GERMAN BOWL: Es wird ernst!

Am Samstag um 18:00 Uhr wird es im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ernst: Die Schwäbisch Hall Unicorns treffen im 34. German Bowl auf die Kiel Baltic Hurricanes. Hall will seinen deutschen Meistertitel verteidigen.

„Einen Favoriten zu benennen, das überlasse ich den Kollegen von der Presse“, sagt Halls Head Coach Siegfried Gehrke im Vorfeld des German Bowls. Ihn lassen die Spekulationen in Fan-Foren und unterschiedlichsten Presseorganen kalt: „Mein Job ist es, das Team so vorzubereiten, dass wir das Spiel am Ende gewinnen – egal wer vorher als Favorit gehandelt wurde.“

 

Zum zweiten Mal stehen die TSG-Footballer im Endspiel um die deutsche Footballmeisterschaft. Im vergangenen Jahr erreichten Sie das Finale nach einer Saison ohne Niederlage und ohne Unentschieden. Als Außenseiter wurden sie in Magdeburg gegen die Bowl-erfahrenen und damals amtierenden Meister aus Kiel gehandelt. Entsprechend überrascht zeigte sich Football-Deutschland, als die Haller bei ihrem Bowl-Debüt einen verdienten 48:44-Erfolg einfahren und den Titel zum ersten Mal nach Baden-Württemberg entführen konnten.

 

Auch in diesem Jahr werden den Baltic Hurricanes aus dem hohen Norden allgemein wieder mehr Siegchancen als den Unicorns zugeschrieben. Das hat zwei Gründe. Erstens spielten die Hurricanes in diesem Jahr eine sehr souveräne Saison. Um ein Haar wäre nun ihnen das Kunststück einer Perfect Season geglückt. Lediglich bei den Düsseldorf Panthern, bei denen sie ohne Stammspielmacher Jeff Welsh antreten mussten, kassierten sie eine hauchdünne 43:44-Niederlage.

 

Zweitens stehen die Kieler zum fünften Mal in Folge im German Bowl. Sie bringen entsprechend viel Endspielerfahrung mit, auch wenn ihnen bisher nur einmal (2010 mit 17:10 gegen die Berlin Adler) ein Sieg im Finale gelang. Die Haller gelten mit bisher nur einer Endspielteilnahme immer noch eher als Neulinge auf diesem Feld.

 

Siegfried Gehrke sieht es positiv, dass kein allzu großer Erfolgsdruck auf seinem Team lastet: „Das Erreichen des Endspiels war für uns als Titelverteidiger in diesem Jahr so etwas wie die Pflicht. Natürlich wollen wir auch das Finale gewinnen, aber was jetzt kommt, das ist die Kür mit der Chance auf ein Sahnehäubchen.“

 

Kiel steht eindeutig unter einem größeren Druck, denn die Erwartungshaltungen an der Förde sind andere. Das Team und sein professionelles Umfeld will bei der fünften Finalteilnahme in Folge nun endlich auch den zweiten Titel sehen. Andernfalls müsste man befürchten, dass den Baltic Hurricanes das Label des (fast) ewigen Zweiten angeheftet wird.

 

Erwartet wird auch in diesem Jahr wieder eine angriffsbetonte Partie. Mit durchschnittlich 46,1 (Hall) und 43,6 (Kiel) Punkten pro Spiel führen die beiden Endspielteilnehmer die Scoring-Statistik der Bundesliga mit deutlichem Abstand zu den Verfolgern an. Passend zu den jeweils herausragenden Spielern in den beiden Angriffsformationen, führen die Kieler im Laufspiel während Hall den ersten Platz im Pass-Spiel belegt. Star der Baltic Hurricanes ist Runningback Trevar Deed, der in dieser Saison in 14 Spielen 246 Punkte und fast 3.500 Yards Raumgewinn erzielt hat. Bei den Unicorns sticht das Duo „Spitz & Fritz“ heraus. Quarterback Jake Spitzlberger und sein Receiver Fritz Waldvogel sind zusammen für 314 Punkte und 3.833 Yards Raumgewinn verantwortlich.