Brauchen ihre Punkte nicht im Ringen um Meisterschaftsehren, sondern zum Minimalziel Klassenerhalt. Ein knappes Pünktchen trennt beide Kontrahenten, die sich aus langen gemeinsamen Zweitligajahren bestens kennen. „Wir wollen den Vorsprung vergrößern“, gibt Wiesbadens Cheftrainer Sven Gloss sich kämpferisch und selbstbewusst. Trotz der enttäuschenden 6:14 Niederlage gegen die Munich Cowboys in der Vorwoche.
Gegen jene Cowboys bestritten die Saarländer von Head Coach Thorsten Scherer bereits Hin- und Rückspiel und verloren beide Duelle jeweils ähnlich knapp (14:20, 15:17). Zwei von insgesamt sechs bisherigen Niederlagen der Hurricanes, denen ein einziger Saisonsieg gegenübersteht: Gegen die Wiesbaden Phantoms. Mit 10:7 behielten die „Canes“ hauchdünn die Oberhand beim Hinspiel im Saarbrücker Ludwigsparkstadion am 30. April.
Doch seit dem nahmen die Probleme für das Scherer-Team zu. Denn die Saarländer müssen den Verlust von zwei Leistungsträgern der Defense verkraften: Mit Okan Kilic und Daniel McCray verließen wichtige Stützen die Hurricanes in Richtung Rhein-Neckar Bandits, dem Zweitligisten aus Mannheim. Meisterschaftskampf in der zweiten Liga statt Abstiegskampf in der Bundesliga war für beide Akteure wohl die fragwürdig anmutende Motivation mitten in der Saison ihre Mannschaft zu verlassen.
Vorteil Phantoms? „Wir müssen unsere Offense generell ins Rollen bringen, selbstbewusster und mutiger auftreten. Unabhängig des sportlichen Gegenübers“, will Sven Gloss von den personellen Problemen beim Gegenüber zumindest nach außen hin nichts wissen und legt den Fokus auf das eigene Problemkind der bisherigen Saison. „Die Jungs wissen, dass sie es können. Sie haben es vor zwei Wochen gegen Marburg gezeigt und den Favoriten eine Halbzeit lang richtig ärgern können. Was wir brauchen ist Konstanz. Sowohl in unseren Angriffsserien, die wir viel zu oft bisher nicht zum Erfolg zu Ende gespielt haben, wie auch im gesamten Auftreten unserer Offense während des Spiels. Das Talent haben wir, das System passt auch. Konstante Durchschlagskraft fehlt uns bis dato noch, daran arbeiten wir unentwegt mit unseren jungen Spielern. Die Früchte dieser Arbeit werden wir auch ernten!“
Vielleicht ja am Samstag um 16:00 Uhr im Helmut-Schön-Sportpark. Mit dem eigenen, lautstarken Publikum im Rücken. Im Duell beider Aufsteiger, die erwartungsgemäß im Abstiegskampf stecken.
