Kuci kommentierte das einseitige Spiel und das Ergebnis wie folgt: „Wir wussten, was uns erwartet und wollten uns nicht unter Wert verkaufen. Die Lions waren in allen Belangen besser. Spieler und Coaches waren besser vorbereitet und haben uns eine Lektion erteilt. Die Ejection war unnötig und hat uns zusätzlich geschwächt. Aber wir können noch aus eigener Kraft Zweiter werden und werden in der nächsten Woche wieder deutlich besser aufgestellt sein.“
Einen rabenschwarzen Tag erwischte Adler-Quarterback Darius Outlaw. Immer auf der Flucht schien sein Schuhwerk zudem nicht passend für den nassen und schweren Boden im Braunschweiger Eintracht-Stadion zu sein. Das erklärt aber nicht die Anzahl der Fehlpässe, die deutlich über seinem normalen Maß lagen. Dazu kamen zwei Interceptions und ein von den Gastgebern in Punkte umgewandelter Snap-Fumble, Sein Kommentar zur deftigen Niederlage gab die # 1 der Adler in der anschließenden Pressekonferenz ab: „Verletzte Spieler sind nie eine Entschuldigung: Die O-Liner, die Receiver und ich haben heute einfach nicht gut zusammen gespielt. Die Defense von Braunschweig ist sehr gut, das habe ich letzte Woche schon gesagt. Der Ausfall unseres Starting Centers hat uns sehr geschwächt, denn der Center ist das Herz unseres Angriffs. Und wir haben heute sogar zwei Center verloren.“
Die Adler verloren die Partie bereits im ersten Viertel. Einem Punt, einer Interception und einem Fumble in den ersten drei Angriffsserien standen 21 Punkte der Gastgeber gegenüber. Der 75-Yard-Touchdownpass zum 7:21 von Darius Outlaw auf Daniel Vöhringer (PAT Philipp Andersen) war eines der wenigen Highlights im Spiel der Gäste, deren Center Erik Seewald kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts das Feld verletzt verlassen musste. Braunschweig erhöhte auf 28:7 und das zweite Viertel fügte sich, nicht nur zeitlich, nahtlos an das erste an. Am Ende des nächsten Drives der Lions, mit dem diese über sieben Minuten von der Uhr nahmen, war neben dem 35:7 das Ausscheiden von Adler-Linebacker Rory Johnson zu verzeichnen. Auch Ersatzcenter Patrick Neff musste vorzeitig in die Kabine: Er wurde von Referee Sauer vom Platz gestellt.
Die zweite Halbzeit ließen die Gastgeber dann geruhsam angehen und brachten sich nur noch zwei Mal auf die Anzeigetafel: Wieder teilten sich Offense und Defense der Lions die erzielten Punkte und besiegelten somit die höchste Niederlage der Adler seit Einführung der German Football League im Jahr 2001. Adler-Offensive Coordinator Johnny Schmuck brachte die Ursache dafür auf den Punkt: „Wir wussten, dass wir nicht mit all unseren Spielern würden antreten können. Allen war bewusst, dass jeder ‚upstepen‘ muss, um gegen die Lions zu bestehen. Dies ist uns nicht gelungen. Wir sind in der Tiefe ein relativ junges unerfahrenes Team und konnten vielleicht mit dem Druck nicht gut umgehen. Wir haben das Spiel verloren und dabei jeden Fehler gemacht, der möglich war - aber aus Fehlern kann und muss man lernen. Viele junge Spieler, die nicht so häufig spielen, konnten wertvolle Erfahrungen sammeln. Ansonsten müssen wir nach jetzt vorn blicken. Selbstmitleid bringt uns nicht weiter, Kiel wird ein hartes Stück Arbeit.“
Troy Tomlin, Head Coach der Gastgeber zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis und dem Spiel seiner Mannschaft: „Ich habe heute eine gute Leistung von Offense und Defense gesehen. Wenn wir weiter so arbeiten, werden wir unser Ziel, in den Playoffs Heimspiele zu haben, auch erreichen. Ich habe nicht erwartet, dass so viele Spieler der Adler fehlen. Wir werden diese mit Sicherheit in Berlin und anschließend in den Playoffs wiedersehen.“ Eine deutliche Steigerung der Adler gegenüber dem letzten Spiel ist dafür aber erforderlich.

