Frankfurt Universe fokussiert sich auf 2021

Die „Men in Purple“ werden an einem möglichen Ersatzspielbetrieb der GFL im Herbst nicht teilnehmen.

Diese Entscheidung hat die Geschäftsführung der Frankfurt Universe Betriebs-GmbH nach intensiven Beratungen gemeinsam mit dem Vorstand des Stammvereins AFC Universe Frankfurt e. V. getroffen und gestern dem American Football Verband Deutschland (AFVD) übermittelt. Der Verein zieht damit die durch eine Änderung des Lizenzstatuts für 2020 ermöglichte „Exit-Option“, die die Teams von der Pflicht zur Teilnahme am einen möglichen Ersatzspielbetrieb der GFL ab September entbindet (siehe „Hintergrund“).
In Anbetracht der weiterhin andauernden Pandemie-Lage sehen sich die Verantwortlichen aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage, einen regulären Spielbetrieb im Jahr 2020 durchzuführen.
„Zunächst einmal steht für uns die Gesundheit der am Spiel- und Trainingsbetrieb teilnehmenden Personen sowie unserer Zuschauer im Vordergrund“, so Universe-Geschäftsführer Alexander Korosek. „Wir können in der weiterhin hochdynamischen Lage nicht sicherstellen, dass wir einen möglichen Spielbetrieb mit einem halbwegs vertretbaren gesundheitlichen Risiko für alle Beteiligten durchführen können.“  
Als weitere Gründe führt er an, dass die Corona-Pandemie bis heute auch die Vorbereitung der Spieler wesentlich beeinflusst habe, so dass deren Gesundheit in einem Wettkampf auf Leistungssportniveau besonders gefährdet sei. Zudem sei durch den deutschen Föderalismus und die entsprechend unterschiedlichen Corona-Verordnungen der Länder eine Ungleichheit innerhalb der Liga entstanden, so dass schon von einer Wettbewerbsverzerrung auszugehen ist. Während einzelne Teams schon seit Wochen im Vollkontakttraining seien, sei dies woanders bisher nicht möglich.
Nicht zuletzt sind es aber auch wirtschaftliche Gründe, die eine Teilnahme der Frankfurter an einer möglichen GFL-Ersatzsaison 2020 ausschließen.
„Stand jetzt müssen wir davon ausgehen, dass wir selbst bei einer kompletten Nutzung des Stadions nur einen Bruchteil der bisherigen Zuschauerkapazität bei deutlich erhöhten Kosten z. B. für die notwendigen Hygienemaßnahmen und zusätzliches Sicherheitspersonal haben werden“, führt dazu Universe-Geschäftsführer Korosek aus.
Auch wenn für ihn die Entscheidung leider am Ende alternativlos war, bedauert er die Notwendigkeit dieses Schritts:
„Seit Beginn der Off-Season im Oktober 2019 hat das gesamte Universe-Team mit Hochdruck an der Saison 2020 gearbeitet. Neue Partner wurden gewonnen, das Team verstärkt und die gesamten Vorbereitungen zur Saison liefen mit Ruhe und Professionalität – doch dann kam Corona.“ Korosek betont: „Unsere Bereitschaft zu spielen war jederzeit vorhanden, unsere Motivation war größer denn je. Wir waren bereit alles dafür zu geben, um im German Bowl vor heimischer Kulisse zu stehen.
Auch wenn dieser Traum für das Jahr 2020 zerplatzt ist, gibt sich der Universe-Chef kämpferisch: „Wir werden bereits heute damit beginnen, uns auf das Jahr 2021 vorzubereiten und hoffentlich dann unser großes Ziel zu erreichen“.

Frankfurt Universe wünscht den an einem eventuellen Ersatzspielbetrieb teilnehmenden Mannschaften der GFL bzw. GFL2 viel Erfolg und eine verletzungs- und coronafreie Spielzeit.

Hinweis:
Dauerkarteninhaber der Saison 2020 erhalten in wenigen Tagen Informationen über das weitere Vorgehen. Kein Dauerkartenhalter muss den Verlust seines Geldes befürchten!

Hintergrund:
Im Anschluss an einen längeren Austausch zwischen dem American Football Verband Deutschland (AFVD) und den Bundesligisten der 1. und 2. Liga (GFL1 und GFL2) hat der AFVD am 15.07.2020 eine neue Bundesspielordnung (BSO) und ein geändertes Lizenzstatut veröffentlicht. Grundsätzlich hatten zuvor alle Teams in der Versammlung der Bundesligisten Anfang Mai den Wunsch geäußert, auch in diesem Jahr Football zu spielen. Da aber einige Teams schon frühzeitig signalisiert hatten, dass ihnen dies wegen der Corona-Pandemie nicht möglich sein würde und weitere Teams dies in Abhängigkeit der weiteren Entwicklung ebenfalls nicht sicher zusagen konnten, wurde eine „Exit-Option“ in der BSO und den Lizenzstatuten verankert.