Traut man nur dem Punktestand von 0:26 könnte man meinen, dass die Cardinals dieser Saison nicht gewachsen sind. Doch der Schein trügt. Denn so hoffnungslos waren die Essener im Duell gegen den Rekordmeister aus Niedersachsen nicht unterlegen. Die Defense konnte von den New Yorker Lions nur drei Mal geknackt werden – doch scheiterte die Offense an sich selbst. Verletzungspech und Pech auf dem Rasen dominieren in diesem Jahr bei Essens Footballern. Bei den Jungs der Offense ist der Wurm drin. Am vergangenen Wochenende musste man wieder auf einige wichtige Spieler verzichten und in der ersten Halbzeit auch auf den jungen Spielmacher Tobias Lupp. Der hatte sich einen Infekt zugezogen und konnte eigentlich nicht auf den Rasen. Im dritten Quarter musste Tobias Lupp jedoch aufs Feld, da sich während der ersten Halbzeit die Personalsituation weiter verschärft hatte.
Die Defense arbeitete hart, um das Spiel offen zu gestalten. Trotz der engen Personaldecke, kämpfte die Abteilung Verteidigung der Essener vorbildlich und ließ in den ersten beiden Quartern „nur“ zwei Läufe der Lions zum Touchdown zu. Nach der Pause zeigte dann die Essener Offense, dass sie durchaus in der Lage ist, den Ball zu bewegen. Variantenreich wurde das Feld überbrückt und die Offense rückte bis auf wenige Meter vor die Braunschweiger Endzone. Beim vierten Versuch stand dann die Frage offen, ob man mit einem Fieldgoal die ersten drei Punkte holen sollte oder ob nicht doch ein Touchdown drin wäre. Der Spielzug wurde ausgespielt, doch drei Yards vor der Endzone wurde Malone zu Fall gebracht.
Braunschweigs Quarterback Dennis Zimmermann nutzte den Angriffswechsel knallhart aus, passte zu Hemaseh Heidary, der das Leder-Ei einmal über das komplette Spielfeld in die Essener Endzone brachte. Spielstand nach dem zweiten nicht verwandelten PAT der Lions 0:19. Es war wieder so eine Schlüsselszene, die den Cardinals die Chance auf die Spielwende genommen hat. Zwar kämpften die Essener weiter gegen die drohende Niederlage an und zeigten, dass sie kein einfacher Gegner sind. Die Defense stoppte die Braunschweiger nur ein paar Yards vor der eigenen Endzone und brachte die Offense wieder auf den Platz. Braunschweigs Kerim Homri fing jedoch nur wenige Spielzüge später einen Pass von Tobias Lupp ab und brachte den Ball postwendend in die Endzone der Cardinals. Mit einem verwandelten PAT erhöhten die Lions auf 0:26.
Die Statistik des 3. Quarters spricht Bände. Von den 12 Minuten effektiver Spielzeit, waren die Cardinals 11 Minuten und 36 Sekunden im Ballbesitz, die Lions nur 24 Sekunden. Allerdings reichten den Lions diese Sekunden um 13 Punkte auf das Scoreboard zu bringen.
Das letzte Quarter blieb ohne Punkte und der Endstand der Partie stand mit 0:26 fest (Quarterstände 0:7, 0:6, 0:13, 0:0). Der routinierte Widereceiver der Essener, Ole Kretschmann, zog die passende Bilanz: „Die Defense hat einen grandiosen Job gemacht. Sie haben den Lions sehr gut in Schach gehalten. Wir waren personell wieder einmal dünn vertreten, doch haben die Einstellung und der Wille, den Kampf aufzunehmen, gestimmt. Es ist nur extrem schwierig, die Mannschaft bei einem Rückstand wieder hoch zu ziehen und die positiven Ansätze in den Vordergrund zu stellen.“
Am kommenden Sonntag steht schon das nächste schwere Spiel gegen die Hurricanes aus Kiel an. Der Tabellenführer wird eine ganz harte Nuss und die Cardinals müssen einmal mehr versuchen, über sich hinaus zu wachsen.
