Der 28-Jährige begann 2004 in der Jugend der Fellbach Warriors mit American Football und wechselte 2006 in die Jugend der Scorpions, nachdem erst bereits 2005 für die BaWü-Auswahl nominiert worden war. Im Erwachsenenbereich hielt Gavanda den Stuttgart Scorpions fünf Jahre lang bis 2010 die Treue, gewann mit den Schwaben 2007 die Südmeisterschaft und scheiterte erst im German Bowl.
2012 schloss sich der neue „Man in Purple“ Düsseldorf Panther an und schaffte 2014 den Sprung in die Deutsche Nationalmannschaft, mit der er im selben Jahr Europameister wurde. In der vergangenen Saison lief Gavanda schließlich wieder für Stuttgart auf.
Den Wechsel nach Frankfurt erklärt Gavanda folgendermaßen: „Mich hat ganz klar die Organisation als solche überzeugt. Ich sehe die Zukunft des deutschen Football in einer Professionalisierung der Strukturen eines Clubs und was man damit erreichen kann, demonstrieren die Frankfurter Verantwortlichen sehr eindrucksvoll.“
Der Aufstieg in die GFL sei nur der Anfang auf dem erfolgreichen Weg des Teams. „Ein großes Plus in Frankfurt sind natürlich die Fans. Es macht einfach mehr Spaß in einem (fast) gefüllten Stadion zu spielen. Ich kenne die Fans in Frankfurt zwar noch nicht persönlich, aber man hört und sieht nur Gutes.“
Sich selbst schätzt Gavanda zwar durchaus als Verstärkung für die Mannschaft ein, aber „nur als einen einzigen Baustein in der Verteidigung. Wie jeder weiß, gewinnt die Defense Championships… ich möchte also möglichst viele Sacks und Tackles zum lila Erfolg beitragen“. Wie sich Sacks anfüllen, weiß Gavanda: Am ersten GFL-Spieltag 2015 schaffte er drei innerhalb einer Stunde. „Ein Sack in einem Spiel ist schon Wahnsinn, aber drei dürften schon sehr selten sein“, gibt sich der neue Universe-DE nachdenklich und fügt mit einem Grinsen hinzu: „Ich glaube, das hatte ich bei den Herren auch erst einmal.“
Seine Stärke sieht der bescheidene Gavanda als Run-Stopper: „Ich denke, darin bin ich ganz passabel.“
Dass der 28-Jährige nicht einfach nur typische Football-Floskeln zum Besten gibt, zeigt ein Blick in seinen akademischen Werdegang. In seiner Bachelor-Arbeit hat sich Gavanda mit dem „Vergleich der Leistungsmerkmale von Footballspielern der deutschen Jugendbundesliga mit amerikanischen High-School-Footballspielern“ beschäftigt. Die Ergebnisse stellen den deutschen Footballern ein Zeugnis aus, das einen deutlichen Rückstand in Sachen Athletik bescheinigt. „Wir Deutschen stehen körperlich sehr schlecht da und sind abgesehen von der Körpergröße in allen Bereichen extrem viel schlechter als US-Spieler. Der Grund ist mangelndes Athletiktraining vor allem in der frühen Jugend.“
In der C-Trainer-Aus- und Fortbildung des Baden-Württembergischen Verbandes und als Referent in Baden-Württemberg und bei der Bayern Coaches Convention gab Gavanda die Erkenntnisse bereits an viele deutsche Coaches weiter, um diesen Rückstand zu verringern.
Als Ziele hat sich Simon Gavanda daher zum einen eine individuelle Verbesserung gesetzt und zum anderen mit den „Men in Purple“ einen Schritt nach vorne: „Mit dem Team ist mein Ziel das Erreichen der Play-offs. Individuell versuche ich von Jahr zu Jahr jedes Mal eine Schippe auf meine bisherige Leistung zu legen. Egal ob Sacks, Tackles oder einfach Bestmarken im Kraftraum.“
Nötig seien nun harte Arbeit und ein gutes Teamgefüge, um diese Ziele auch wirklich zu erreichen. „Die Stimmung ist das A und O in einem Football –Team!“ Die Saison 2007 bei den Stuttgart Scorpions sei das beste Beispiel: „Wir waren bestimmt nicht die talentierteste Truppe, aber definitiv der freundschaftlichste und der verrückteste Haufen, den ich je erlebt habe.“
Seiner GFL-Saison mit Universe blickt Simon Gavanda entsprechend optimistisch entgegen. „Ich freue mich darauf… Und auf noch etwas: Den letzten Ausschlag für einen Wechsel nach Frankfurt gab das Angebot von Coach Kösling, mir bei Vertragsunterzeichnung einen Kuchen zu backen. Ich habe mir russischen Zupfkuchen gewünscht!“
