Erneute Niederlage für die Cardinals

Der vergangene Sonntag stand ganz und gar nicht im Zeichen der Men in Blue. Erst musste der Kick-Off um 45 Minuten nach hinten verschoben werden, dann patzten die Cardinals bei ihrem dritten Heimspiel am Hallo. Mit 7:51 Punkten wurden sie von den Monarchs aus Dresden auf eigenem Rasen geschlagen.

Zur gewohnten Zeit wartete man in der Essener Nachmittagshitze auf den Kick-Off gegen die Monarchs. Die Spieler und Coaches waren heiß auf den dritten Gameday, die 650 Zuschauer auf den Rängen im Sportpark wegen der fast 30 Grad schon in hitziger Football-Stimmung. Doch konnten die Cardinals ihren Rasen nicht pünktlich im 15 Uhr betreten. Grund: Die Schiedsrichter standen nicht im schwarz-weißen Dress auf dem Platz, sondern standen noch mitten im Stau. Und weil so einer auf Essens Autobahnen bekanntermaßen immer etwas länger dauert, trafen die Officials lange nach der angesetzten Zeit ein und die Partie gegen die Monarchs konnte mit einer Verspätung von 45 Minuten starten.

 

Bereits im ersten Quarter gerieten die Men in Blue in Rückstand. Ein Umstand der vermieden werden sollte, um dem Team das nötige Selbstvertrauen zu geben. Nur ging die Rechnung nicht ganz auf. Sechs Minuten lang geschah fast nichts Verwertbares auf Seiten der Cardinals. Die Monarchs hingegen nutzten ihre Chancen. Nach zwei gescheiterten Pässen brachte Dresdens Kicker Jan Hilgenfeldt mit einem 37-Yard-Fieldgoal die Monarchs in Führung. Nur wenige Minuten später erhöht Sebastian Krech mit einem Touchdown auf 0:9. Mit diesem Zwischenstand wurden zum ersten Mal die Seiten gewechselt. Angesichts der Spielanteile war der Rückstand noch aufzuholen.

 

Im zweiten Quarter erfolgte dann jedoch der Einbruch. Nach einem guten Drive standen die Cardinals 10 Yards vor der Dresdner Endzone und bei einem Lauf von Mike Malone durch die Mitte war der Ball plötzlich frei. Die Frage, ob der Essener Runningback bereits am Boden war oder nicht, wird unbeantwortet bleiben. Es wurde trotz heftigster Essener Proteste von den Referees auf Fumble und Ballbesitz Dresden entschieden.
Die Cardinals echauffierten sich hierüber so stark, dass sie selbst um jegliche Konzentration und somit aus dem Spiel brachten. Es folgten die wohl schlimmsten zwei Minuten für die Cardinals. Dresdens Jan Hilgenfeldt wurde mit einem 19-Yard-Pass bedient und trug es in die Essener Endzone. Sein Kick flatterte durch die Torstangen der Cardinals: 0:16. Wenige Sekunden später verschenkten die Men in Blue weitere zwei Punkte an ihre Gegner durch einen Safety und der anschließende Kick Off wurde von Dresdens Larry Croom postwendend in die Essener Endzone zurück getragen. Der PAT war erfolgreich, 0:25 für die Gäste.
Nur wenige Minuten nach diesem Spitzenlauf von Croom brauchten die Monarchs gerade mal zwanzig Sekunden, um weitere Punkte zu machen. Tyler Graunke feuerte das Ei 40 Yards weit auf Sebastian Krech, 0:31. Der Angriff der Cardinals wurde gestoppt und beim Angriff der Monarchs war es wieder Graunke, der den Ball diesmal zu Jan Hilgenfeldt über 42 Yards passte. Hilgenfeldt kickte danach noch durch die Torstangen: 0:38 für die Mannschaft aus dem Osten.

 

Im dritten Quarter hatten sich die Cardinals wieder im Griff, auch wenn selbst keine Punkte erzielt werden konnten, so stand die Defense wieder solide und ließ ihrerseits auch keine Punkte der Monarchs zu. In Quarter Vier sollten noch einmal Punkte auf das Scoreboard kommen, auch wenn es für an dem Sieg der Monarchs nichts mehr zu rütteln gab. Diesmal lief Tyler Graunke selbst zwei Yards zum Touchdown, der Kick von Hilgenfeldt wurde geblockt – 0:44.
Der Rückstand schmerzte die gesamte Mannschaft der Cardinals, nur wollte sich die Offense nicht ganz ohne Punkte geschlagen geben. Tobi Lupp passte nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen über 20 Yards auf Louis Lee, der den Ball das erste und einzige Mal in die Dresdener Endzone tragen konnte.
Kurz vor Schluss verabschiedete sich Larry Croom mit einem 20-Yard-Lauf (PAT von Hilgenfeldt) aus dem Sportpark und ließ die Cardinals mit einem Endstand von 7:51 stehen.

 

Um 18:30 Uhr sah man nur noch hängende Köpfe am Hallo. „Das zweite Quarter war eine einzige Katastrophe“, sagte Wilfried Ziegler, Präsident der Cardinals. „16 Punkte in nur zwei Minuten, damit haben wir einfach alles aus der Hand gegeben. Die Jungs sind völlig aus dem Takt geraten, haben unkonzentriert und unüberlegt gespielt und gehandelt. Die Niederlage ist mit Sicherheit auch einige Punkte zu hoch ausgefallen. In vielen Situationen fehlte auch das Quäntchen Glück. Bei einer der umstrittenen Szenen, entschieden die Schiedsrichter eben auf Fumble mit anschließendem Ballbesitz Dresden. So kurz vor der Endzone wären durchaus Punkte für uns drin gewesen und wer weiß, ob es uns dann nicht das nötige Selbstvertrauen gegeben hätte. Alles „hätte, wenn und aber“ nützt nichts. Auch wenn es das Ergebnis nicht belegt, wir machen kleine Fortschritte und müssen nun weiter konzentriert arbeiten.“

 

Bis zum kommenden Sonntag (15. Mai) müssen sich die Cardinals weiter intensiv anstrengen, damit beim ersten Auswärtsspiel in Braunschweig endlich Punkte eingefahren werden.