DFFL - und wer tut sich das an?

Die nur fast körperlose Variante - Beulen und Aua gibt´s auch hier...
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Benutzer 440 gelöscht

DFFL - und wer tut sich das an?

Beitrag von Benutzer 440 gelöscht » Sa Nov 13, 2004 08:35

Die Einführung einer Flag-Bundesliga, der DFFL, kann für den Flagfootball in Deutschland nur begrüßt werden. Nachdem in den letzten Jahren der Deutsche Meister in der Vorrunde in verschieden Modi ausgespielt wurde, ist es wichtig und richtig, den Weg zum Titel für alle anzugleichen. Aber, leider wurden bei den Lizenzbestimmungen einige Fragen offen gelassen, zu denen wir gerne verbindliche und schriftliche Antworten hätten.
Als erstes sollen sich alle Vereine, die die Lizenz beantragen, sich der BSO 2005 verpflichten. Dummerweise hat bisher niemand diese BSO gesehen, geschweige denn gelesen und kennt die Abschnitte, in denen es um die neu gegründete DFFL geht. Dadurch kennt auch keiner die evtl. Strafen in dieser Liga.
Außerdem kann es in Bayern in Bezug auf die Schiedsrichter zu Problemen kommen. Bisher wurde die Bayerische Flag-Liga mit eigenen Flag-Schiedsrichtern geleitet, die ausschließlich Flagfootball-Spiele gepfiffen haben und eine Flag-Lizenz hatten. Diese Flag-Refs sollen nach den bisherigen Planungen im nächsten eine D-Lizenz für den Tackle-Bereich machen, um dann auch hauptsächlich Tackle zu pfeifen. Dies führt zum ersten Problem. Da es in Bayern nicht genügend Schiedsrichter für Tacklefootball gibt, soll dieser auch bevorzugt werden und danach kommt erst Flag. Am Ende kommt es so weit, dass ein DFFL-Spiel in München nicht stattfinden kann, weil die Schiedsrichter für die Verbandsliga gebraucht wurden. Die Begegnung fällt aus und Hamburg kann dann nach einem Scrimmage wieder nach Hause fahren.
Kommen wir nun zu Problem zwei. Viele Flag-Schiedsrichter wollen nicht Tackle pfeifen und haben schon angekündigt bei Umsetzung dieser Pläne ihre schwarze oder weißen Mützen an den Nagel zu hängen. Dadurch wird die Zahl der Schiedsrichter sicher nicht erhöht.
Dadurch kommen wir zum größten Problem. Bisher ist noch nicht klar, wie es mit den Flag-Schiedsrichtern weiter geht. Es ist keinem klar, ob sie jetzt die D-Lizenz nächstes Jahr machen müssen und die AFVBy-Pläne umgesetzt werden. Es wurde auch keine Info an die Schiedsrichter selber raus gegeben. Das Problem ist nur, dass die Zeit drängt. Die Vereine wissen nicht, ob nun die Leute zum Lehrgang für die D-Lizenz geschickt werden sollen oder ob es im Frühjahr einen Lehrgang für die Flag-Lizenz geben wird. Außerdem wissen die Schiedsrichter selber nicht, was der Stand der Dinge ist und es ist nicht mehr viel Zeit. Bis ende November muss man sich für den D-Lizenz Lehrgang anmelden und bis dahin sollte mal festgelegt werden, wie die Sachen im Jahr 2005 gehandhabt wird.
Eine Beantragung der Lizenz wird außerdem dadurch erschwert, dass die Größe der Liga und die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften unklar ist, so dass es zu ungünstigen Gruppeneinteilungen kommen kann. Besonders ungünstig wäre einen eingleisige Liga mit drei Hamburger Teams, dann noch Braunschweig, Dresden und München. Das wäre eine sehr teure Saison, in der es für München keine Auswärtsfahrt unter 500 KM gibt.
Es wäre sicher besser, wenn man anstatt einfach eine Liga von heute auf morgen einzuführen, erst einmal alle interessierten Vereine für diese Liga gewinnt. Wenn man jetzt die Lizenz beantragt und aufgrund der Teilnehmer merkt, dass man diese Liga finanziell nicht stemmen kann, kommt man auch nicht mehr raus. Natürlich ist es nicht Sinn der Sache, dass man erst eine Lizenz beantragt und dann wieder aussteigt. Aber, es ist besser, als dass ein Verein während der Saison dicht macht. Durch diese angesprochenen Probleme sieht man, dass die Planungszeit von 3 Wochen nach dem Beschluss des BSA nicht ausreichen um für eine Liga zu planen oder sich dafür verbindlich anzumelden. Es sind einfach zu viele offene Fragen, zu denen die Höhe der Lizenzgebühr zählt, die bekannt sein sollte, bevor man die Lizenz beantragen kann. Am besten wäre es, dass man im ersten und evtl. auch zweiten Jahr auf diese Lizenz-Gebühr verzichtet, um mehr Teams für die Liga zu gewinnen.
Interessant ist auch der Abschnitt über die Marketing-Rechte des AFVD an der DFFL. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass man einen Ligasponsor gewinnt, aber was ist wenn doch. Wer trägt die Kosten für die Banden, für Logos auf den Jerseys und Feldern. Die Vereine, der AFVD oder der Sponsor?
Als nächstes sollte mal erklärt werden, warum die Einnahmen aus solchen Sponsorverträgen nur dem AFVD zustehen. Es wird schließlich durch die Teams geworben, so dass auch die Teams ein Recht auf eine Beteiligung an diesen Einnahmen haben. Denn ohne sie gäbe es auch keine Einnahmen für den AFVD.
Die Einführung einer bundesweit einheitlichen Liga im Kampf um die Deutsche Meisterschaft kann für den Flagfootball ein großer Gewinn sein. Leider war die bisherige Umsetzung mehr als dürftig. Es wurde nicht genügend Planungszeit für diese Liga investiert und jetzt bleibt den Vereinen nicht genug Zeit sich auf diese Liga einzustellen. Außerdem wurde die Planung vernachlässigt, so dass zu viele Punkte ungeklärt sind und die Zukunft einer Liga mit viel Potential aufs Spiel gesetzt wird, bevor sie überhaupt begonnen hat.

