schluss den Touchdown zum 19:28. Hall benötigte also einen Touchdown und ein Fieldgoal um das Spiel noch zu drehen. Als aber 1:35 Minuten vor Spielende ein Fieldgoalversuch misslang, war der SharkWater German Bowl XLII zu Gunsten der Monarchs entschieden.            

„Die zweite Halbzeit hat den Ausschlag gegeben“, sagte Halls Head Coach Jordan Neuman nach dem Spiel. „Wir haben da einfach zu viele Fehler gemacht und Dresden hat sehr gut gespielt. Anders als in der ersten Hälfte konnten sie nun ihre Angriffszüge mit Punkten gegen uns abschließen. Wir hatten hingegen mit extrem schlechten Feldpositionen zu kämpfen.“ Zu Alexander
Haupert sagte Neuman: „Alex hat das ganze Jahr sehr gut gespielt und trotz seiner Knieverletzung auch heute bis ins zweite Viertel hinein. Die letzten zwei Wochen hat er hart dafür gearbeitet, heute spielen zu können. Ich bin sehr stolz auf Alex und die nun neue Verletzung tut mir sehr leid für ihn.“