David Kenneth Beale Jr., wie der neue Tight End und Offensive Tackle der „Men in Purple“ mit vollem Namen heißt, ist 1,96 Meter groß und wiegt 129 Kilogramm. Geboren wurde der US-Amerikaner am 14. November 1990 im kalifornischen Newport Beach.
Nach seiner Zeit an der Ohio Northern University, einem Division 3 NCAA-College, wurde Beale von den Tampa Bay Buccaneers 2014 zum Tryout eingeladen und wurde vom NFL-Team als Tight End getestet. 2015 verschlug es ihn nach einer Saison bei den Lakeland Raiders in der UIFL Arena League zu den Marburg Mercenaries in die GFL. „Ich kenne also einige Spieler noch“, freut sich David Beale auf das eine oder andere Wiedersehen.
Beale machte jedoch einen Umweg von Marburg über die Maple League nach Frankfurt: In der abgelaufenen Saison zog er sich das Jersey der finnischen Wasa Royals über…
Trotz starker Leistungen für seine drei bisherigen Profiengagements nennt Beale einen Highschool-Rekord und die Zahl Null bei der Frage nach seinen größten Erfolgen: „Ich halte nach wie vor den Rekord für den längsten Punt der Haines City High School mit 71 Yards und habe als Freshman an der Ohio Northern University auf der Left-Tackle-Position null Sacks zugelassen.“
Angst machen dürften Beales zukünftigen Gegnern folgende Zahlen: Beim Bankdrücken schafft der US-Amerikaner 225 Pfund oder rund 100 Kilogramm mit 26 Wiederholungen, 535 Squat-Pfund und sogar 550 Deadlift-Pfund. Die 40 Yards läuft Beale dabei in 4,78 Sekunden und springt beim broad jump 2,92 Meter weit.
„Ich freue mich wirklich auf Frankfurt. Ich kenne Thomas Kösling jetzt seit zwei Jahren und als er fragte, ob ich für Universe spielen wollte, musste ich nicht lange überlegen. Es ist immerhin Universe“, lacht Beale.
Zudem sei es der nächste logische Schritt nach seinem Gastspiel in Finnland. „Ich habe für die Royals gespielt, weil ich mir sicher war, bei Coach Seppo viel lernen zu können. Er hat für Nebraska gespielt und ist ebenso wie Nebraska bekannt dafür, starke Lineman hervorzubringen. Ich dachte mir, ich könnte meine Fähigkeiten mit seinen kombinieren und mich dadurch verbessern“, grinst Beale. „Unnötig zu sagen, dass es auch so kam. Ich habe mich dank seiner Methoden verbessert und viel gelernt. Zudem ist die Maple League sehr ausgeglichen und mit starken Imports gespickt. Man hatte immer das Gefühl, die Jungs hätten alle für die richtig großen Colleges gespielt.“
Er sei mit dem Ziel nach Finnland gereist, ein besserer Athlet zu werden und ein höheres Leistungslevel zu erreichen als jemals zuvor. „Ich bin den Wasa Royals wirklich dankbar, denn sie haben mir ermöglicht, dieses Ziel tatsächlich zu erreichen. Leider sind wir in der ersten Runde der Play-offs an den Seinjaoki Crocodiles gescheitert. Ausgerechnet an einem Erzrivalen… Die Saison war dennoch toll!“
Für 2017 nennt der neue „Man in Purple” zunächst einmal ein bescheidenes Ziel gesetzt, revidiert seine Aussage aber schnell und packt anschließend wie beim Gewichtheben noch einen und noch einen drauf… „Ich hoffe, dass ich meine Hände an den einen oder anderen Ball bekomme. So wie in meinen jüngeren Tagen. Naja, ein Touchdown wäre auch nicht schlecht! Und als O-Liner ist es immer ein gutes Ziel, keinen Sack zuzulassen. Darauf kann man stolz sein! Und vielleicht noch 1000 Yards für einen Runningback blocken… Das kommt mit null Sacks gleich. Beides zusammen wäre cool, oder?“
Dass die GFL-Spiele kein Zuckerschlecken werden, ist David Beale jedoch bewusst. „Am Ende einer so langen Saison wie in der GFL gesund vom Feld zu gehen, sollte immer erstes Ziel sein. Die GFL ist hart…“
Anfang April soll es für Beale Richtung Frankfurt gehen. „Das sind leider noch einige Monate. Ich kann es nicht abwarten, da ich denke, dass ich einiges an Erfahrung, Ehrgeiz und Motivation ins Team bringen kann und gut ins Team passen werde… Mein alter Kumpel Nils Hampel als Right Tackle und ich als Left Tackle! Das hat schon `was!“
Auf die Position des Left Tackle ist Beale stolz. „Es gibt einen Grund, warum die Left Tackles in fast allen NFL-Teams so gut bezahlt werden, immerhin decken sie die blind side des Quarterbacks ab. Ich nehme meinen Job daher sehr ernst.“ Aktuell trainiere er bereits hart für die Saison 2017. „Ich möchte topfit nach Deutschland kommen.“
Beale ist für seine harte Gangart bekannt. „Ja, das stimmt schon… aber ich spiele fair“, betont er. Um wirklich erfolgreich zu sein, müsse man in der GFL eben hart spielen. „Anders wird man nicht Champion.“
Auf das Wiedersehen mit Marburg freut sich David Beale natürlich besonders. „Egal was andere sagen… Marburg darf nächstes Jahr nicht unterschätzt werden. Sie sind dabei, ein starkes Team aufzubauen und haben alles, was man dazu braucht. Marburg wird besonders für mich ein interessanter Gegner sein, da ich viele der Jungs kenne und es immer etwas strange ist, gegen ehemalige Teamkameraden antreten zu müssen.“
Dass er nun die Chance erhalte, ausgerechnet beim Zuschauerprimus Universe zu spielen, steigere die Vorfreude auf seine zweite GFL-Saison. „Sind wir ehrlich. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem man in den USA entweder Profi ist oder seine Cleats an den Nagel gehängt hat. Es ist vielleicht meine letzte Saison und Universe bietet eine hervorragende Chance, mit einem Titel abzutreten. Zudem ist Frankfurt eine tolle Stadt, in der es sich gut leben lässt.“
„Ich weiß auch, dass Frankfurt für seine große Fanbase bekannt ist. Das ist – ich bin ehrlich! – ein weiterer Grund für meine Entscheidung, nach Frankfurt zu gehen. Ich wusste zwar nicht, dass das Stadion die ,lila Hölle‘ genannt wird, aber ich habe einige Spiele angeschaut und beim Einlauf des Teams jedes Mal gedacht ,Fuck, was geht denn da ab?‘ Der Name passt also… Die Gegner fürchten nicht nur das Team, sondern auch die Lautstärke der Fans! Und die Energie der Fans ist immens wichtig im Football.“
