Adler zu Gast im Roten Rathaus

Alba Berlin. Herta BSC. Eisbären Berlin. Füchse Berlin. Wasserfreunde Spandau. Die Liste der Berliner Traditionsclubs lässt sich mit Sicherheit beliebig fortsetzen. Auch die Berlin Adler gehören fest zur Berliner Sportwelt, dennoch passen die Footballer aus Reinickendorf nicht in diese Liste. Denn eines werden diese Vereine mit den Adlern in diesem Jahr nicht gemeinsam haben: Einen Sieg in einem Europapokal-Wettbewerb.

Adler Trainer im Rathaus (Fotocopyright: Michael Hundt / Football-Aktuell.de)

Denn das ist dem ältesten Berlin Footballverein am vergangenen Sonntag durch den 34:31-Erfolg über die Vienna Vikings gelungen. Der Berliner Senat honorierte diesen durchaus historischen Sieg mit einem würdigen Empfang im Säulensaal des Roten Rathauses.

 

Empfänge im Säulensaal des Roten Rathauses in Berlin-Mitte sind nur den Mannschaften vorbehalten, die es auf internationaler Ebene zu einem Titel gebracht haben. Nach sechs deutschen Meisterschaften durften sich die Berlin Adler nun auch endlich darüber freuen, in den heiligen Hallen des Berliner Rathauses empfangen zu werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gab sich zwar nicht die Ehre, hatte aber mit Dr. Herbert Dierker einen durchaus adäquaten Vertreter. Der Leiter der Sportabteilung der Senatsverwaltung fand auch die entsprechenden Worte, um die Spieler, Trainer und Betreuer der Adler für ihren ersten großen europäischen Erfolg zu beglückwünschen.

 

„Wir als Land Berlin haben eine klare Philosophie: Nicht Fußball alleine ist das Wichtigste, sondern die Vielfalt in der Stadt ist das entscheidende. Jede Sportart hat ihren ureigensten Stellenwert. Für uns ist das eine herausragende Erfolgsgeschichte“, lobte Dr. Herbert Dierker die Berlin Adler in seiner Begrüßungsrede. Damit zielte er nicht nur auf die sechs Deutschen Meisterschaften, den Sieg im EFAF-Cup vor zwei Jahren und den diesjährigen Erfolg im Eurobowl ab, sondern lobte auch die hervorragende Jugendarbeit der Reinickendorfer. „Das alles gilt es jetzt hier zu würdigen.“

 

Bei der im Frühjahr veranstalteten Kampagne, Berlin als Sportstadt hervorzuheben und mit den sportlichen Erfolgen zu glänzen, fanden die Adler allerdings noch keine Beachtung. Auf den Motivplakaten, welche die Sportlandschaft in der Bundeshauptstadt darstellten fand American Football noch keine Beachtung. Eine Tatsache, die sich nach den Vorstellungen von Dierker aber verändern könnte. „Das sind die Dinge, die starten und eine langfristige Vorstellung, die aufgebaut werden. Aber man kann sich auch vorstellen, dass die Motive geändert werden und dann auch American Football dabei ist.“