Die Special Teams machen den Unterschied

Die Berlin Adler spielen nach dem 18:10 Erfolg bei den Swarco Raiders Tirol nach 2010 und 2011 wieder um die Footballkrone Europas.

Einlauf Adler (Foto:Achim Riemer)

Vor 5.882 Zuschauern im Innsbrucker Tivoli-Stadion bestimmten in einem bis zum Ende ausgeglichenen Spiel beide Defensivreihen maßgeblich das Geschehen. Oftmals mussten sich die Angriffsformationen bereits nach drei Versuchen von ihrem Angriffsrecht verabschieden.

Die ersten Punkte des Spiels erzielte der Kicker der Gastgeber Clemens Erlsbacher mit einem 21-Yard Field Goal. Diesen Vorsprung glich Adler-Kicker Phillip Andersen aus fast gleicher Entfernung aus. Vorangegangen war ein Pass über 63 Yards von Quarterback Darius Outlaw auf Wide Receiver Glenn MacKay. Es sollte nicht der letzte Raumgewinn dieser Kombination am Samstagabend sein.

Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Viertels waren beide Angriffsreihen erneut schnell vom Platz. Erneut bereitete ein tiefer Pass auf Glenn MacKay die nächste Möglichkeit für Phillip Andersen vor, doch dessen Versuch aus 41 Yards strich diesmal knapp am linken Goal Post vorbei. Im Gegenzug mussten die Gastgeber nach einem QB-Sack von Rory Johnson und David Leisegang den Ball aus ihrer eigenen Hälfte heraus abgeben. Aber auch die Offense der Adler kam nicht weit und kurz Ende der ersten Hälfte erhielt das Team von Head Coach Shuan Fatah erneut die Gelegenheit zu punkten. Ein Fehler beim Snap verhinderte ein 37-Yard-Field Goal und somit die Führung der Freibeuter zur Halbzeit.

Nach der Pause erhielten die Gastgeber zuerst das Angriffsrecht. Die Verteidigung der in weiß spielenden Gäste konnte die beiden Pässe über 35 und 31 Yards von Quarterback John van den Raadt auf Ex-Adler Kyle Callahan, der bei den Raiders inzwischen die Position eines Wide Receivers einnimmt, ebenso wenig verhindern, wie den anschließenden Lauf des Quarterbacks in die Adler-Endzone. Nach dem PAT von Clemens Erlsbacher stand es nun 10:3 für die Gastgeber. Im direkten Gegenzug verkürzte Glenn MacKay nach einem Pass über 4 Yards. Der Snap beim PAT verunglückte anschließend und die Raiders behielten somit einen 1-Punkt-Vorsprung.





Anschließend ging auch den Raiders ein Snap daneben, dieser aber mit verheerenden Folgen: Der Punter wurde, in der eigenen Endzone stehend, überworfen – der daraus resultierende Safety bescherte den Berlinern nicht nur zwei Punkte, sondern auch das Angriffsrecht. Im nächsten Drive schied Running Back Björn Dreier im Ergebnis eines Tackles schwer verletzt aus.


In der ersten Angriffsserie nach dem letzten Seitenwechsel landete im Ergebnis eines Trickspielzugs ein Pass von Talib Wise direkt in den Armen des Gegners. Dieser konnte daraus dank einer weiterhin hellwachen Defense keinen Nutzen ziehen. Nun hatte der französische D-Liner Mamadou Sy seinen ersten richtig großen Auftritt und blockte zunächst einen 37-Yard-Field Goal Versuch. Bei nur noch 2:19 Minuten auf der Spieluhr gelang Talib Wise dann der Durchbruch durch die Verteidigungsreihen der Tiroler. Durch seinen 31-Yard-Lauf und dem PAT von Phillip Andersen erhöhten die Adler die Führung auf 18:10.

Mamadou Sy war dann derjenige, der den Schlusspunkt unter die Partie setzte. Sein forcierter Fumble, den Talib Wise sichern konnte, beendete die Hoffnungen der Raiders auf eine erneute Endspielteilnahme.


Die Punkte erzielten:

03:00 Clemens Erlsbacher mit 21-Yard-Field Goal
03:03 Phillip Andersen mit 22-Yard-Field Goal
10:03 John van den Raadt mit 8-Yard-Run (PAT Clemens Erlsbacher)
10:09 Glenn MacKay nach 4-Yard-Pass
10:11 Team Safety
10:18 Talib Wise mit 30-Yard-Run (PAT Phillip Andersen)



Raiders Head Coach Shuan Fatah kommentierte die Partie folgendermaßen: „Kurz gesagt: Wir waren heute einfach nicht gut genug. Wir haben gekämpft. Das war heute aber einfach nicht genug. „Kompliment an die Adler für eine sehr gute Leistung. Wir haben einfach zu viele Chancen ausgelassen heute. Das hat sich schlussendlich gerächt.“

Head Coach Kim Kuci dankte zuallererst seinem Defense Coordinator Jag Bal für die sehr gute Leistung der gesamten Abwehr: „Die Raiders waren der erwartet schwere Gegner. Insbesondere die Raiders-Defense hat sich gut auf unseren Angriff eingestellt und vor allem in der ersten Hälfte kaum Raumgewinne zugelassen. Unserer perfekt eingestellten Defense ist es zu verdanken, dass wir bis ins 4. QTR im Spiel geblieben sind und dann in den entscheidenden Situationen zunächst das Field Goal blocken und im Anschluss den siegbringenden Touchdown über Talib Wise erzielen konnten.“