Der Deutsche Meister kommt

Zu einem Novum im bisherigen Saisonverlauf kommt es für die Wiesbaden Phantoms am Samstag beim Gastspiel der Schwäbisch Hall Unicorns, dem Titelträger der Jahre 2012 und 2011. Erstmals in diesem Jahr wird Sven Gloss zwei Spiele in Folge mit dem selben Personal bestreiten können. Keine weiteren Verletzungsausfälle, keine kurzfristigen Umbauten auf den wichtigen Positionen in Offense und Defense.

Mit der Mannschaft, die in der Vorwoche die ungeschlagenen Marburg Mercenaries zeitweise in Verlegenheit brachte, soll nun im heimischen Helmut-Schön-Sportpark dem Titelverteidiger getrotzt werden. „Was ja nicht heißt, dass wir in Bestbesetzung oder mit der Mannschaft antreten können, die wir vor der Saison auf dem Papier stehen hatten“, betont Sven Gloss aber auch, dass sich an der schwierigen Personalsituation nichts geändert hat.

Zum zweiten Mal wird Willie Milhouse als Quarterback fungieren und versuchen, seine in Marburg gezeigten guten Ansätze beim Heimspiel gegen die Unicorns weiter zu verbessern. Frank Grimm, als dritter Quarterback schon im Einsatz, fehlt weiterhin urlaubsbedingt und mit Guido Reuels Rückkehr nach seiner Handverletzung aus dem zweiten Saisonspiel ist derzeit noch nicht zu rechnen. Kevin Brüngel hat seine Operation nach dem komplizierten Bruch im Fußgelenk gut überstanden, wird aber erst 2014 wieder aktiv sein können.

„Willie hat gerade in der zweiten Halbzeit in Marburg einen tollen Job gemacht. Zusammen mit einer starken Vorstellung unserer Defense. Das lässt für das Spiel am Samstag hoffen, zumal die Chemie in der Mannschaft nach wie vor stimmt. Daran wird auch eine mögliche Niederlage gegen die Unicorns nichts ändern“, weiß Sven Gloss.

Die Gäste-Mannschaft von Erfolgs-Coach Siegfried Gehrke kämpfte zuletzt mit einem eher mäßigen Saisonstart – bereits zwei Niederlagen gegen Franken und Marburg stehen zu Buche – und ebenfalls einigen verletzungsbedingten Ausfällen. Doch das Unicorns-Lazarett hat sich in den vergangenen Tagen gelichtet. Gehrke wird am Samstag einige Leistungsträger aufbieten können, die zuletzt zum Zuschauen verurteilt waren.

Eine zu schwere Aufgabe für die gebeutelten Phantoms?
„Natürlich sind wir die klaren Underdogs. Aber schon beim Hinspiel haben wir bis auf wenige Minuten kurz vor der Pause engagiert dagegengehalten und sind meiner Meinung nach unter Wert geschlagen worden“, blickt Gloss auf die 33:56 Niederlage beim ersten Aufeinandertreffen Anfang Juni zurück. Als man den Unicorns bis kurz vor der Pause einen offenen Schlagabtausch lieferte und erst durch eine Schwächephase innerhalb von sechs Minuten uneinholbar in Rückstand geriet.

Die eigentliche Chancenlosigkeit ist vielleicht das größte Plus für die Phantoms am Samstag um 17:00 Uhr, wenn man vom Druck des Siegenmüssens befreit aufspielen kann.