Diese war bis kurz vor der Halbzeit ausgeglichen. Es war ein sehenswertes und bis in die letzte Sekunde spannendes Spiel, welches die Tabellennachbarn den zahlreichen Zuschauern boten. Diese bedankten sich nach Spielende bei beiden Teams lautstark für die gezeigte Vorstellung. Die Angriffsformationen beherrschten über lange Zeit die Szenerie. Die Verteidigungsreihen hatten Mühe, die Kreise ihrer Gegner einzudämmen – kein Wunder, standen doch auf beiden Seiten großartige Individualisten auf dem Platz, die allem auch optische „Sahnehäubchen“ aufzusetzen wussten. Das wussten die Teams zwar vorher und trotzdem gelang es bis zur Halbzeit nicht, Punkte zu verhindern. Jeder Drive wurde mit Punkten abgeschlossen, allerdings nicht mit den maximal erzielbaren – ein Umstand, der zum Ende hin noch an Bedeutung gewinnen sollte.
Erst nach der Halbzeitpause rückten beide Defensereihen zunehmend in den Mittelpunkt. Nach dem Fumble, welcher Conrad Meadows nach langem Lauf unterlief, war nicht nur der Vorteil des Ballbesitzes, der auch hätte einen erneuten Führungswechsel bedeuten können, dahin. Die Offensivabteilung der Adler war anschließend für ein Viertel fast wie gelähmt. Die Defense der Adler hielt zwar erstmalig den nächsten gegnerischen Drive punktelos, musste aber binnen kurzem wieder auf den Platz. Die Gastgeber bauten ihren Vorsprung schnell auf 13 Punkte aus, ein knappes Viertel verblieb den Gästen für eine Wende. Und die gelang eindrucksvoll.
Es dauert gut drei Minuten und der Vorsprung war auf sechs Punkte zusammengeschmolzen. Nun musste erneut die Defense ran, die hatte sich mittlerweile gut auf den gegnerischen Passangriff eingestellt und hielt. Quarterback Alex Good mit seinem zweiten Touchdownlauf sorgte für den zwischenzeitlichen 30:30 Ausgleich und Benjamin Scharweit trat zum PAT an …
Ein besonderes Augenmerk liegt bei den schwarz/gelben seit vielen Jahren auf den Special Teams. Der Erfolg gab allen Akteuren wieder einmal recht. Wie wichtig der von Mario Schmitt geblockte PAT beim Stand von 13:10 aus Sicht der Gastgeber sein würde, konnte Mitte des zweiten Viertels keiner erahnen, bestätigt aber, warum immer mit Akribie an Ausführung bzw. Verhinderung von Kicks gearbeitet wird. Auch wenn der 40-Yard-Fieldgoalversuch von Benjamin Scharweit zu Beginn des dritten Viertels zu kurz geriet, seine PAT verwandelte die # 14 der Adler alle. Er ist und bleibt ein Garant für siegbringende Punkte, so auch in diesem Spiel. Die dazu gehörende Nervenstärke hatte er dem Kicker der Panther am gestrigen Tag voraus. Dieser konnte bei verbleibenden 16 Sekunden auf der Uhr einen 22-Yard-Fieldgoalversuch nicht verwandeln. Der Druck der Adler-D war dann doch zu groß.
Head Coach Wanja Müller war nach dem 150-minütigen Krimi nicht nur glücklich. Er sah sich auch bestätigt in der Richtigkeit des Weges, den die Adler in diesem Jahr eingeschlagen haben: „Ich habe von Anfang an daran geglaubt, dass wir hier eine Chance haben werden. Ganz gleich, wer von unserem Team auf dem Feld steht – ob älter oder jünger, mit viel Erfahrung oder weniger, Starter oder nicht - alle haben richtig Gas gegeben, nie den Glauben an das Machbare verloren und aufgehört zu kämpfen. Es macht unglaublich Spaß, dieses Team zu coachen.“
