GFL-Duell der beiden Europapokalsieger

Nach dem Sieg der Berliner im BIG6 Wettbewerb und dem Kieler Erfolg im EFAF Cup trifft am Sonntag ab 15 Uhr im Berliner Jahn-Sportpark die derzeitige europäische Football-Elite aufeinander. Beim GFL-Spiel des Tabellenfünften Berlin Adler gegen den Tabellenzweiten Kiel Baltic Hurricanes geht es nicht nur um wichtige Punkte im Kampf um die begehrten Playoffplätze.

KBH vs BA (Foto:Kai Hoepner)

Der letzte Sieg gegen die Mannschaft aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt gelang dem sechsfachen Deutschen Meister im German Bowl 2009. Danach gingen die nächsten 10 Spiele in Folge verloren, die meisten sehr knapp - die Niederlage auf neutralem Platz im Meisterschaftsendspiel 2010 bildete da keine Ausnahme.

Ein Spieler wird dieses Aufeinandertreffen noch besonders gut in Erinnerung haben: Talib Wise. Der im Jahr 2014 nach Berlin zurückgekehrte Allroundplayer machte vor allem in Frankfurt /M. die Erfahrung, wie nah Erfolg und Misserfolg beieinander liegen. Nachdem die Adler sich bis weit in das dritte Viertel hinein zwar redlich mühten, aber keine Punkte auf die Anzeigetafel bringen konnten, sah es im Schlussabschnitt zunächst nach der großen Wende aus. Talib Wise war mit Ball in der Hand nur noch drei Yards von der gegnerischen Endzone entfernt ... das Ergebnis ist bekannt. Auch nach der anschließenden Interception von Quarterback Tobias Brüning waren die Adler noch nicht geschlagen. Das bewiesen sie mit dem Trickspielzug Wise auf Brüning, der nach dem PAT von Dennis Wiehberg die schwarz/gelben noch auf einen Score an den Gegner heranbrachte. Im Anschluss an den darauf folgenden Onsidekick konnte dann allerdings der verdiente Sieger aus Kiel jubeln.

Die beiden Begegnungen im vergangenen Jahr wurden auf Seiten der schwarz/gelben vor allem von Quarterback Kevin Ramay und Wide Receiver Conrad Meadows getragen. Beide Spiele fanden gleich zu Saisonbeginn statt. Das war sicher von Vorteil für die Kieler, denn die Adler werden traditionell im Verlauf einer Spielzeit stärker. Conrads gefangene Pässe in den Spielen gegen die Norddeutschen summierten sich zu 256 Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns.

Das Hinspiel in Kiel vor drei Wochen sah Meadows von der Seitenlinie aus. Erheblich ersatzgeschwächt bestimmten die Adler vor allem in der ersten Hälfte das Spiel und blieben bis in die Schlusssekunde hinein ein mehr als ebenbürtiger Gegner. Statistische Vorteile waren im Laufangriff, bei der Verwertung von dritten und vierten Versuchen, sowie den erzielten First Downs zu verzeichnen. Die erzielten Yards durch die Luft waren ausgeglichen - aber das Entscheidende, nämlich die Big Plays, machten die Fördestädter. Mit den tiefen Pässen vom Kieler Quarterback Nick Lamaison und den kraftvollen Läufen von Running Back Jermaine Allen hatten die Gäste so einige Male arge Probleme.

Ob Meadows an diesem Sonntag spielen wird, ist noch nicht sicher. Seine Verletzung aus dem Spiel bei den Cologne Falcons war noch nicht restlos ausgeheilt, wie man im Eurobowl vor zwei Wochen sehen konnte. Ebenso fraglich ist der Einsatz von Talib Wise, der maßgeblich zum Gewinn der Big 6 beitrug. Der unglückliche Zusammenstoß mit Linebacker Pierre von Rymon-Lipinski im Eurobowl blieb nicht folgenlos, auch wenn Wise weiter spielte, als wenn nichts gewesen wäre.

Nach einer turbulenten Woche und wahrscheinlich ohne die beiden US-Playmaker muss für die Adler ein Heimsieg her, um nicht den Anschluss an die an die obere Tabellenhälfte zu verlieren.