Bei Nieselregen, aber angenehmen Temperaturen standen sich zwei Teams gegenüber, die Einiges gut zu machen hatten. Vor allem die Gastgeber aus Wernigerode, die mit dem sprichwörtlichen "Rücken zur Wand" jedes der restlichen vier Spiele als ein Endspiel betrachten. Mit einer Bilanz aus 5 Niederlagen und einem Unentschieden zählen für die Tigers nur Siege. Die Bears hingegen mit ausgeglichener Bilanz von je drei Siegen und Niederlagen in wesentlich komfortablerer Situation, aber nach Niederlagen gegen Leipzig, Cottbus und Rostock deutlich hinter den selbst gesteckten Zielen, wollen sie sich doch zumindest als Tabellenzweiter in der Regionalliga Ost behaupten.
Am Anfang der Spiels dominierten die Tigers mit ihrem starken, aber sehr eindimensionalem Laufspiel, das die Bears zu Beginn nicht zu verteidigen wussten. Im ersten Viertel stand es schon 14:0 und kurz nach dem Seitenwechsel erhöhten die Wernigeroder noch einmal auf 20:0. Zu diesem Zeitpunkt schienen die Berliner wie paralysiert und ohne Möglichkeiten, eine adäquate Antwort zu liefern. Durch Turnover schenlten sie dem Gegner sogar einige sehr gute Gelegenheiten zum Punkten. Erst kurz vor Ende der erste Halbzeit brachten sie durch einen Langen Pass auf Andreas Lalla und dem anschließenden Lauf von Martin Brandscheid die ersten Punkte auf die Tafel (Extrapunkt Markus Neuholdt).
Die zweite Halbzeit gehörte ausschließlich den Berlinern. Nach gelungenen Anpassungen in der Offense wurde die Wernigeroder Defense durch gezielte Pässe und gut gewählte Laufspielzüge in ihre Schranken verwiesen. Zuerst durch ein Touchdownpass von Markus Neuholdt auf Sebastian Vogt, dann ein erneuter Touchdownlauf von Martin Brandscheid (beide Extrapoints durch Markus Neuholdt) brachten die Berliner in Führung. Beim Stand von 20:21 begann das letzte Viertel und die Berliner Defense wuchs wieder einmal über sich hinaus. Das zermürbende Laufspiel der Tigers haben sie eins ums andere Mal gestoppt und auch der einziger Wernigeroder Pass im gesamten Spiel fand keinen Empfänger. Statt dessen erhöhten die Berliner noch einmal durch einen Pass von Markus Neuholdt auf Sven-Age Reidemeister (Extrapoint Markus Neuholdt) auf 20:28. In den verbleibenden langen vier Minuten versuchten die Tigers wenigstens den Ausgleich zu erzielen. Kamen noch einmal bis an die Redzone der Berliner, doch dann reichte die Zeit nicht mehr und nach dem Abfiff blieb ihnen nur eine weitere bittere Niederlage.
Die Berliner, im Gegnsatz dazu, aufgelöst - Tränen, Jubelschreie, pure Freude und "Stolz auf ein Team, das sich durchgebissen, zussamen gehalten und sich nie aufgegeben hat", wie der Defensive Coordinator Dennis Salchert resümierte. In der Tat war es der disziplinierten, motivierten und smarten Art und Weise, wie die Berliner Spieler auftraten zu verdanken, dass sie den 0:20-Rückstand aufgeholt und in eine Führung umgewandelt haben.
