Greifvögel kämpfen um die Playoffs

Das gab es schon lange nicht mehr: Die Berlin Adler müssen um die Playoffs bangen. Ein Sieg am Sonntag bringt deren GFL-Team doch noch auf den vierten Platz in der Tabelle der Gruppe Nord, der den Einzug in die Playoffs sichert und das Erreichen des Endspiels im eigenen Stadion weiter möglich macht.

Zuletzt verfehlten die schwarz/gelben die Ausscheidungsspiele im Jahr 2006. Damals wurde gegen Braunschweig und Dresden zwei Mal verloren, für die übrigen doppelten Punktverluste sorgte nicht Kiel sondern Hamburg. Am Ende scheiterte der Playoffeinzug der Adler aber an den Cologne Falcons. Zwar konnten diese zwei Mal deutlich bezwungen werden, aber acht Pluspunkte aus den übrigen Partien waren drei zu wenig für die Playoffs. Der punktgleiche Tabellenletzte damals waren die Panther aus Düsseldorf. Die Relegation wurde erst am vorletzten Spieltag mit dem Sieg im direkten Vergleich in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt abgewehrt. Das alles ist lange her, um nicht zu sagen, Schnee von gestern.

Die Aufgabe für den Angriff von Offense Coordinator Johnny Schmuck ist klar: Es müssen Punkte her. Damit sah es in dieser Saison meistens nicht so gut aus. Lässt man die Spiele gegen die Rebels und Düsseldorf außen vor, kommt der Angriff des Tabellenfünften gerade mal auf 20 Punkte pro Spiel, weniger erzielten nur zwei Teams in der gesamten GFL. Dem stehen 30 Gegenpunkte pro Spiel gegenüber. Das Laufspiel konnte nach dem Ausfall von Björn Dreier in Innsbruck nicht mehr überzeugen, auch in der Luft wurden dem Angriff der Adler oftmals die Grenzen aufgezeigt. Quarterback Darius Outlaw brachte bisher durchschnittlich sechs von zehn Versuchen an den Mann und warf 17 Touchdownpässe.

Die Special Teams agieren vorbildlich. Kicker Phillip Andersen verwandelte die meisten seiner Field Goals und ist bisher ohne Fehlschuss bei den PAT geblieben. Auch das Puntteam der Adler ist in der GFL führend und sorgte somit dafür, dass der Gegner seine Angriffe sehr oft tief in der eigenen Hälfte beginnen musste. Die Defense konnte meistens überzeugen, nur der Tabellenführer aus Braunschweig ließ bisher weniger Punkte zu. Bei gegnerischen Big Plays mussten die Anhänger der Berliner aber immer die Luft anhalten, sei es, dass sie durch verpasste Tackles zustande kommen oder durch zu frei stehende gegnerische Receiver. Lediglich in den GFL-Spielen gegen die Lions, die für den überwiegenden Anteil an Gegenpunkten sorgten, kamen die Verteidigungsreihen aus den Problemen nicht heraus.

Die Bilanz der Domstädter gegen die obere Tabellenhälfte der Gruppe Nord fällt ähnlich aus. Auch die Falcons erzielten rund 100 Yards pro Spiel am Boden, gute 200 Yards durch die Luft, brachten durchschnittlich 20 Punkte auf das Scoreboard und mussten aber 39 hinnehmen. Die Kölner verteilen die Bälle über zwei Quarterbacks. Robert Demers und Jose Mohler, bringen mit Wide Receiver Estrus Crayton einen alten Bekannten mit nach Berlin. Steven Strother zeichnet hauptsächlich für das Laufspiel verantwortlich. Er erzielt rund 80 Yards pro Spiel. Safety Donnie Avant und Linebacker Andreas Merz sind die Aktivposten in der Defense.

Das Rückspiel der schwarz/gelben gegen die Monarchs zeigte, dass es auch anders geht: Hier waren wieder die von vielen gefürchteten Adler zu sehen: Kraftvoll in den Linien, variabel in den Spielzügen, effektiv in der Red Zone und konsequent im Abwehrverhalten brachten sie den Königlichen deren vierte Saisonniederlage bei und gewannen auch den direkten Vergleich. Das schafften außer den schwarz/gelben nur noch die Lions. Offense Coordinator Johnny Schmuck sieht deshalb gute Chancen für sein Team: „Köln ist ein sehr gefährlicher Gegner mit exzellentem Personal, Spieler wie auch Coaches. Haben geschafft, was wir nicht hinbekamen: 2 mal Kiel geschlagen, die ja nun seit Jahren zu den Mitfavoriten zählen. Es geht für beide Teams um die Playoffteilnahme, von daher steht eine Menge auf dem Spiel. Im ersten Spiel haben wir unsere Sache ordentlich gemacht. Wichtig für uns ist, dass wir uns nicht verrückt machen und unser Potential abrufen. Dann bin ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen.“

Den Schwung aus dem letzten Heimspiel gilt es für die Adler nun mitzunehmen, denn das Spiel am vorletzten Vorrundenspieltag gegen die Falcons wird eines auf Augenhöhe werden. Bei einem Sieg der Gäste würden diese in die Playoffs einziehen, ein Unentschieden würde die Entscheidung über die Platzierung auf das Spiel der Adler am letzten Spieltag gegen die Düsseldorf Panther vertagen.  

Berlin Adler vs. Cologne Falcons
07.09.2014, Kickoff 15:00 Uhr, Einlass ab 13:30 Uhr
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (Cantianstraße 24, 10437 Berlin)