Die Ausgangssituation war eindeutig: sowohl die Lübeck Cougars als auch die Berlin Adler mussten dieses Spiel gewinnen. Die Cougars wollten die Relegation vermeiden und die Adler ihrerseits Platz Zwei der GFL Nord sichern.
Beide Teams kamen entschlossen aufs Feld. Lübeck bekam nach dem Kickoff den Ball, aber schon wenige Sekunden danach übernahmen die Berlin Adler das Kommando im Stadion Buniamshof. Mario Nowak (#40) fing einen Paß des Lübecker Quarterbacks Ole Wulff ab und lief über 70 Yard zum Touchdown zum 7:0 (PAT Benjamin Scharweit, #14). In den folgenden Drives mußten sich die Angriffsformationen nach nur drei Spielzügen wieder vom Ball trennen, aber danach schlug die Adler Offense erstmals zu: Jimmy Lee Malone (#28) lief über 6 Yard zum Touchdown (PAT Scharweit, #14): 14:0. Der nächste Angriffsversuch der Cougars wurde von Conrad Meadows (#4) jäh unterbrochen: Ihm gelang eine Interception und er lief über 29 Yards zum 21:0 (PAT Scharweit, #14). Zu diesem Zeitpunkt war das erste Quarter noch nicht einmal beendet.
Aber auch im zweiten Quarter ließen die Adler nicht locker. Meadows fing seine zweite Interception an diesem Tag und brachte den Ball bis an die 20-Yard-Linie der Cougars. Danach lief er über eben diese 20 Yards selbst zum Touchdown: 28:0 (PAT Scharweit, #14). Das konnte Mario Schmitt nicht auf sich sitzen lassen: dem Berliner DB gelang ebenfalls eine Interception und nach seinem Lauf über 50 Yards stand es 35:0 (PAT Scharweit, #14). Die ersatzgeschwächten Cougars steckten trotz des klaren Rückstands nicht auf: vor allem RB Mike Davis (#25), der sich fast pausenlos im Angriff der Berglöwen aufrieb, spielte eine gute Partie. Aber die Verteidigung der Adler war an diesem Abend schier unüberwindlich. Den Schlußpunkt der ersten Halbzeit setzte Adler Wide Receiver Pascal Heck (#83) mit einem gefangenen 17-Yard-Paß zum 42:0 (PAT Scharweit, #14).
In der Pause fragte ein Lübecker Zuschauer ungläubig, ob solch ein Pausenstand normal sei. Ich konnte ihm versichern, daß das keinesfalls so ist und daß man auch als Adler-Fan davon überrascht war.
In der zweiten Halbzeit ging es dann munter weiter: Jimmy Lee Malone lief über 40 Yard zum 49:0 (PAT Scharweit, #14) und nur kurze Zeit später erhöhte QB Alex Good (#7) mit einem 37-Yard-Lauf auf 56:0 (PAT Scharweit, #14). Danach gaben die Adler ihren Backup-Spielern die Möglichkeit, GFL-Spielpraxis zu sammeln. Die Cougars kamen jetzt etwas besser ins Spiel, aber ihren erfolgversprechendsten Angriff beendete Sebastian Karl (#11) mit einer Interception in der Endzone. Die letzte Chance, auf das Scoreboard zu kommen, vergaben die Cougars in der Schlußsekunde: der 38-Yard-Fieldgoalversuch von Lockian Gilbert war zu kurz. Jeder hätte es dem tapferen Team aus der Hansestadt gegönnt. Von dieser Stelle wünschen wir den Cougars viel Erfolg in den Relegationsspielen! Es war eine bemerkenswert faire Partie. Es gab nur wenige Flaggen gegen die Cougars und nur eine gegen die Adler! Das ist vorbildlich.
Dieses 56:0 ist auch ein Sieg für die Geschichtsbücher. Noch nie seit dem Wiederaufstieg in die GFL im Jahre 2001 gewannen die Adler höher! In der GFL 2 gab es 2001 ein 69:0 bei den Troisdorf Jets und 1998 ein 56:0 gegen die Bochum Cadets. Für einen höheren GFL-Erfolg muß man noch viel weiter zurückblättern: am 27.06.1993 gewannen die Adler 63:0 gegen die Dortmund Giants. Ein höherer Auswärtssieg ist sogar noch zwei Jahre länger her: In der Saison 1991 gewannen die Adler bei den Hildesheim Invaders mit 65:0. Die Saison 1991 endete übrigens mit dem Gewinn des German Bowls…
In den kommenden zwei Wochen werden die Adler jedoch weniger auf die Erfolge der Vergangenheit schauen – ihre gesamte Konzentration wird auf das Playoff-Viertelfinale gegen de Marburg Mercanaries am 22. September um 18 Uhr im Jahnstadion ausgerichtet sein. Und alle Adler-Fans sind aufgerufen, die Schwarz-Gelben auf Weg in den German Bowl XXXIX zu unterstützen.
