Mit etwas Verwunderung schaute die deutsche Football-Gemeinde am vergangenen Samstag nach München. Dort holten sich die Plattling Black Hawks gegen die Cowboys zwar einen erwarteten Sieg, mit 23:15 viel dieser aber deutlich niedriger aus, als dies allgemein erwartet wurde. Man hatte mit einer größeren Dominanz der Niederbayern gerechnet, die noch eine Wochen zuvor dem deutschen Rekordmeister aus Braunschweig unglücklich mit einem knappen 20:21 unterlegen waren.
Die hohen Erwartungen, die in die letztjährigen Aufsteiger in diesem Jahr gesetzt werden, haben einen einfachen Grund. Über den Winter haben sich die Plattling Black Hawks kräftig verstärkt und zwar in erster Line mit vielen Spielern, die von den Munich Cowboys zu ihnen gewechselt sind, darunter mit Pascal Maier, Jerome Morris und Robert Zernicke auch drei Nationalspieler. Auch an der Seitenlinie stehen in diesem Jahr drei Ex-Cowboys: Head Coach John Rosenberg sowie seine Assistenten Kevin Herron und Wolfgang Hartung firmieren 2010 als Black Hawks.
Vor diesem Hintergrund ist das 23:15 gegen München auch eher als Ausrutscher zu sehen, der ein Stück weit sicher auch der besonderen Motivation der Cowboys im bayerischen GFL-Derby geschuldet sein dürfte. Das sieht auch Halls Head Coach Siegfried Gehrke so: München hat sich sehr reingehängt und konnte das Spiel so über lange strecken ausgeglichen gestalten. Gehrke lässt sich davon nicht täuschen und ist sich der Plattlinger Stärken bewusst: Quarterback Jimmy Robert ist sehr beweglich, Jerome Morris ist ein wuchtiger Runningback und mit Pascal Maier, Andrew Blakley und Florian Starzengruber verfügt Plattling über drei überdurchschnittliche Receiver.
Abgesehen vom Vorbereitungsspiel in Saarbrücken müssen die Unicorns am Samstag zum ersten Mal in diesem Jahr zeigen, ob sie die bisher im heimischen Hagenbachstadion gezeigte gute Leistung auch auswärts abrufen können. Nach wie vor lang ist dabei die Liste der Haller Verletzten: Mit Gabriel Erler und Stefan Wahl werden zwei Offense-Line-Spieler weiterhin schmerzlich vermisst. Gleiches gilt für Receiver Felix Brenner und Cornerback Maximilian Illgner. Verzichtet werden muss am Samstag außerdem auf Receiver Johannes Brenner, der zeitgleich als Jugend-Head-Coach beim Haller Auswärtsspiel in Kaiserslautern gebraucht wird, und sein Positionskollege Felix Hegemann ist bei einem Schwimm-Wettkampf im Einsatz.
Hoffnungen kann man sich auf die Rückkehr von Center Kevin Becker und vielleicht sogar auch von Receiver Eren Savasli machen. Savasli dürfte besonders motiviert sein, sich am Samstag das grüne Trikot überzustreifen. Hat er doch die Möglichkeit gegen seinen Quarterback aus College-Zeiten Jimmy Robertson anzutreten.
