Hatte man in der Woche zuvor noch in einem packenden Derby knapp gegen den ewigen Nordrivalen Hamburg Blue Devils die Oberhand behalten, hatte man dieses Mal, zwar knapp aber verdient, das Nachsehen gegen eine aufopferungsvoll kämpfende Dresdener Mannschaft. Warnungen vor dem Spiel gegen Dresden, diesen Gegner nicht zu unter-schätzen, gab es reichlich von den Coaches an das Team. Auch ein Blick in die Statistiken des Spieles gegen die Hamburg Blue Devils hätte jedem Spieler zeigen müssen, dass man dort schon nur knapp an einer Niederlage vorbei geschrammt war.
Zwar konnten die Canes bereits mit dem ersten Drive einen Touchdown erzielen, nur schien das an diesem Nachmittag das Team nicht zu beflügeln. Im Gegenteil, die Monarchs ließen sich von dem schnellen Rückstand nicht beeindrucken und spielten geduldig und mit viel Einsatz ihre Möglichkeiten aus. Diese Möglichkeiten bestanden vor allem immer wieder aus kraftvollen Läufen durch Tony Hollings. Im Hinspiel noch fast komplett abgemeldet, zerstörte er die Defense der Kieler an diesem Nachmittag nach Belieben und fast im Alleingang. Immer wieder nutzte er die Lücken, die sich vor ihm auftaten, für lange Läufe und war an diesem Nachmittag nicht zu bremsen. Aber auch das Passspiel der Monarchs durch deren Backup Quarterback Mendoca war sehr effektiv. Immer wieder fand er freie Mitspieler, die mit entsprechendem Raumgewinn glänzen konnten. Schon eine Halbzeitführung für die Monarchs wäre verdient gewesen, jedoch konnten die Canes durch eine glänzende Einzelleistung von Brandon Langston kurz vor der Halbzeit noch einen Touchdown erzielen und somit mit einer 14:10 Führung in die Halbzeitpause gehen, da auch die Two-Point-Conversion durch Crayton gelang. Als wäre dies nicht schon glücklich genug, wurde auch noch Lee Johnson, Safety der Monarchs, kurz vor der Pause vom Platz gestellt. Eine weitere Schwächung des Backfields der Monarchs.
Hatten die mitgereisten Canes-Fans jetzt gehofft, dass die Mannschaft den Ernst der Lage begriffen hat und entsprechend eine Leistungssteigerung der Mannschaft in der zweiten Halbzeit erwartet, so wurden sie schnell eines Besseren belehrt. Die Monarchs spielten engagiert weiter und nutzen jede Schwäche, von denen es an diesem Tag zu viele gab, zur erneuten Führung durch Tony Hollings. Die Canes schlugen zwar postwendend erneut durch Brandon Langston zurück, konnten sich aber nicht entscheidend absetzen. So blieb es bis ins letzte Quarter ein enges Spiel und die Monarchs gingen erneut durch einen langen Lauf von Tony Hollings in Führung. Die Canes versuchten zwar mit ihrer Offense alles um eine erneute Wende herbei zu führen, aber ein erneuter Führungswechsel blieb ihnen versagt. Mit einem letzten QB-Sack von Jag Bal an Adrian Rainbow lief dann die Uhr aus und die Monarchs konnten einen toll erkämpften Sieg feiern.
Zwei Fumbles, eine Interception, ein geblockter Punt, Holdingstrafen die erzielte Touch-downs negierten waren auf Seiten der Offense einfach zu viele Fehler, um ein Footballspiel zu gewinnen. Wenn dann auch noch eine Defense dazu kommt, die sich beharrlich weigert einen Runningback zu stoppen, steht am Ende eine verdiente Niederlage.
Diese Niederlage ist sicherlich nicht darauf zurück zu führen, dass nicht genügend Talent im Team ist. Gründe für so eine Niederlage liegen in der Einstellung der einzelnen Spieler und des gesamten Teams. Sportliche Erfolge muss man sich im Training hart erarbeiten.
Auf die Canes kommen jetzt die vermeintlich schwersten Spiele zu. Mit der Auswärtspartie nächste Woche gegen die Berlin Adler und der dann folgenden Partie gegen Braunschweig, steht die Mannschaft am Scheideweg. Entweder abbiegen auf die Erfolgsspur oder anknüpfen an eine desolate Leistung wie am Wochenende gegen Dresden. Eine Frage des Charakters.
