Gegner in der NV Arena in St. Pölten (Österreich)
ist der fünfmalige Europameister Finnland. Keine andere Paarung wurde bisher
bei Europameisterschaften öfter gespielt, es ist bereits das siebte Mal,
dass Deutsche und Finnen sich bei einer Football-EM duellieren. Die
Gesamtbilanz ist mit je drei Siegen ausgeglichen, zuletzt bei der EM 2010
oder im Finale 2001 hatte Deutschland aber mit 23:4 beziehungsweise 19:7
jeweils das bessere Ende für sich.
Als amtierender Europameister bestreitet Deutschland das erste Spiel des
Turniers gegen die zuletzt nur fünftplatzierten Finnen. Drittes Team in der
deutschen Vorrundengruppe ist Schweden, gegen das das deutsche Team am 3.
Juni ebenfalls in St. Pölten um 19 Uhr antritt. Vier Tage Pause sind für ein
Football-Team recht wenig, aber von den sechs teilnehmenden Mannschaften
haben Deutsche und Finnen für die entscheidenden Platzierungsspiele am 6.
und 7. Juni in Wien im Rahmen des engen Turnier-Zeitplans durch den frühen
Start insgesamt immerhin die längsten Regenerationsphasen.
Dem deutschen Team kann jeder noch so kleine Vorteil nur recht sein. Seit
2005 hat man zwar gegen keinen europäischen Gegner mehr verloren, aber von
den 45 Spielern im Aufgebot waren 27 beim letzten großen Turnier 2011, als
die Deutschen auch bei ihrer dritten WM-Teilnahme erneut bestes europäisches
Team wurden, noch nicht dabei. Einen ähnlichen Umbau vollzog in den letzten
Jahren auch Vizeeuropameister Frankreich, den die Deutschen im Finale 2010
26:10 bezwungen hatten. Allerdings ist unter anderem Gastgeber Österreich
mit seinem Nationalteam insgeamt derzeit in einer anderen Reifephase, was
die Aufgabe für das verjüngte deutsche Team diesmal noch anspruchsvoller
macht.
Ähnliches gilt auch hinsichtlich der Finnen. 2010 beim Turnier in
Deutschland führte sie Quarterback Miro Kadmiry bereits als Quarterback,
damals gerade 19 Jahre alt. Im Gruppenspiel gegen Deutschland hatte der
finnische Angriff gegen die Verteidigung des Gastgebers damals keinen
einzigen Punkt machen können, nun hat der finnische Spielmacher wesentlich
mehr Erfahrung gesammelt, auch auf internationalem Parkett. Und das nicht
nur in der eigenen Nationalmannschaft: Seit dieser Saison spielt er in der
deutschen GFL 2 für die Hildesheim Invaders, wie überhaupt viele Finnen
(oder auch Franzosen), die nun bei der EM ihr Land vertreten, bei deutschen
Erst- und Zweitliga-Clubs aktiv sind. Für die europäischen Spitzenspieler
gehört ein Auslands-Engagement in der renommierten deutschen GFL inzwischen
zum guten Ton, wann immer Studium oder Beruf dies erlauben.
Die Stärke der eigenen Liga hilft vor allem natürlich auch der deutschen
Nationalmannschaft bei der EM 2014. Dass es allerdings nirgendwo anders ein
so breites Feld an Spitzenclubs gibt wie in der GFL, erleichtert den
Trainern der Auswahl den Job nicht nur. Von 18 verschiedenen Vereinen
stammen die Spieler, die im Vorbereitungs-Camp in Frankfurt nun zu einer
eingespielten Einheit werden mussten. Beim mutmaßlich größten Herausforderer
Österreich sind 39 der 45 Spieler bei den vier Clubs der österreichischen
AFL im Einsatz, eine gute Voraussetzung für perfektes Verständnis
untereinander. Wie sehr die Deutschen bereits aufeinander eingespielt sind,
wird sich am Abend des 30. Mai in St. Pölten gegen Finnland zeigen.
