„Ein Sieg ist immer schön. Ein Sieg ist auch immer ein Sieg. Aber wir können mit diesem Sieg nicht zufrieden sein, weil wir viel zu viele Fehler gemacht haben“, zog Berlins Head Coach Wanja Müller nach dem Spiel Bilanz. „Es war sehr heiß, was auch ein gewisser Grund dafür sein mag, dass man in gewissen Phasen müde wird und durch Müdigkeit auch mal Unkonzentriert rein kommt. Aber es war in diesem Spiel viel zu oft und über zu lange Strecken der Fall, dass wir zu unkonzentriert gespielt haben, zu viele kleine Fehler gemacht haben, die wir abstellen müssen. Daher können wir mit dem Spiel selbst nicht zufrieden sein. Mit dem Sieg sind wir aber zufrieden und sind froh, dass wir das Spiel mit einem Sieg beendet haben.“
Etwas weniger als 30 Sekunden waren im Stade Napoleon noch zu spielen, als RB Lary Croom mit seinem kurzen Lauf in die Endzone für die erneute Führung der Adler sorgte. Dennoch war der Sieg für Berlin noch nicht unter Dach und Fach. Dafür sorgte erst DB Kevin Kus, der einen letzten verzweifelten Pass von Panther-QB Manuel Engelmann im anschließenden Drive abfangen konnte. Kein Wunder, dass Enttäuschung und Erleichterung nach dem Abpfiff im Stade Napoleon eng beieinander lagen. Fast zweieinhalb Stunden hatten sich die Berlin Adler und die Düsseldorf Panther einen erbitterten Schlagabtausch um die Sieg geliefert. Von der Footballgala gegen die Dresden Monarchs war an diesem Tag nicht mehr viel zu spüren. Zu viele Fehler in Form von Ballverlusten, Strafen oder nicht gefangenen Pässen sorgten dafür, dass die Adler nur phasenweise zu ihrem Spiel fanden. Dann aber umso gefährlicher.
Als besonders effektiv zeigte sich dabei der Ex-Düsseldorfer Florian Pawlik, der nicht nur zwei Touchdowns erzielte, sondern auch den einen oder anderen Drive der Schwarz-Gelben mit seinen Fängen am Leben erhielt. "Es ist ein Riesengefühl, zwei Touchdowns gemacht zu haben, zumal ich gegen die Jungs gespielt habe, mit denen ich auch in der Jugend zusammengespielt habe. Das war heute ein ganz besonderes Spiel gegen die eigenen Jungs. Es freut mich, aber es tut mir auch ein wenig weh - auch wenn die Freude größer ist, weil ich endlich für mein Team gescort habe“, freute sich Pawlik nach dem Erfolg.
Die taktische Marschroute stimmte bei den Adlern. Wie schon im Spiel gegen Dresden präsentierte sich der Angriff um QB Kevin Ramay flexibel und variantenreich. Doch der frühe Kick-Off um 15.00 Uhr und die damit verbundenen Temperaturen, sowie das für ein GFL-Spiel ungewohnte Terrain im Stade Napoleon sorgten dann immer wieder für Unkonzentriertheiten in der Offense. So wurde der erste Drive der Adler mit einer Interception kurz vor der Endzone der Gäste jäh beendet. Und auch in der Folge kamen immer wieder Ballverluste oder Strafen hinzu, die den Angriffsrhythmus hemmten beziehungsweise die Angriffsbemühungen der Panther förderten.
Weit weniger zufrieden konnten die Gäste aus Düsseldorf mit dem Ausgang der Partie sein. Nicht nur, dass die Niederlage aus ihrer Sicht vermeidbar war, die Panther zeigten erneute, dass sie längst nicht so schlecht sind, wie es der Tabellenstand vermittelt. Vor allem das Laufspiel der Raubkatzen war gegen die Adler erneut sehr effektiv. Dennoch gelang es der Adler-Defense trotz zahlreicher Unaufmerksamkeiten in den entscheidenden Phasen fokussiert zu bleiben, um so dem Gegner keine weiteren Punkte zu erlauben oder das Momentum gar zu den Panthern zu verlagern.