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Beitrag von skao_privat » Fr Jan 14, 2005 00:53

Mensch Dobby noch was von der Lex Huber gehört:

Frei nach dem Queen Song "I want it all and I want it now!"

Lizenzen und deutscher Verband. das passt irgendwie nicht!

hanswurst
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Beitrag von hanswurst » Fr Jan 14, 2005 10:25

Ich würde eher sagen, dass Flag und dt. Verband nicht zusammen passen. Auch die Übernahme der Flag Geschichte von der NFLE scheint derzeit ziemlich in die Hose zu gehen. Ich habe gehört, dass Schulen massenhaft wegbrechen. Und das ist erst die Spitze des Eisberges...

toni_7
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Beitrag von toni_7 » Fr Jan 14, 2005 15:31

@ Hanswurst:

Das mit dem Wegbrechen der Schulen kann man zumindest in NRW nicht behaupten - die Vorrunde der Turnierserie läuft auf Hochtouren mit fast der gleichen Anzahl an Schulen wie vorher unter der Regie von Centurions und Rhein Fire. Lediglich die Ausbildung der Lehrer musste wegen nicht vorhandener Tagesfreizeit der Dozenten auf Wochenenden gelegt werden, die Lehrer ziehen aber ganz gut mit. Ich hatte für ein solches Einsteiger-Seminar(2 x 4 Std. jeweils samstags und sonntags, unterteilt in einen Theorie- und einen Praxisteil) die Höchstanzahl an Teilnehmern auf 20 limitiert, aber über 30 Anmeldungen erhalten, und für ein Fortgeschrittenen-Seminar habe ich auch schon zahlreiche Anfragen. Die mit der Durchführung des Komplettpaketes (Turnierserie, Aus- und Fortbildung) beauftragten Personen erhalten vom AFV NRW bislang höchstmögliche Unterstützung - also zumindest wir in NRW können uns nicht beschweren.

