Die GFL-Süd präsentiert sich in diesem Jahr mit vielen Überraschungen. Obwohl nach dem vierten Spieltag erst 13 der 56 Punktspiele ausgetragen worden sind, gibt es schon kein Team mehr, das noch verlustpunktfrei ist. Hingegen gibt es ausgerechnet mit den Munich Cowboys, denen man in diesem Jahr deutlich mehr zutrauen muss, nur noch ein Team, das noch keinen Sieg verbuchen konnte.
Begonnen mit den Überraschungen haben die Unicorns, denn mit dem 10:6-Auftaktsieg der Stuttgart Scorpions gegen die deutschen Meister hatte kaum jemand gerechnet. Es folgte ein 35:31-Erfolg der Rhein-Neckar Bandits im Aufsteiger-Duell gegen die Franken Knights. In diesem Fall deshalb überraschend, weil die Bandits eine Woche vorher in Hall ein deutliches 6:54 einstecken mussten und sich die Ritter aus Rothenburg o.d.T. ansonsten mit einer weißen Weste im Football-Oberhaus eingeführt haben. Dies änderte sich noch nicht einmal am vergangenen Samstag, als die Knights beim Süd-Vizemeister Marburg mit 48:45 gewinnen konnten – dicke Überraschung Nr. 3!
Die Wiesbaden Phantoms haben in dieser Saison bislang nur zwei Spiele bestritten. Am vergangenen Samstag konnten sie in München mit einem 26:13-Erfolg überzeugen und gegen Saarbrücken mussten sie sich vorher zuhause hauchdünn mit 44:45 geschlagen geben. Die TSGler hatten hingegen am letzten Samstag beim 57:28 nur Anfangs Mühe mit den Saarländern, woraus man einen klaren Vorteil der Haller für die kommende Aufgabe ableiten könnte.
Doch in dieser Saison der Überraschungen ist ein solcher Vergleich mehr als trügerisch. Kommt hinzu, dass sich die TSG-Footballer noch an ihren Auftritt in Wiesbaden aus dem letzten Jahr erinnern: Die Hessen hatten die Haller in deren Perfect Season als einziger Südgegner an den Rand einer Niederlage gebracht, auch wenn die Unicorns damals die Nase am Ende mit 57:43 vorne hatten.
Zuletzt hatten die Schützlinge von Halls Head Coach Siegfried Gehrke mit einigen Ausfällen im Defense-Backfield zu kämpfen. „Man muss sehen, wer bis zum kommenden Samstag eventuell wieder fit wird“, sagt Gehrke dazu. „Ich befürchte aber, dass sich die Situation nicht wesentlich verbessern wird.“ Sicher ein Handicap für die Haller, zumal der Wiesbadener Passangriff nicht zu unterschätzen ist und die Hessen mit Kevin Brüngel über einen sehr mobilen Quarterback verfügen.
Die Haller Offense sollte allerdings voll besetzt ins Spiel gehen können. Da seit letzter Woche mit Johannes Brenner und Fritz Waldvogel zwei weitere, gefährliche Passempfänger zur Verfügung stehen, haben die Unicorns nun noch mehr Variationsmöglichkeiten als in den ersten Spielen in diesem Jahr. Ein Faktor, den man auch beim samstäglichen Gastspiel in Wiesbaden ausspielen will.
