In diesem Jahr sind die Mannen aus Wiesbaden nun keine Unbekannten mehr, der Meister wird sich davor hüten, die Gastgeber ein zweites Mal zu unterschätzen. Zumal die Phantoms in den bisherigen beiden Auftritten gegen die Saarland Hurricanes (44:45) und vergangene Woche in München (26:13) gezeigt haben, dass sie den Ball effektiv und erfolgreich übers Feld bewegen können. Ein wichtiges Mittel gegen eine so offensivstarke Mannschaft wie die Unicorns.
„Wir können die Arbeit nicht allein der Defense überlassen. Gegen München haben wir lange Angriffsserien gespielt. Das wird auch unser Ziel gegen Siggi Gehrkes Mannschaft sein. Nur dann haben wir eine Chance“, beruft sich Phantoms Headcoach Sven Gloss auf die älteste aller Football-Weisheiten, wonach der Gegner keine Punkte erzielt, wenn die eigene Offense den Ball kontrolliert. Dass man das Spielgerät dabei aber auch festhalten muss – in München gabs vier Ballverluste – ist einer der Punkte, an dem in den verbleibenden Trainingsstunden vor dem Showdown gearbeitet werden muss.
Die Gäste, die sich im Oktober vergangenen Jahres mit einem 48:44 Finalsieg über die Kiel Baltic Hurricanes erstmals den Titel sichern konnten und damit ihre 18 Spiele andauernde Siegesserie komplettierten, begann das Jahr 2012 holprig. Zunächst die überraschende 6:10 Auftaktniederlage in Stuttgart, dann das frühzeitige Ausscheiden aus dem Europapokal in Wien. Mittlerweile hat das Gehrke-Team aber scheinbar wieder den Rhythmus gefunden. Denn einem 54:6 Sieg gegen Aufsteiger Mannheim folgte am vergangenen Wochenende ein nicht minder beeidnruckender 57:28 Erfolg über Phantoms-Bezwinger Saarland Hurricanes. Herausragender Mann für die Haller in diesem Spiel: Neuzugang Fritz Waldvogel. Der US-Amerikaner(!) traf erst kurz vor dem Spiel gegen die Hurricanes in Deutschland ein, erzielte in seinem Debut für den Meister dann mal gleich fünf Touchdowns. Das vielleicht fehlende Puzzle-Teil der Unicorns auf dem Weg zurück ins Finale nach Magdeburg.
Zusammen mit Spielmacher Jake Spitzlberger sollen Waldvogel und vor allem der deutsche Passempfänger Felix Brenner nun auch am Samstag den Phantoms Kopfschmerzen bereiten. „Diese Kopfschmerzen können wir eingrenzen und bekämpfen, wenn wir unserem Stil der beiden ersten Spiele treu bleiben und die Fehler abstellen, die wir dabei noch gemacht haben. Wenn wir Ball und Zeit kontrollieren, dann haben wir eine Chance gegen die Unicorns. Dass die Jungs nicht gesenkten Hauptes in Ehrfurcht das Feld betreten werden, sondern mit Respekt und Selbstbewusstsein dem Meister begegnen werden, versteht sich von selbst. Frechheit siegte im letzten Jahr schließlich auch schon fast“, so Sven Gloss, der an die mentale Stärke seiner Mannschaft glaubt.
Bereits um 14:00 Uhr (Eintritt für beide Spiele: 10 Euro) öffnen sich die Tore zum langen Footballsamstag im Helmut-Schön-Sportpark. Eine Stunde später streben die Jugend-Bundesligisten von Primo Lursini einen Sieg gegen die Gießen Golden Dragons an, bevor es dann um 18:00 Uhr zum Kräftemessen der Phantoms gegen den amtierenden deutschen Meister kommen wird. Rechtzeitig vor dem EM-Spiel der Deutschen gegen Portugal, „das sicher kein Fan oder Spieler im Stadion verpassen will und auch nicht verpassen wird“, verspricht Pressesprecher Thomas Weinsheimer.