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Beitrag von hanswurst » Fr Jan 14, 2005 17:39

Naja, dann will ich hoffen, dass es tatsächlich so ist. Die Lehrer beschreiben das insbesondere in NRW zwar anders - eigentlich stellen sie es als das genaue Gegenteil dar - aber ich will mir nicht anmaßen beurteilen zu können, wer Recht hat.
Im Zweifel für den Angeklagten...

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Beitrag von toni_7 » Mo Jan 17, 2005 07:35

Das interessiert mich jetzt aber auch... Kannst Du mal kurz anreissen, was Du von den Lehrern gehört hast? Nur Sprechenden kann nämlich für die Zukunft geholfen werden, und wenn sich keiner bei den offiziellen Stellen auslässt, kann es ja nicht besser werden. Gerne auch als PN!

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Beitrag von toni_7 » Fr Jan 21, 2005 07:51

Schade - anscheinend wohl doch nichts Konkretes... :cry:

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Beitrag von hanswurst » Fr Jan 21, 2005 13:27

Es gibt mehr konkretes als Dir lieb wäre... Aber ich möchte meinen Verein nicht allen möglichen Repressalien der Verbände ausgesetzt sehen, die unbedingt der NFLE etwas gutes wegnehmen mussten, damit es jetzt schlechter läuft. Schade um die hervorragende Arbeit, die ein Andreas Motzkus über Jahre geleistet hat.

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Beitrag von toni_7 » Fr Jan 21, 2005 13:52

Wieso sollte Dein Verein Repressalien ausgesetzt sein, wenn Du lediglich konstruktive Lehrer-Kritik widergibst? Damit würdest Du doch nur helfen, Mißstände nach Bekanntwerden abzustellen.

Was Andreas geleistet hat, ist unbestreitbar, aber es bringt nix, dem hinterherzuweinen. Die Organisation der Schulturniere liegt nun halt bei den Verbänden, dafür kannst Du nichts und ich auch nicht. Man kann nur versuchen, das Beste draus zu machen, und das geht nur, wenn man Feedback erhält.

Ich kann mich erinnern, dass im Anfangsjahr von Andreas auch nicht alles Gold war, was glänzte (auch da war ich schon dabei), also sollte man den Verbänden auch eine gewisse Schonzeit einräumen.

Und wenn Du mir eine PN geschrieben hättest, wäre das Ganze auch unter uns geblieben, denn was hätte ich davon, Dich anzuschwärzen, abgesehen davon, dass ich gar nicht wüsste, bei wem?

Ich hätte konstruktive Kritik lediglich mit den Betroffenen aufgearbeitet, ohne Namen zu nennen, damit wir gemachte Fehler in Zukunft abstellen können, und darüber hinaus wären wir auch dankbar für Anregungen / Vorschläge gewesen, denn wir machen die ganze Chose ja nicht für uns, sondern für die Schulen und den Sport...

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Beitrag von finch2208 » Sa Jan 22, 2005 17:10

Das ist ein wenig zu schwammig...

Das Schulsportkonzept des AFVD, das ja Nachfolger des NFLE- Programmes ist sieht folgendes vor:

- Betreuung der Schulen durch Vereine vor Ort:
Dies bedeutet natürlich das nur dort auch Schulen betreut werden wo es Vereine gibt. Dies bedeutet auch das die Betreuung eben auch in der Verantwortlichkeit der Vereine liegt.

- Koordinierung der Betreung/Materialvergabe durch den Verband:
Die Verbände fordern Material an und koordinieren die Schulbetreuung zwischen den Vereinen. Z.B. damit nicht zwei Vereine an eine Schule wollen etc. und unterstützt bei Problemen.

Ich sehe das Konzept auf dem richtigen Weg:

- Keine Materialverschwendung wie früher (auf dem Einweisungslehrgang wurde das Material "rauseballert" ohne nachhaltige Erolgskontrolle)
- Mehr Einfluß und mehr Kontakt der Vereine mit den Schulen. Dadurch auch besseren "Zugriff" auf die Kids um sie in den Verein zu holen

Natürlich haben die Vereine jetzt die Hauptlast, aber durch neue Mitglieder haben sie ja auch den Hauptnutzen. Dazu kommt das es im Rahmen der Ganztagsschulen auch einiges zu verdienen gibt. Einige Schulen bezahlen Übungsleiter ganz gut die in der Schule unterricht geben. Vor allem also Studenten könnten dies in den Vereinen gut nutzen.

