Heiße Phase für den Meister

Trotz oder gerade wegen der aktuell herrschenden Hitzewelle wollen auch die Braunschweig Lions ihren Platz an der Sonne in der Nordgruppe der German Football League weiterhin verteidigen. Der nächste Prüfstein dafür wartet am kommenden Samstag (2. August) auf die Löwenstädter, wenn sich die Cologne Falcons im Rahmen des „New Yorker Gamedays“ beim Meister vorstellen.

Bilder vom Hinspiel

Michael Andrew

Das Rückspiel gegen die Domstädter bildet dabei für die Mannschaft von Headcoach Javier Cook zugleich den Auftakt eines wahrlich „heißen“ Monats August. Denn ohne jede Pause geht es anschließend gegen Berlin, Hamburg und Kiel, um die reguläre Saison abzuschließen.

 

Mit diesen schweren Aufgaben vor der Brust könnte der Heimauftritt gegen die Kölner fast etwas verblassen, gerade aufgrund des deutlichen 55:35-Erfolges im Hinspiel. Doch von diesem Sieg lassen sich die Niedersachsen nicht mehr blenden, denn schließlich haben sie bereits schmerzhaft in diesem Jahr lernen müssen, keinen Gegner zu unterschätzen. Das weiß auch Linebacker Sebastian Reilmann.

 

„Die Falcons haben hier bei uns nichts zu verlieren, und es ist fast ihre letzte Chance. Sie werden dementsprechend spielen und im Vergleich zum Hinspiel haben sie nun auch wieder ein gefährliches Laufspiel. Das gemischt mit Toby Henry als Quarterback, das kann schon ein anstrengender Tag für uns werden. Dennoch wollen wir natürlich den fünften Sieg in Folge, um damit unsere Tabellenführung zu verteidigen“, so die Nummer 31 der Lions.

 

Ob der Weg zum insgesamt siebten Saisonsieg wieder über das Pass-Spiel führt, bleibt zwar noch abzuwarten. Doch die Zuschauer sollten sicher nicht allzu viel dagegen haben, ein ähnliches Spiel zu sehen, wie im Kölner Südstadion im Mai. Damals warfen beide Mannschaften zusammen fast 60 Pässe und insgesamt 13 Touchdownpässe. Mit acht Touchdownpässen auf sechs verschiedene Anspielstationen stellte Lions-Quarterback Dennis Zimmermann damals zugleich einen neuen Vereinsrekord auf.

 

Allerdings kann er am Samstag nicht auf das gesamte Personal vom historischen Auftritt am Rhein zurückgreifen. Denn Kelvin Love wird dem Team gegen die Falken nicht zur Verfügung stehen. Aufgrund eines Todesfalles in der Familie fliegt der Top-Scorer kurzzeitig in die Heimat. Am Mittwoch nächster Woche wird er rechtzeitig zur Vorbereitung auf das Spiel in Berlin wieder zurück in Braunschweig erwartet.

 

Diesen schwerwiegenden Ausfall können die Braunschweiger aber durch die Rückkehrer Jörg Heckenbach und Christian Bollmann einigermaßen kompensieren. Die Nummer 84 der Lions wird nach seiner überstandenen Schulterverletzung erstmals seit dem 2. Spieltag gegen Dresden wieder für sein Team auflaufen, während Christian Bollmann nach der erfolgreichen Teilnahme an der Junioren-Europameisterschaft wieder gesund und wohl behalten in der Löwenstadt eingetroffen ist.

 

Dazu möchte auch Michael Andrew ein tolles Heimdebüt feiern. Der britische Runningback konnte bereits in Dresden mit 167 Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns überzeugen. Im Zusammenspiel mit Jabari Johnson sollen nun die kommenden Gegner sowohl auf dem Boden wie auch durch die Luft attackiert werden.

Verzichten müssen die Löwen gegen die Falcons zudem auch noch auf Dennis Mika. Der Runningback muss nach seinem Platzverweis bei den Monarchs eine Sperre von einem Pflichtspiel absitzen.

 

Ansonsten kann der Rekordmeister aber in Bestbesetzung auflaufen, so dass im Stadion ein heißer Tanz ansteht, ganz egal, wie die äußeren Bedingungen sein werden. Denn mit einem Sieg würden sich die Lions schon einmal fest für die Play-Off-Runde um die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Zum 13. Mal in Folge dann übrigens.

Und nur ein Heimsieg über die Cologne Falcons ließe auch noch alle Türen offen, um aus der möglichst besten Position in diese Endrunde zu starten. Die Lions jedenfalls haben ihr Schicksal in den eigenen Händen, und da liegt es ja erst einmal gar nicht so schlecht.