Doch es war eine Partie, welche die Adler genauso gut hätten verlieren können. Nicht nur, dass die Unicorns der angenommen unbequeme Gegner waren, auch die eigenen Leistungen sah Fatah nach dem Spiel recht kritisch: Wir haben heute genügend Fehler gemacht, um zwei Spiele zu verlieren, meinte der Berliner Cheftrainer nach dem Match und spielt dabei auf die zahlreichen Ballverluste seiner Mannschaft an.
Vor allem in der Offense kommt derzeit nicht immer ein stetiger Rhythmus auf. Sowohl QB Daniel Kiffner als auch QB Tobias Brüning gelingt es derzeit nicht, konstant ihre guten Leistungen abzurufen. So musste sich Fatah auch gegen die Unicorns zu einer taktischen Maßnahme entscheiden, die vor etlichen Jahren auch in der NFL Europe praktiziert wurde: Das doppelköpfige Monster. Beide Spielmacher erhalten zu gleichen Teilen Spielpraxis und Fatah hofft so, dass einer der beiden Regisseure auf dem Feld möglichst bald eine konstant gute Leistung zeigt. Unsere Ballverluste haben uns fast das Genick gebrochen. Doch einmal mehr hat mein Team bewiesen, dass es das Herz eines Champions besitzt. Den Sieg sicherte uns heute unsere Defense, die die Fehler unserer Offense ausbügeln konnte, erklärte Fatah nach der Begegnung.
So mussten die Adler immer wieder zittern, dass es gegen die unbequemen Einhörner aus Schwaben zu einem Sieg reichte. Zwar legten die Adler immer wieder vor, doch Ballverluste und Unachtsamkeiten sorgten dafür, dass man die Führung nie richtig ausbauen konnte und die Gäste aus Schwäbisch Hall immer wieder im Spiel bleiben durften. Vor allem das Duo Brian Brunner und Dusty Thornhill sorgten für viel Wirbel im Angriff der Unicorns. Allerdings war die Defense der Adler in der Lage, das Laufspiel der Unicorns zu unterbinden. Und die Abwehr war auch dann zur Stelle, als es brenzlig wurde und die Schwäbisch Haller immer wieder damit drohten, aus den Fehlern der Hausherren Kapital zu schlagen.
Den Grundstein für ihren Erfolg legten die Adler am Samstag im ersten und anfangs des zweiten Viertels. Dreimal mussten sich die Unicorns per Punt vom Ballbesitz trennen und zweimal münzten die Berliner dies in Punkte um. Zunächst erzielte WR Thomas Emslander den Touchdown zum 7:0. Anfang des zweiten Viertels erhöhte K Dennis Wiehberg dann aus 47 Yards per Field Goal auf 10:0 für die Hauptstädter. WR Dusty Thornhill konnte noch vor dem Pausentee zum 10:7 verkürzen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es dann WR Hemaseh Heidary, der den zweiten Berliner Touchdown erzielte. Doch die Haller konnten gleich im anschließenden Drive mit einem 38-Yards-Fieldgoal von Nicolas Robertson auf 10:17 herankommen.
Eineinhalb Minuten vor Spielende vergab K Benjamin Scharweit einen Field-Goal-Versuch aus 50 Yards und brachte damit den Hallern noch einmal die Möglichkeit, Punkte zu sammeln. Doch zehn Sekunden vor Spielende war die Adler-Defense erneut zur Stelle. Ein Pass von Brian Brunner landete in den Armen von LB Mario Novak und die Unicorns mussten das hart umkämpfte Spiel endgültig verloren geben.
Uns sind einige mentale Fehler unterlaufen, die in einem solchen Spiel mitentscheidend sind, sagte Unicorns Head Coach Siegfried Gehrke nach dem Spiel. Außerdem hat es Berlin verstanden, unser Laufspiel fast vollständig auszuschalten. Wir mussten deshalb noch mehr als sonst auf das Pass-Spiel setzen. Äußerst ungelegen kam es da, dass mit Bernd Wollensack und Teschim Weldeslase zwei Receiver das Spiel wegen Verletzungen ebenso wie Offense-Liner Daniel Graf vorzeitig beenden mussten.
Für die Adler finden nun die "Berliner Wochen" statt. Am kommenden Samstag steigt das Haupstadt-Duell gegen die Berlin Rebels im heimischen Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. Und bereits eine Woche später muss der amtierende Eurobowl- und Deutsche Meister bei den Rebels im Mommsenstadion antreten.