Wenn die Vereine vor Ort auch wirklich alle Schulen betreuen dann wird das ganze der Renner. Viel besser als bisher wo die Vereine oft nur halbherzig eingebunden waren.

Allerdings haben Vereine ohne Manpower eben auch nichts davon...


Jan

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Beitrag von hanswurst » Di Jan 25, 2005 09:44

Klar, die Vereine haben sich in der Vergangenheit dadurch ausgezeichnet (bis auf wenige Ausnahmen), dass sie schon nicht in der Lage sind eine vernünftige Jugendarbeit im Verein zu betreiben. Jetzt sollen sie also zusätzlich noch in den Schulen Projekte betreuen. Na, da bin ich ja mal gespannt... Interessant wird es natürlich dadurch, dass wir in den Vereinen ja SO VIELE ehrenamtliche (qualifizierte) Helfer haben, die alle tagsüber nichts anderes vorhaben, als in den Schulen Flagfootball zu spielen...

Ist mir unverständlich, warum die NFLE diese Entscheidung getroffen hat. Vielleicht in zehn Jahren, aber noch nicht heute!!! Der Verband nimmt dieses Projekt gern an, es fließt ja auch nicht zu wenig Geld, was jetzt in anderen Bereichen eingesetzt werden kann. Und Olympia sollte nicht wirklich das Argument sein...

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Beitrag von finch2208 » Mi Jan 26, 2005 18:39

hanswurst hat geschrieben: Ist mir unverständlich, warum die NFLE diese Entscheidung getroffen hat. Vielleicht in zehn Jahren, aber noch nicht heute!!! Der Verband nimmt dieses Projekt gern an, es fließt ja auch nicht zu wenig Geld, was jetzt in anderen Bereichen eingesetzt werden kann. Und Olympia sollte nicht wirklich das Argument sein...
Erst einmal spart die NFLE ne Menge...

Aber andererseits sehen wir es mal so: Die NFLE hatte ihre Finger aktiv nur da im Spiel wo auch ein Team war. Auf der Fläche waren es schon immer die Vereine die was gemacht haben. Oder eben Externe die bei den Lehrern etc. die Ausbildung gemacht haben.
Das Material wurde von denen verteilt ok. Aber sonst??

Somit tritt eine Verschlechterung eben nur da ein wo bisher Hauptamtliche der NFLE tätig waren. Sonst aber ist es eine Chance...

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Beitrag von hanswurst » Do Jan 27, 2005 08:17

Das mit dem sparen würde ich nicht ganz unterstützen... Aber unabhängig davon halte ich es für fraglich, ob "Chancen" in den Märkten, die nicht direkt von der NFLE betreut wurden, Ausgleich sein können für den Wegfall oder Zusammenbruch in den Kernmärkten des Flagfootballs???

Das klingt so nach den gängigen Verfahrensweisen unserer Politiker - egal welcher Couleur. Aber im Verband sitzen wohl auch (Fast) nur Politiker...

finch2208
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Beitrag von finch2208 » Do Jan 27, 2005 19:39

hanswurst hat geschrieben:Das mit dem sparen würde ich nicht ganz unterstützen... Aber unabhängig davon halte ich es für fraglich, ob "Chancen" in den Märkten, die nicht direkt von der NFLE betreut wurden, Ausgleich sein können für den Wegfall oder Zusammenbruch in den Kernmärkten des Flagfootballs???

Das klingt so nach den gängigen Verfahrensweisen unserer Politiker - egal welcher Couleur. Aber im Verband sitzen wohl auch (Fast) nur Politiker...
Doch, ich schätze mal die NFLE spart die Hälfte... sind ja 3 Stellen die weggefallen sind. Ist ne Menge Geld.

In den Verbänden sitzen sehr viele Politiker, Schlagwort Verbandspolitik... manchmal wird da dann sogar die Sache aus den Augen verloren, Hauptsache man verliert nicht an Einluß. Schade...

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