Der Walton macht den Unterschied

GFL2-Aufsteiger Frankfurt Universe hat es im Saisonfinale bei den Kaiserslautern Pikes verpasst, die zweite Perfect Season der jungen Clubgeschichte und damit auch die zweite Meisterschaft nach 2009 zu erkämpfen. Bei den Pikes, die zusammen mit dem AFC in die zweithöchste deutsche Liga aufsteigen, verloren die Frankfurter vor allem darum mit 0:27, weil sie Liga-Topscorer Eric Walton nicht stoppen konnten.

Der US-amerikanische Running Back - Nationalspieler im 7er Rugby - erreichte gleich dreimal die Universe-Endzone und sorgte damit alleine für 18 Punkte des neuen Meisters. Bereits zur Halbzeit stand es 20:0; drei Zusatzpunkte und zwei Fieldgoals komplettierten die Scores der Pikes, die sich mannschaftlich geschlossen zeigten und trotz eindimensionalem Spiel, das fast ausschließlich Walton in Szene setzte, niemals Gefahr liefen, zu verlieren.

 

"Schwerer als die Niederlage wiegt das immense Verletzungspech der vergangenen Spiele," so Universe-Vorsitzender Klaus Rehm. "Wenn mich jemand vor der Saison gefragt hätte, ob mir Aufstieg oder Titel wichtiger ist, hätte ich Aufstieg gesagt und eben diesen haben wir ja geschafft. Wir sind im Zeitplan und auf einem guten Weg. Die schweren Verletzungen der vergangenen Wochen trüben diesen Erfolg aber sehr." Tatsächlich hatte der AFC nach der Verletzung des etatmäßigen Quarterbacks Ian Mitchell in Mainz unter anderem auch Allrounder James Taylor und direkt im zweiten Quarter in Kaiserslautern den zweiten AFC-Quarterback Paul Hofmann (Schlüsselbeinbruch) verloren. So stand gegen die Pikes wieder D-Liner Kai "Tebow" Schlegel auf der Quarterback-Position, kämpfte aufopfernd und zeigte einmal mehr eine kämpferische Leistung. Die Lücken, die die Verletzungen der vergangenen Woche in die O-Line gerissen hatten, waren aber zu groß, als dass die Offense der Frankfurter wirklich effektiv hätte wirken können…

 

Mit der Saison zeigte sich Head Coach Markus Grahn trotz abschließender Niederlage sehr zufrieden: "Wir haben unser Ziel, in die GFL2 aufzusteigen, erreicht, haben eine gute Saison gespielt und werden nun noch eine Schippe d'rauflegen müssen, um in der GFL2 zu bestehen…"

 

Stimmen zum Spiel:
Markus Grahn, Head Coach: "Wir haben heute einem guten Team gegenübergestanden und konnten nicht mithalten. Was wir uns vorgenommen hatten, konnten wir nicht immer realisieren und dem Schwergewicht Eric Walton nicht entgegensetzen. So hat sich die Waagschale leider auf die Seite der Pikes geneigt."

 

James Taylor, Defensive Back: "Wir kommen nächstes Jahr zurück… Dieses Spiel ist kein Gradmesser für unser Potenzial gewesen. Hier lief ja wirklich alles schief und geschlagen haben nur wir uns selbst… Ein Defensivspieler als Quarterback ist natürlich alles andere als optimal, obwohl Kai wirklich gut agiert hat. Generell war es aber eine großartige Saison, die wir gespielt haben und ich freue mich schon jetzt auf die nächste Spielzeit."

 

Elmar Gempper, Defensive Liner: "Ein paar Male hatten wir die Nummer 2 der Pikes im Griff, aber eben nicht oft genug. Und die Offense kam nach dem Ausfall von Paul natürlich auch nicht wirklich ins Rollen. Die Voraussetzungen waren heute einfach zu schlecht, um am Ende ein zehntes Mal als Sieger vom Platz zu gehen."