Am gestrigen Tage waren die Dresden Monarchs zu Gast im Mommsenstadion, dem wohl einzigen wasserscheuen Stadion Deutschlands, wie selbst die Rebellen schmunzelnd bemerken.
Vor 830 Zuschauern entwickelte sich eine defense-dominierte Partie, die letztenendes aus drei Gründen zugunsten des Aufsteigers entschieden wurde.
Der erste Grund war, dass die starke Defense der Monarchs nunmal nicht alle Faktoren eines gegnerischen Angriffs eliminieren kann und so zeigte QB Darius Outlaw, dass er seiner Offense durch seine Schnelligkeit und Wendigkeit immer noch ein zusätzliches Momentum gibt, gerade wenn Paß und Lauf kaum zur Entfaltung kommen. Dieser Umstand stellte die ansonsten sehr gut ein gestellte Monarchs Defense wiederholt vor Probleme.
Der zweite Grund ist der unter der Woche gelandete Paßempfänger und Returner Brian Allbrooks, der ob seiner Qualitäten für Staunen auf den Rängen sorgte. Nicht von ungefähr sorgte Allbrooks für den entscheidenden Touchdown, als er im zweiten Quarter diagonal durch die Dresdener Verteidigung tanzte und die Endzone erreichte.
Der dritte Grund war gestern die schlussendlich zu harmlose Offense der "Königlichen". Ihr fehlte es gestern gerade in der entscheidenden Situationen an Durchschlagskraft.
Im ersten Quarter tasteten sich beide Teams ab, wobei die Rebellen den Vorteil hatten, Dresden konsequent in der eigenen Hälfte zu halten. Im zweiten Quarter entwickelte sich ein interessanteres Bundesligaspiel, in welchem Allbrooks (#7) mehrfach seine bemerkenswerte Aigilität unter Beweis stellte. Bleibt er von Verletzungen in dieser Saison verschont, dürfte er für alle Teams in dieser Liga ein stets zu fürchtender Angriffsfaktor sein. Einen kurzen Paß fing Allbrooks sicher und switchte auf die andere Seite, nachdem ihn die Dresdener Verteidigung schon auf der Passseite gestellt zu haben schien. Aufgrund seiner Geschwindigkeit war er dort nicht mehr zu tacklen und erzielte die spielentscheidenden Punkte (PAT Kicker Hoffmann #17 good).
Dass ein Touchdown für die SCC-Footballer zum zweiten Sieg im zweiten Spiel reichen würde, haben sie aber ihrer Defense zu verdanken. Angeführt vom MLB Rory Johnson lieferten die schnellen Verteidiger eine Glanzleistung ab. Sie eroberten nicht nur zweimal den Ball, blockten durch Oliver Ruf ein Fieldgoalversuch, sondern stemmten sich in der spielentscheidenden Phase erfolgreich gegen die Versuche der Dresdener, als diese im letzten Quarter mit drei Versuchen innerhalb der Rebels-Redzone an möglichen Punkten und dem noch möglichen letzten Firstdown vor der Rebellen TD-Zone scheiterten. "AJ" Rehmer, Orkan Atakan und Bob van der Maij stoppten wiederholt die Lauf- und Passversuche der Gäste, die somit eine nicht kalkulierte Niederlage hinnehmen mussten.
Auf seiten des Berliner Aufsteigers bleibt man "aber auf dem Teppich":
"4 Punkte gegen den Abstieg" nennt Präsident Andreas Riedel die zwei Saisonsiege.
"Wir spielen mit der Unbekümmertheit eines Aufsteigers und genießen diese Zeit in vollen Zügen. Es kommt der Tag, wo uns der Liga-Alltag einholt und dann werden diese Punkte sehr, sehr wichtig." ordnet der Chef der "Men in Black" die Situation nüchtern ein.
