Aber die Gastgeber hatten jeweils die passende Antwort parat und konnten in beiden Fällen binnen weniger Minuten verkürzen. Die letzte Hoffnung der Phantoms zerstob neun Sekunden vor Spielende, als der Onside Kick nach Patrick Ihls fulminantem 50 Yard Field Goal zum 44:34 von den Comets erobert werden konnte. Die finale Chance, mit einem tiefen Pass zum Touchdown in letzter Sekunde doch noch das Wunder zu schaffen, war dahin. Wiesbadener Tränen im Aufstiegs-Feuerwerk der Gastgeber, die nach 20 Jahren die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse schafften. Diese müssen die Phantoms nach dreijähriger Zugehörigkeit vorerst wieder verlassen und im 30. Jubiläumsjahr des Vereins 2014 den Anlauf zum Wiederaufstieg starten.
Orlando Webb auf Seiten der Gastgeber und Willie Milhouse im Trikot der Phantoms hießen die Hauptdarsteller in diesem aufregenden Spiel. Während Webb vier Touchdowns für die Comets erzielen konnte, jeweils auf Zuspiel seines Landsmanns Shane Jackson, besuchte Milhouse gleich fünf Mal die Endzone der Comets. Ein persönlicher Rekord für den sympathischen Allrounder und auch eine Bestleistung in der Historie der Phantoms. Dominik Voigtländer ergänzte mit seinem Lauf über 33 Yards die Touchdown-Ausbeute der Phantoms, während Stefan Hafels für seine Kemptener den letzten und schließlich spielentscheidenden Touchdown erzielen konnte. Nach dem Ballverlust seines Bruders nämlich, als diesem das Spielgerät aus den Händen geschlagen wurde, in die Wiesbadener Endzone trudelte und kurz vor Erreichen der Auslinie von Stefan Hafels gesichert werden konnte. Sechs Punkte für die Comets statt Ballbesitz Wiesbaden. Die entscheidenden sechs Punkte. Zustande gekommen auf eine für die Phantoms in diesem Jahr symptomatische Art und Weise. „Da hätten wir mal das Glück des Tüchtigen gebraucht“, äußerte sich ein geknickter Sven Gloss dann auch nach dem Spiel zu dieser Szene.
Denn tüchtig waren seine Mannen in den 48 Spielminuten zuvor ohne Zweifel. Bis in die letzten Sekunden nach Patrick Ihls Field Goal wurde geackert und gekämpft. Auch als die Comets den zweimaligen 14-Punkte-Vorsprung wieder verkürzen konnten, wurde der Kopf nicht in den Sand gesteckt. Etwas, was man in den Spielen der regulären Saison und auch im Hinspiel viel zu wenig feststellen konnte.
„Den Kampf um den Klassenerhalt haben wir nicht heute verloren“, stellte Gloss dann auch folgerichtig fest. „Wenn wir vor zwei Wochen eine ähnliche offensive Vorstellung gezeigt hätten, wären wir auch im kommenden Jahr noch in der GFL vertreten. Den zwei kostspieligen Ballverlusten, die wir uns auch heute leider leisteten, zum Trotz!“ Zweimal nämlich landete das Ei in den falschen Händen. Zu Beginn des Spiels kurz vor der Allgäuer Endzone und später tief in der eigenen Hälfte. Folgenschwer, weil man nicht nur die Chance auf weitere Punkte vergab, sondern die Comets diese Geschenke auch anzunehmen wussten und direkt mit unmittelbar folgenden Touchdowns bestraften.
„Es war ein gutes Spiel zum Abschluss einer keineswegs guten Saison. Es ist schade, dass es uns nicht gelungen ist, im Verlauf des Jahres ein konstantes Level wie heute zu erreichen. Dann wäre uns der Abstieg sicherlich erspart geblieben. So aber muss ich den Allgäu Comets zu ihrem zwar hart erkämpften, aber dennoch verdienten Aufstieg in die GFL gratulieren. Für uns beginnen nun die Planungen für die baldige Rückkehr ins Oberhaus. Es gibt sicherlich viel zu tun!“ Schlussworte von Sven Glöss, der sich direkt nach dem Urlaub mit seiner Familie mit dem Vereinsvorstand zusammen setzen wird, um die vergangenen Monate aufzuarbeiten.
Eine Menge Arbeit liegt vor dem gesamten Verein. Ausgerechnet kurz vor dem 30. Geburtstag müssen Weichen gestellt werden, Gespräche geführt werden, um dem enttäuschenden Jahr 2013 ein erfolgreicheres Jubiläumsjahr 2014 folgen zu lassen.
