Aber trotz fehlender Punkte in der Tabelle, Ausfällen von Stammspieler und dem vierten verlorenen Spiel schöpfen die Essener Motivation aus Fortschritten für das nächste Heimspiel am kommenden Wochenende. „Auch wenn es das Ergebnis nicht unbedingt belegt, so gibt es Fortschritte, außerdem kämpfen die Jungs. Wir sind von den anderen Mannschaften nicht so weit weg. Die bisher magere Punkteausbeute zeigt, woran es hapert und alle im Team arbeiten daran“, so Cardinals Präsident Wilfried Ziegler.
Fast 700 Kilometer mussten die Cardinals am Wochenende zurücklegen. Einmal Braunschweig und zurück, denn in Niedersachsen warteten die New Yorker Lions zusammen mit 2645 Zuschauern auf die Jungs aus Essen. Und die waren mit einer kleineren Mannschaft als erwartet gekommen. Seit dem physisch harten Spiel gegen die Dresden Monarchs waren immer noch einige Spieler angeschlagen - ein kleiner Infekt, der durch die Reihen der Defense und Offense ging, tat kurz vor der Abreise sein übriges. Deshalb musste die Mannschaft spontan umgestellt werden und so halfen sich die Cardinals im Angriff und der Verteidigung gegenseitig aus.
Nach dem Kick-Off begann für die Cardinals ein Kampf gegen die eigene Unsicherheit, denn die bisherigen Partien steckten natürlich in den Hinterköpfen der Men in Blue. Die Lions agierten vor heimischer Kulisse selbstbewusst und trotzdem dauerte es 10 Minuten, bis sie nach einem Pass von Dennis Zimmermann zum ersten Mal jubeln konnten. Kurz vor dem ersten Seitenwechsel war wieder das Pass-Spiel der Lions erfolgreich. Mit den zwei geglückten PAT hieß es 14:0 für die Lions. Im zweiten Quarter schien es so, als seien die Cardinals endlich richtig im Spiel angekommen. Die Essener Offense machte einen eingespielteren Eindruck. Zwar schafften sie es selbst nicht in die Endzone der Braunschweiger, doch stand die Defense besser und ließ die Lions nicht in die eigene Endzone. Lediglich ein Fieldgoal wenige Sekunden vor Ende des zweiten Quarters erzielten die Niedersachsen. Bei einem Stand von 17:0 ging es für die Mannschaften in die Halbzeit.
Nach der Pause konnten die Cardinals aber nicht an die Fortschritte aus dem zweiten Quarter anknüpfen. Durch kleinere Fehler wurde den Lions Raum gelassen und die rächten sich durch den Ausbau der Führung. Wie im ersten Quarter waren es erfolgreiche Pässe von Zimmermann in die Essener Endzone, die den Vorsprung auf 31 Punkte anwachsen ließ.
Schadensbegrenzung hieß dann das Ziel der letzten zwölf Minuten und es sollte auch fast gelingen Die Defense setzte alles daran, die Endzone sauber zu halten und die Offense setzte alles auf eine Karte, um doch noch Punkte auf das Scoreboard zu bringen. Die Defense der Löwen wusste dies zu verhindern und krönte ihrerseits ihre Leistung mit einem Interception-Touchdown zwei Minuten vor Ende der Partie zum Endstand von 38:0.
Mit der vierten Niederlage in Folge im Gepäck mussten die Cardinals dann in den Bus steigen und die Heimreise antreten.
Trotzdem ist noch nicht aller Tage Abend. Mannschaft, Trainergespann und Offizielle sahen trotz Niederlage kleine Fortschritte. „Die Jungs haben auf dem Feld gekämpft und alles gegeben, das hat man ganz deutlich gesehen“, zog Cardinals-Präsident ein gedämpft positives Fazit. „Wir mussten leider mit einer schwach besetzten Truppe anreisen, aber die hat alles gegeben. Insgesamt gesehen werden wir besser, als in den bisherigen Spielen, sind eingespielter. Nur werden immer noch zu viele Fehler gemacht, die der Gegner dann für sich nutzt. Dass die Saison nicht einfach wird, war von Anfang an klar. Nur muss jetzt einfach noch mehr Gas gegeben werden.“
Am kommenden Sonntag erwarten die Cardinals in ihrem Sportpark die Adler aus Berlin. Bis dahin müssen kleine Blessuren auskuriert werden, damit dann wieder mehr als 40 Mann im Kader sind. Die Berliner kommen mit vier Punkten und Platz 5 in der Tabelle nach Essen.
