16 Punkte zwischen Freude und Trauer

Fast auf den Tag genau drei Jahre nach dem vorläufigen Höhepunkt der 29-jährigen Vereinsgeschichte müssen die Wiesbaden Phantoms um das am 2. Oktober 2010 Erreichte kämpfen. An jenem Samstag im Europaviertel stieg der Verein erstmals in die German Football League auf, spielte drei Jahre in der höchsten deutschen Spielklasse und muss nun, kurz vor seinem 30. Jubiläum, um den GFL-Verbleib kämpfen. Den 16-Punkte-Rückstand aus der 21:37 Heimniederlage gegen Zweitligameister Allgäu Comets vor zwei Wochen gilt es aufzuholen.

"Es wird schwer, aber es ist nicht unmöglich", weiß Sven Gloss, der seine Mannschaft nach dem ernüchternden Auftritt im Helmut-Schön-Sportpark auf das nun entscheidende Spiel in Kempten intensiv vorbereitet hat.

"Die Favoritenrolle sind wir nach dem Hinspiel los. Der Druck liegt nun bei den Comets. Vielleicht ist dies unser Vorteil, dass wir nichts mehr zu verlieren haben. Ich hoffe, wir können all das, was wir uns in den beiden vergangenen Wochen vorgenommen haben, auch am Sonntag auf den Platz bringen. Es ist, wie so oft in der abgelaufenen Saison, in erster Linie auch eine Kopfsache. Fokussiert bleiben, unnötige Fehler vermeiden und die Gastgeber zu solchen Fehlern zwingen. 16 Punkte sind in diesem Sport nicht viel. Aber eine Chance haben wir nur mit einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem Hinspiel", so der Wiesbadener Cheftrainer.

Neben dem passfreudigen Angriff der Allgäuer um Spielmacher Shane Jackson erwartet die Phantoms auch eine lautstarke Kulisse im beschaulichen Kempten. Bis zu 3.000 Zuschauer erwarten die Comets zum Showdown, konnten sie doch schon während der Meistersaison regelmäßig rund 2.500 Fans bei ihren Heimspielen im Illerstadion begrüßen. Trotz des für eine weite Reise eher ungünstigen Sonntag-Termins wird eine kleine Schar Phantoms-Fans ihr Team zur 450 Kilometer entfernten Spielstätte begleiten.

Es wird keine leichte Aufgabe, die 16 Punkte in vier Spielvierteln aufzuholen. Aber eine weitere Chance erhalten die Phantoms nicht. "Alles oder nichts" lautet das Credo am Sonntag um 15:00 Uhr. Und "Nichts" wäre gleichbedeutend mit dem ersten sportlichen Abstieg seit 21 Jahren. 1992 stieg man aus der damaligen zweiten Bundesliga in die Regionalliga ab.

Der Abstieg in diesem Jahr wäre kein schönes verfrühtes Geburtstagstgeschenk für den Verein kurz vor dem 30. Jubiläum 2014.