Nach einer unkonzentrierten ersten Halbzeit, und einem leider verdienten 7:21-Zwischenstand, arbeiteten sich die Monarchs jedoch beeindruckend, streckenweise sogar überlegen zurück. Am Ende machte die Kaltschnäuzigkeit (21:28) des amtierenden Deutschen Meisters, der Kieler Hurricanes, den großen Unterschied. Zu wackeln ohne zu fallen, das ist die große Kunst eines erfahrenen und routinierten GFL-Kaders. Auch die Dresden Monarchs lernen von Woche zu Woche dazu. Schon im kommenden Spiel gegen die Essen Asindia Cardinals (Sonntag, 8. Mai, Sportpark Am Hallo, Kickoff: 15 Uhr) soll nun der
Durchbruch gelingen. In der zweiten Auswärtspartie, dem insgesamt dritten Saisonduell, ist er fällig, der erste Sieg. Nur dann hält Dresden den Anschluss im Playoff-Rennen.
Er wäre so wichtig für das Selbstvertrauen des jungen Dresdner Bundesligakaders – der erste Sieg im dritten Spiel. Er könnte das äußerst talentierte Team von Headcoach Gary Spielbuehler ins Rollen bringen. Zu verkrampft, zu nervös wirkten zuletzt die goldenen Akteure auf dem Platz. Nicht die spielerische Klasse ließ die Sachsen scheitern, es waren zitternde Hände, eine vollkommen unnötige Nervosität. „Wir haben einen, wenn nicht den jüngsten Kader in der GFL. Viele unserer Spieler sind erst seit ein, zwei Jahren in der deutschen Königsklasse aktiv. Unsere Gegner sind gestandene Mannschaften, mit erfahrenen Spielern, abgezockten Spitzenathleten. Niemand sollte erwarten, dass wir über derart stabile Mannschaften hinwegfegen“, stellt sich Spielbuehler vor seine Jungs. Auch wenn dem Monarchs-Coach in Dresdens glücksgas stadion streckenweise der Kragen platzte, er lautstark seine Spieler zur Ordnung rief, Spielbuehler kennt die Probleme, aber auch deren Lösung. „Routine macht den Unterschied. Wo erfahrene Spieler zugreifen und laufen, denken wir dummerweise nach. Weder in Sachen Talent, noch in Kraft und Schnelligkeit sind wir unterlegen. Wenn sich das in den Köpfen der Spieler festsetzt, gewinnen wir auch.“
Denn allein die Ruhe der Kieler, die sichtbare Gelassenheit auf dem Feld, ließ die Hurricanes in der ersten Halbzeit davon marschieren. Erst in scheinbar aussichtloser Situation befreiten sich Dresdens Footballer von ihren mentalen Schranken, spielten statt zu viel zu denken. „Genau das wünsche ich mir für unsere kommende Partie in Essen. Habt Spaß am Spiel. Zeigt die Leistung, die ich Woche für Woche in Trainingseinheiten und über den gesamten Winter in der Saisonvorbereitung gesehen habe. Ihr könnt auf höchstem Niveau Football spielen. Also macht es“, fordert Spielbuehler. Als Team, als Einheit soll sich der noch junge Kader präsentieren. Ohne Scheu frech spielen. Denn nicht allein große Namen oder Jahresetats gewinnen, es sind die besten Mannschaften, wie sich derzeit auch in der Fußball-Bundesliga deutlich zeigt. Nun bleibt abzuwarten, ob Gary Spielbuehlers Jungs sich endlich von dem selbst auferlegten Druck befreien können, den ersten Sieg auf ihr Habenkonto buchen. Für alle Daheimgebliebenen bleibt am Sonntag (8.Mai) ab 14.45 Uhr die gewohnt spannende Live-Übertragung auf www.radio.monarchs.de. Auch hier werden wieder zahlreiche Fans ihren hochtalentierten Dresden Monarchs die
Daumen drücken.
