Eurobowl-Rematch in Braunschweig

Back-to-back heißt es zwischen den New Yorker Lions und Berlin Adler. Am Samstag stehen sich die beiden BIG6-Finalisten in der GFL ab 19:00 Uhr erneut gegenüber. Die Berliner treffen in den nächsten 4 Spielen durchweg auf Playoff-Teams. Ein vierter Tabellenplatz würde zwar zum Einzug in die Playoffs genügen, doch auch die Adler wissen, wie wichtig der Heimvorteil in den K.O.-Spielen ist.

In den zurückliegenden beiden Playoffs war jeweils im Halbfinale auswärts in Schwäbisch Hall und Dresden Endstation. Mit dem BIG6-Titelgewinn sind nun natürlich auch die Erwartungen im nationalen Wettbewerb weiter gestiegen.

Wirft man einen Blick auf die Tabelle der GFL Nord scheint die Partie eine klare Angelegenheit zu sein. Mit 5 Siegen in 5 Spielen thronen die Lions in der Liga unangefochten an der Spitzenposition. Mit durchschnittlich nur 10 zugelassenen Punkten pro Spiel sind sie ebenfalls Ligakrösus. Demgegenüber stehen die Berlin Adler auf Platz 4. Ihre Saison glich einem stetigen auf und ab. Nach 2 Auftaktsiegen folgte eine herbe Schlappe mit der Regenschlacht in Dresden. Nach 3 weiteren Siegen verloren die Adler knapp in Kiel.

Doch die Berliner gehen mit einem entscheidenden mentalen Vorteil in die Partie am Samstag: Mit 20:17 gewannen die Adler in der Vorwoche die Eurobowl-Hitzeschlacht im Jahn-Sportpark. Als frisch gebackener europäischer Champion läuft man mit erhobener Brust auf’s Feld. „Braunschweig wird ein hartes Stück Arbeit“, weiß auch Berlin Adler Head Coach Kim Kuci. „aber wir fahren zu keinem Spiel hin, um es zu verlieren. Wir werden alles Nötige tun, um das zu bewerkstelligen und dann schauen wir mal.“

Braunschweigs Offense ist mit zahlreichen Top-Receivern und den beiden laufstarken Import Running Backs David McCants und Michael Andrew bestückt. Keine leichte Aufgabe für Adler Defensive Coach Jag Bal: „Zwei meiner Lieblings Running Backs spielen für das gleiche Team, was mir das Leben extrem schwer macht. Lustig dabei ist, dass McCants schon eine ganze Weile hier spielt und keinen Schritt verloren hat. Ich glaube, er ist sogar noch ein bisschen schneller geworden, was sehr gefährlich für uns ist.“

Bereits in Berlin bewies der französische Receiver Anthony Dablé seine Stärken mit 2 gefangenen Touchdowns und 62 Receiving Yards. Diesmal wird ihm Casey Therriault die Pässe zuwerfen, der im Eurobowl nicht spielberechtigt war, da er erst mitten in der Saison zum Kader der Lions stieß. Therriault wird sich in Acht nehmen müssen vor Dablés Landsmann Mamadou Sy. Der Defensive Liner in Reihen der Adler geht gern auf Quarterback-Jagd und sackte in der Vorwoche Lions Spielmacher Peterson gleich zweimal. In der Secondary der Hauptstädter scheint Sebastian Karl beinah in jedem Match einen Ball abzufangen. Im BIG6-Finale gelang ihm eine (fast einhändige) Interception in der Endzone.

Doch auch die Adler brauchen sich spätestens seit dem Eurobowl-Gewinn nicht mehr zu verstecken. Wide Receiver Daniel Vöhringer machte mit 6 gefangenen Pässen für mehr als 50 Yards auf sich aufmerksam. Auch Tight End Florian Pawlik untermauerte seine offensiven Qualitäten mit 4 gefangenen Pässen. Der US Amerikaner Conrad Meadows kämpfte bis zum Umfallen im Eurobowl. Seine alte Fußverletzung brach wieder aus – nicht ohne vorher ein klasse Spiel abzuliefern. Sein Auflaufen am Samstag ist fraglich.
Ganz sicher auflaufen wird Adler Quarterback Darius Outlaw. Der Eurobowl MVP ist hungrig auf weitere Titel. Ebenfalls Kopfzerbrechen bereiten wird den Lions US-Allrounder Talib Wise, der im BIG6 Finale für den Wendepunkt im Spiel sorgte: Sein eroberter Fumble führte zu Beginn der zweiten Hälfte zu einem Touchdown-Pass von Outlaw und zur 17:10-Führung.




Ein besonderes Augenmerk liegt auf der O-Line und den Running Backs der Adler. Mehr Verantwortung wird auf den Schultern vom Ex-Marburger Johannes Thiel liegen. Verständlicherweise geschwächt durch den verletzungsbedingten Ausfalll von RB Björn Dreier ist das Laufspiel der Adler dennoch ausbaufähig. Minus 5 Yards netto nach 23 Läufen waren im Eurobowl-Statistikbogen vermerkt. Die Defensive Line der New Yorker, wie generell die Defense, entwickelt enormen Druck. Darius Outlaw wird das wissen, nach 3 Quarterback Sacks und einigen gegnerischen Trikotzeirreißproben im BIG6-Finale.

„Braunschweig wird diese Woche eine ganz andere Nummer – insbesondere mit den Spielern, die die Lions noch neu dazugeholt haben“, warnte Coach Kuci. „Natürlich ist es ganz wichtig, dass wir auch eine gewisse Kontinuität in der GFL Saison aufbauen, denn bisher war es schon eine kleine Achterbahnfahrt. Das darf sich natürlich nicht wie ein roter Faden durch die Saison ziehen.“

Für beide Teams ist das Spiel am Samstag von enormer Bedeutung. Die New Yorker Lions wollen ihre GFL-Siegesserie weiter ausbauen und sinnen mit ihrem Stamm-Quarterback Therriault auf Revanche für den Eurobowl. Außerdem ist es bereits ihr vorletztes Heimspiel. Bis zum Ende der regulären Saison stehen noch 5 kräftezehrende Auswärtsfahrten auf dem Plan.