Beide Teams waren offensiv von Beginn an auf Betriebstemperatur und schlossen jeweils ihren ersten Drive mit einem Touchdown ab. Adler Quarterback Darius Outlaw, der Game MVP, bediente im ersten Viertel 5 verschiedene Passempfänger auf dem Weg in die Endzone. Das komplette Adler Receiving Corps kam fangsicher aus den Startlöchern. Glenn MacKay, Conrad Meadows, Florian Pawlik und Daniel Vöhringer holten First Down um First Down, bevor Nationalmannschafts-Wideout Danilo Naranjo-Gonzalez den Eröffnungs-Drive mit einem 8 Yard Touchdown abschloss. Der GFL-Tabellenführer aus Braunschweig war vorgewarnt und ließ sich nicht lange bitten. Quarterback James Peterson dirigierte sein Team 75 Yards über das Feld. Running Back David McCants war kurz vor der Red Zone mit zahlreichen Spin Moves kaum zu halten, der Raumgewinn wurde aber durch eine Flagge negiert: Illegaler Block in den Rücken von der #9 Anthony Dablé. Der Franzose machte seinen Fehler umgehend wett, indem er im nächsten Play einen 27 Yard Pass von Petersen über die Mitte fing und in die Endzone trug. Gegen Ende des ersten Viertels waren auch die beiden Defenses im Spiel angekommen. Der Angriff der Adler wurde nach nur 3 Versuchen vom Feld geschickt. Lions DL Ufuk Varol sackte Darius Outlaw zum ersten Mal - insgesamt 3 Sacks kassierte der Game MVP an dem Finaltag. Im direkten Gegenzug ließ trotz guter Ausgangsposition auf Höhe der Mittellinie die Verteidigung der Adler nach 4 Plays nur 2 Yards Raumgewinn zu und das Angriffsrecht wechselte.
Im zweiten Viertel dominierten die Berliner die Spieluhr. Insgesamt 8min16sec waren sie im Ballbesitz und erlaubten dem Gegner kaum, auf dem Feld zu agieren. Die nächsten Punkte brachte Adler Kicker Phillip Andersen auf die Anzeigetafel mit einem 28 Yard Fieldgoal, nach dem die Offense 83 Yards über das Feld marschierte und erst 10 Meter vor der Endzone gestoppt werden konnte. Fasst der komplette Drive wurde vom Passspiel am Leben gehalten. Waren die Adler erst einmal in die Red Zone des Gegners vorgedrungen, scorten sie zu 80% (4 von 5). Die Schrecksekunde des Spiels ereignete sich im nächsten Angriff, als es Braunschweig bis 20 Yards vor die Berliner Endzone schaffte. Beim 3. Versuch und 8 Yards zu gehen, riskierte QB Peterson einen Pass, der fast von Berlins Allrounder Talib Wise abgefangen wurde. Bei dieser Aktion kollidierte Wise jedoch unglücklich mit einem Mitspieler und lag zunächst sekundenlang regungslos am Boden. Anschließend verwandelte Tobias Goebel ein 18 Yard Fieldgoal zum Ausgleich. Bis zur Halbzeit war die Partie völlig offen beim Stand von 10:10.
In der zweiten Hälfte wendete sich das Momentum zu Gunsten der Adler dank zahlreicher, guter Defense-Aktionen. Erst eroberte Talib Wise einen Fumble nach verunglücktem Snap von Peterson, im darauf folgenden Drive erzielte er selbst mit einen 2 Yard Lauf-Touchdown die 7-Punkte-Führung. Vorangegangen war ein Big Play von Conrad Meadows, der einen 40 Yard Pass fing und sein Team bis kurz vor die Goalline führte. Mit 5 gefangenen Pässen für 58 Yards war Meadows der Leading Receiver auf Seiten der Adler. Braunschweigs Anthony Dablé kam bei 3 Pässen auf 62 Yards. Der nächste Drive der Lions wurde von Adler DB Sebastian Karl mit einer Interception in der eigenen Endzone gestoppt. Wenig später gelang DL Mamadou Sy ein Quarterback-Sack. Braunschweig konnte in der Offense trotz mehr Raumgewinn (291 Yards vs 224 Yards Berlin), nicht wie gewohnt Punkte generieren, weil ständig ein Adler Spieler in den entscheidenden Momenten zur Stelle war. Mit 7 Strafen (Berlin 5) stellte sich der deutsche Meister zu oft selbst ein Bein.
