Diese verlief mit drei Siegen und drei Niederlagen nicht unbedingt wunschgemäß, weshalb durch einen Sieg zumindest eine positive Bilanz erzielt werden soll. Mit den Marburg Mercenaries wartet dabei ein Gegner, der sich nach einer komplett misslungenen Spielzeit 2015 in diesem Jahr wieder stabilisieren will. Elf Jahre lang, von 2004 bis 2014, zogen die Nordhessen jedes Jahr in die Play-offs ein, waren stets in der Spitzengruppe der GFL-Süd zu finden. Oftmals bissen sich die Scorpions in diesen Jahren die Zähne aus an den Söldnern und beide Teams lieferten sich unzählige hart umkämpfte Duelle – erinnert sei nur an das legendäre 36:33 2014 in Esslingen, als Stuttgart ein 14:33 noch drehte. Doch so wie 2013 eine Zäsur bei den Schwaben markierte – erstmals seit 1997 wurde die Endrunde verpasst – erwischte es die Mercenaries 2015; anstatt um die Meisterschaft ging es gegen den Abstieg, so dass man am Ende froh war, mit drei Siegen bei elf Niederlagen zumindest die Abstiegsrelegation vermieden zu haben.
Darum sind die Ziele in diesem Jahr nun ein wenig niedriger angesetzt bei der Truppe von Head Coach Matthias Dalwig: So lange wie möglich möchte man um den vierten Platz mitspielen. Nach vier absolvierten Partien befindet man sich durchaus im Soll, denn es steht zwar nur ein Sieg – zum Auftakt gegen die Rhein-Neckar Bandits – zu Buche, jedoch hatten es die weiteren Gegner durchaus in sich. Die hießen Saarland Hurricanes und zweimal Schwäbisch Hall Unicorns und auch wenn man gegen die Saarländer auf eine kleine Überraschung gehofft hat, kam keine der drei Niederlagen wirklich überraschend. Auch gegen die Scorpions nun verweisen die Mercenaries darauf, dass die Gäste als klarer Favorit in die Partie gehen, kampflos geschlagen geben werden sie sich deshalb allerdings gewiss nicht. Eine ihrer Stärken dürfte dabei das Laufspiel sein, denn während der Gesamtangriff in der Statistik (bei erzielten Yards pro Spiel) auf dem letzten Rang der GFL liegt, nimmt die Laufoffense den sechsten Platz in dieser Rubrik ein. Ein Verdienst des neuen Running Backs Silas Nacita, der mit 93 erlaufenen Yards pro Spiel auf einen beachtlichen Wert kommt. Auch sein Mitstreiter in der Offense, Quarterback Holt Claiborne, ist darüber hinaus in der Lage, neben Pässen per Lauf für Raumgewinn zu sorgen, ähnlich dem Scorpions-Quarterback Shane Carden.
Dieser, wie auch seine gesamte Offense, erwischte zuletzt gegen die Allgäu Comets nicht gerade seinen besten Tag, weshalb nun Wiedergutmachung betrieben werden soll. Die Voraussetzungen dafür sind nicht die schlechtesten, denn sofern das Team von Head Coach Jemil Hamiko wieder zur Normalform findet, wäre ein Auswärtssieg alles andere als eine Überraschung. Kick-off im Marburger Georg-Gaßmann-Stadion ist am kommenden Sonntag um 16 Uhr.

