„Erfolg muss man sich erarbeiten“

Interview von Munich Cowboys online (mco) mit dem 29-jährigen DE Tobias Schäpe über Entwicklungen, Ziele und einen ganz eigenen Weg in der Sportart American Football.

mco: Hallo Tobias. Du hast erst im Januar 2007 mit American Football begonnen und spielst 2009 bereits Dein zweites Jahr in der höchsten deutschen Football-Liga. Wie geht denn so was?

 

T. S.: Ich komme eigentlich aus der Leichtathletik und dem Bobfahren. Viele athletische Abläufe sind im Training fast dieselben. Da musste ich mich kaum umgewöhnen. Beide Sportarten lassen sich auch zeitlich sehr gut verbinden. Den Leichtathletikbereich kann ich prima in der Off-Season umsetzen.

 

mco: Und das mit Erfolg. Bei der bayerischen Meisterschaft im Januar wurdest Du im Kugelstoßen Vierter trotz starker Konkurrenten.

 

T.S.: Ich bin mit einigen meiner Mitspieler für die Munich Cowboys Leichtathletikabteilung in der Hallensaison am Start gewesen. Bei der bayerischen Meisterschaft hat alles prima gepasst und ich konnte mich in der Weite um fast einen Meter auf 15,20 m steigern.

 

mco: Was ist für „Quereinsteiger“ aus einer anderen Sportart denn am schwersten?

 

T.S.: Zunächst erst mal das Verständnis in Theorie und Taktik. Man muss sich vorstellen, dass mir ein Spieler, der frisch aus der Jugend zu den Herren kommt, von der spezifischen Ausbildung natürlich Jahre voraus hat. Die Munich Cowboys stellen gerade auf ein neues Jugendkonzept mit neuem Head Coach (Florian Berrenberg, die Red.) um. Nicht umsonst wird schon früh neben der physischen sehr viel Wert auf die taktische Ausbildung gelegt. Ich bin froh, mit dem Coaching Staff um Head Coach John Rosenberg und Defense Coordinator Kevin Herron von Fachleuten trainiert zu werden, die auf die spezifischen Bedürfnisse jedes einzelnen Spielers explizit eingehen und optimale Leistungen fördern.

 

mco: Die letzten beiden Spielzeiten waren sehr erfolgreich. Was willst Du mit den Munich Cowboys erreichen?

 

T.S.: Stimmt, die letzten beiden Jahre waren erfolgreich. Aber das Ganze war ja kein Selbstläufer. Erfolg muss man sich erarbeiten. In der mittlerweile 30-jährigen Geschichte der Munich Cowboys gab es sportlich manche Höhen und Tiefen. Insgesamt haben sich die Munich Cowboys aber zu einer traditionsreichen Institution in München und Bayern entwickelt. Dieser Tradition wollen wir als Team gerecht werden. Unsere Philosophie war es bisher, von Spiel zu Spiel zu denken. Und damit sind wir gut gefahren. Wenn wir immer ein bisschen erfolgreicher sind als in der Saison zuvor, dann stehen wir irgendwann ganz oben. Und das ist Motivation eines jeden Sportlers.

 

mco: Prinzip der kleinen Schritte also. Würdest Du nicht manchmal lieber einen großen Schritt zum schnellen und ganz großen Erfolg wagen?

 

T.S.: Lieber stelle ich Erfolg auf eine solide Basis. Ich bin von Beruf Bankkaufmann, habe also täglich mit solidem Wirtschaften und Zahlen zu tun. Schneller Erfolg bedeutet für den Verein hohe Kosten und hohes Risiko. Ich bin froh, dass die Vereinsführung eher auf Nachhaltigkeit und Stabilität setzt. Aus Spielersicht sehe ich es aus der Perspektive, dass es bei den Munich Cowboys viele Chancen und viel Potential für deutsche Spieler gibt, in der GFL Fuß zu fassen. Ideale Voraussetzungen also, um sich sportlich auf höchstem Niveau zu beweisen.

 

mco: Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

 

T.S.: In zehn Jahren trage ich meine müden Knochen nicht mehr auf den Platz. Nein, im Ernst. Dann sehe ich mich irgendwo als Trainer, der seine Erfahrungen weitergeben kann. Dabei kann ich mir durchaus auch vorstellen, mal im Ausland zu arbeiten. Meinen Krafttrainer-Schein habe ich bereits gemacht. Vielleicht arbeite ich dann als Strength Coach bei den Munich Cowboys.

 

mco: Tobias, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in der Jubiläums-Saison 2009!