Das Projekt „Dresden Monarchs“ ist auf dem richtigen Weg

Shuan Fatah zeigt sich zufrieden mit den Entwicklungen der letzten Monate. Neben Sponsoren sind zunehmend auch Praktika und Jobangebote wichtig.

Hard Work beats Talent, when Talent fails to work hard. Es ist keine bloße Motivation, die da im Raum des Monarchs-Trainerstabes prangt, vielmehr eine Philosophie, ein Leitmotiv. Denn genau die angesprochene harte Arbeit war es, die die Dresden Monarchs zu Beginn dieser Saison drei Ligaspiele in Folge gewinnen ließ. Weder die Superstars der Braunschweig Lions, noch die

Titelanwärter der Berlin Adler mit all ihrem Talent vermochten dem da noch vollständigen und bestens vorbereiteten Kader der Sachsen etwas entgegen zu setzen. „Unsere Vorbereitung für diese Saison war großartig. Unser Team war auf den Punkt fit. Jeder wusste, wie er seinen Job zu erledigen hat. Die Mischung zwischen amerikanischen Importen und dem deutschen Stammkader passte“, berichtet Headcoach Shuan Fatah. Erst der unglückliche und zugleich tragische Ausfall des sächsischen Angriffsmotors, von Quarterback Dylan Meier, und dessen ersten Mann, Center Daniel Birnbaum, im vierten Spiel der Saison (gegen Kiel) brachte die Landeshauptstädter ab von ihrem bis dahin überraschend starkem Kurs. „So ist der Sport. Auch wenn du alles richtig machst, Verletzungen und andere Unglücke können dich jederzeit erwischen. Dass es uns dermaßen hart trifft, war einfach Pech“, meint Fatah.

 

 

Doch selbst dieser entscheidende Einschnitt brachte Fatah und das Projekt „Dresden Monarchs“ nicht ins Wanken. Der Berliner Trainer verfolgt ein klares Ziel. „Wir wollen in den Kreis der GFL-Big-Boys. Soll uns das gelingen, müssen wir weiter Kämpfen und Schwitzen.“ Fatah selbst bezeichnet seinen Weg als Reinigungsprozess. „Jeder im Team muss wissen worum es geht. Wir treten nicht an, um gefällig im Mittelfeld zu schwimmen. Wir wollen an die Spitze und müssen dafür härter arbeiten als all die großen Teams mit ihren finanziellen Möglichkeiten, mit all ihren Talenten. Jedem, der nicht bereit ist alles zu geben, steht es frei zu gehen. Von jedem der bleibt, erwarte ich demnach aber auch nicht weniger als 100 Prozent Einsatz“, so Fatah. Auf diese immer faire, wenn auch harte Weise schuf der gebürtige Berliner ein Team, das mit jenem der vergangenen Saison nur noch wenig teilt. Unerfahrene Athleten wie Radko Zoller und Elias Betka entwickelten sich unter Fatah zu von der Liga gefürchteten Leistungsträgern. Weder die Trainingsbeteiligung noch der Einsatz seines Kaders auf den Spielfeldern der GFL liefert Grund zur Kritik. Umso mehr ärgerten Fatah vereinzelte Angriffe von außen.

 

 

„Ich schätze die Meinung jedes Fans, jedes Footballinteressierten und auch jedes sportlichen Laien. Doch diese Meinung und auch die enthaltene Kritik sollten konstruktiv sein. Es gab Situationen, in denen Spieler persönlich für Niederlagen verantwortlich gemacht wurden. Ein solches Verhalten kann ich nicht gutheißen. Die Dresden Monarchs sind ein Team. Zu diesem Team gehören nicht nur die Spieler, Trainer und Betreuer, sondern auch unsere Fans und Anhänger. Jeder einzelne ist in diesem Team gefordert, um gemeinsam unsere Ziele erreichen zu können. Sobald Uneinigkeit aufkommt, beeinträchtigt das den Erfolg des ganzen Projektes“, mahnt der 40-Jährige. Doch auch die Mithilfe der Stadt, von Unternehmen und Bildungseinrichtungen ist zunehmend gefragt. „Wir können uns Spieler nicht wie andere große Vereine kaufen, dafür fehlen uns die finanziellen Möglichkeiten. Umso wichtiger ist es, Spielern Perspektiven zu bieten, sie nicht nur mit der Schönheit der Stadt locken zu können, sondern mit Praktikumsplätzen, Ausbildungsstellen und Jobangeboten. Nur so gelingt es, junge Talente dauerhaft an Dresden zu binden und auf lange Sicht erfolgreich zu sein.“

 

 

Bislang fehlt diese Art von Unterstützung. Umso mehr freut den Wahldresdner, dass etliche seiner Athleten, lange Wege in Kauf nehmen, um das Projekt „Dresden Monarchs“ zu unterstützen. Auch alte Hasen wie Mathias Niemsch und Daniel Keil, die in den vergangenen Tagen und Wochen in den Kader der Königlichen zurückkehrten, helfen dem hart arbeitenden Team beim Erreichen seiner ehrgeizigen Ziele. So wird nach der Genesung von Dylan Meier und Daniel Birnbaum, nach der Rückkehr von Mathias Niemsch und Daniel Keil am kommenden Sonnabend ein weiterer Schritt in die hoffentlich erfolgreiche Zukunft der Dresden Monarchs getan. Kiel mag auch in folgenden, zweiten Partie (Ort: Heinz-Steyer-Stadion, Kickoff: 15 Uhr) gegen starke Sachsen als klarer Favorit ins Rennen gehen. Damit sich dies schon in Kürze ändert, arbeiten Shuan Fatah, seine Monarchs und auch die Fans der Königlichen an ihrem ganz eigenen Weg zum Erfolg.