Im letzten Spielabschnitt erhöhten die Adler ihren Vorsprung auf zwei Scores durch ein 43 Yard Field Goal vom dänischen Nationalkicker Phillip Andersen. Lions Wide Receiver Anthony Dablé brachte vier Minuten vor Spielende die Braunschweiger noch einmal auf drei Punkte heran. Das Momentum schien zu kippen, nachdem Lions DB Christian Petersen direkt im nächsten Spielzug einen weiten Pass von Darius Outlaw abfing. Doch in der Crunchtime überzeugte die starke Adler Defense, ließ keinen weiteren First Down zu und holte den ersten Titel der Saison nach Hause.
Stimmen zum Spiel:
Troy Tomlin, Lions Head Coach: “James Peterson hat heute sehr hart gekämpft und ein sehr gutes Spiel gespielt. James hat richtig gute Pässe gemacht. Die Receiver müssen einfach ein bisschen mehr machen.
Wir haben einfach nicht genug Plays gemacht, wenn wir die Möglichkeiten hatten. Die Adler haben gut gekämpft. Hut ab vor den Adlern, die haben das verdient gewonnen.“
Kim Kuci, Adler Head Coach: “Das war ein richtig hartes Stück Arbeit, insbesondere heute in dem Stadion bei 31 Grad angesagt – auf dem Feld waren es gefühlte 100. Es war hart, aber die Jungs haben nicht aufgehört und aufgesteckt. Es gab so 2-3 Turning Points im Spiel, wo es auch hätte kippen können. Ich glaube, dass wir auch wirklich in diesen Momenten noch mal ein bisschen mehr Gas gegeben haben. Insbesondere die Defense hat mit dem Turnover und der Fumble Recovery den Unterschied gemacht. Jeder Trainer ist immer nur so gut wie das Team was ihn umgibt. Die Hauptaufgabe eines Coaches ist es, das Team zusammenzubringen und das ist mir gelungen, insbesondere hier in Berlin, wo ich seit über 25 Jahren Football spiele, coache und lebe. Dieser Sieg heute geht zurück bis in den November 2013. Wir haben da sehr, sehr gute Recruiting-Arbeit geleistet und einen exzellenten Coaching Staff zusammengebracht. Unsere Spieler sind eigentlich alles Berliner Kinder, natürlich haben auch wir Imports, aber der Großteil der Mannschaft ist ein Ur-Berliner-Herz.“
QB Darius Outlaw, Game MVP: “It is the most happy day of my life. Ich bin sprachlos und über-happy. Ich konnte gar nicht glauben, dass ich zum MVP wurde. Normalerweise bei so einem Spiel wie heute, dann ist es ein Team Effort. Okay ich hab die Trophy gewonnen und ich nehm die, aber ich geb die Trophy auch an meine Teammates, denn ich kann das alles nicht ohne sie machen… Die Hitze war schon schwer, aber ich bin ein Sonnenkind und das Wetter liegt mir. In unseren schwarzen Trikots war es für uns heute natürlich noch ein bisschen heißer. Aber unser Coaches und die Leute um uns herum machten einen wunderbaren Job. Sie sorgten dafür, dass wir nicht dehydrieren, hielten Müsliriegel und Früchte bereit, reichten uns ständig Wasser. Spieler, die heute nicht spielen konnten waren an der Sideline und halfen den anderen Jungs, die spielten. Eis, Wasser, Handtücher, was auch immer wir brauchten war da. Ich denke, heute war unsere Teamleistung entscheidend, wir hielten zusammen und meisterten die Hitze gemeinsam!“

