Cardinals verlieren Saisonauftakt

Bittere Enttäuschung für die Men in Blue am Sonntag. Statt Premierenstimmung machte sich nach knapp zweieinhalb Stunden Enttäuschung auf den Gesichtern der Cardinals breit. Vor 1400 Zuschauern gaben die Essener im letzten Quarter eineinhalb Minuten vor Schluss die Führung noch aus der Hand.

Um 17.22 Uhr zeigte die Tafel den Endstand 15:18 für die Gäste aus München.

Dabei hatten alle Voraussetzungen für die blauen Männer auf ihrem Platz „Am Hallo“ vor dem Kick-Off gestimmt. Sonnenschein, gut gefüllte Ränge und nervös-zuversichtliche Spieler. Im Westen war man bereit für den Interconference-Gegner aus dem Süden.
Unter der Leitung des neuen Headcoaches James Wilson eröffneten die Men in Blue die Saison 2011 und es war die erste Bewährungsprobe für die Cardinals-Offense unter Führung von Quarterback Tobias Lupp.

 

Bereits im ersten Quarter wurde deutlich, dass die Cardinals mit den Münchenern mehr Probleme bekommen würden, als ihnen lieb war. Nach fünf gespielten Minuten kann Münchens Runningback und Ex-Cardinal Dominique Kandolo seinen Freiraum nutzen und das braune Ei in die Essener Endzone tragen. Nach einem sicheren Kick durch die Torstangen erhöhten die Cowboys den Spielstand auf 0:7.
Die Offense der Cardinals fand überhaupt nicht ins Spiel und konnte im ersten Quarter auch nicht punkten.

 

So war es symptomatisch, dass die Defense der Cardinals für die ersten Punkte sorgte.
Jesko Dirting fängt einen Pass der Münchener Offense nur wenige Meter vor der eigenen Endzone ab und  trägt das Leder ganze 92 Yards zum Interception-Touchdown in die gegnerische Endzone. Der anschließende PAT wurde geblockt. Beim Spielstand von 6:7 für die Gäste konnte die Cardinals Offense nun etwas mehr Druck aufbauen. Wenige Minuten vor der Pause dann die vorläufige Wende. Quarterback Tobias Lupp lief selbst bis ein Yard vor die Endzone zum neuen ersten Versuch und Neuzugang Jimmy Lee „Mike“ Malone bringt die Cardinals mit einem kurzen Lauf in Führung (12:7). Die anschließende 2-Point-Conversion kann nicht verwandelt werden.

 

Nach der Halbzeit können die Essener den Vorsprung zunächst weiter ausbauen und es schien, als hätten die Cardinals ihren Gegner nun im Griff. Tobias Lupp läuft wieder selbst bis kurz vor die gegnerische Endzone und Andre Feuerherdt erhöht mit einem 31-Yard Field Goal auf 15:7. Die Defense der Cardinals hält und lässt zweieinhalb Minuten vor Ende des dritten Quarters lediglich ein Fieldgoal der Münchner zum 15:10 zu.

 

Im letzten Quarter hieß es: Führung sichern. Die Cardinals Defense trägt ihren Anteil hierzu bei - 6 Turnovers konnte sie im gesamten Spielverlauf verzeichnen - doch die Offense kann es an diesem Tag nicht nutzen. Die Nervosität stieg und durch einen misslungenen Punt aus der eigenen Endzone „schenken“ die Men in Blue ihrem Gegner zwei Punkte (Safety) zum 15:12. Nun wird das Team immer unsicherer. Den erhofften Sieg geben sie nur eineinhalb Minuten vor dem Ende der Partie aus der Hand. Zum wiederholten Mal müssen sich die Cardinals mittels Punt vom Angriffsrecht trennen. Noch geschockt vom vorherigen Missgeschick, misslingt auch dieser Punt. Er wird von den Münchenern geblockt, der Ball rollt in die Endzone und unter lauten Jubel aus der Münchener Teamzone von ihnen dort gesichert. Bei einer Restspielzeit von 1:25 Minuten auf der Uhr holen sich die Munich Cowboys somit die Führung nach langem Rückstand zurück. In den verbleibenden Sekunden konnten die Cardinals nichts mehr ausrichten und es bleibt beim Endstand von 15:18. 

 

Nach Spielende ist die Stimmung „Am Hallo“ sichtlich getrübt. Cardinals-Präsident Wilfried Ziegler versucht, die Lage in Worte zu fassen. „Die Defense hat ein sehr gutes Spiel gemacht, aber in der Offense lief gar nichts zusammen“, sagt er. „Die letzten acht Punkte waren Geschenke für die Cowboys. Wir haben uns selbst geschlagen.“

 

Den Zuschauern im Sportpark, unter denen auch einige „Panther“ aus Düsseldorf, dem nächsten Gegner der Cardinals waren, haben die Cardinals jedenfalls noch nicht gezeigt, was sie wirklich können. Bis zum kommenden Samstag, 23. April, haben die Men in Blue jetzt Zeit, Fehler auszumerzen und den Düsseldorfern ein anderes Bild von sich zu zeigen. Kick-Off am Samstag: 15 Uhr.

 

Quarterstände: 0:7 / 12:0 / 3:3 / 0:8