Herzschlagfinale in Berlin endet mit Kieler Sieg

Mit 21:20 (7:0/7:7/7:7/0:6) gewannen die Kiel Baltic Hurricanes den Kampf der europäischen Titelträger bei den Berlin Adlern. Zwar gingen die Canes vor 1.500 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark – darunter rund 250 aus Kiel – Ende des ersten Viertels in Führung, dennoch blieb es die ganze Partie über bis zur letzten Sekunde spannend.

Jermaine Allen (Foto: Anneke Swegat)

Jermaine Allen steuerte zwei Touchdowns und jede Menge gute Läufe bei. Harry Innis stellte mit einem beeindruckenden einhändigen Catch zwischenzeitlich die 14:7 Führung wieder her. Im Schlussviertel gelang schließlich auch den Berliner Gastgebern der dritte Touchdown. Um das Spiel zu gewinnen, versuchten sie beim Extrapunkt eine Two-Point Conversion zu erzielen, doch Quarterback Darius Outlaw warf über die Endzone hinaus und es blieb beim 21:20 aus Kieler Sicht.
 
Die Gastgeber bekamen den Ball als Erste, doch nach zwei First Downs durch Pässe von Quarterback Darius Outlaw erhöhte die Kieler Defense den Druck auf den Berliner Spielmacher und die Adler mussten schließlich punten. Doch auch die Canes mussten sich in ihrem ersten Angriff per Punt vom Ball trennen, nachdem sie nicht aus der eigenen Redzone raus kamen. Ein 50-Yard-Fieldgoalversuch der Adler bald darauf geriet zu kurz, während die Hurricanes anschließend die ersten Punkte erzielen konnten. Philipp Schulz bereitete diese durch einen 18-Yard Catch vor. Danach lief Jermaine Allen über 29 Yards in die Berliner Endzone, Nassim Amroun kickte den Extrapunkt zum 7:0 aus Kieler Sicht.
 
Den nächsten Angriff der Hurricanes beendete Berlins Rory Johnson mit einer Interception. Anschließend arbeitete die Adler Offense sich über das Spielfeld und Darius Outlaw überbrückte am Ende das letzte Yard zum Ausgleich selbst. Nach Punts auf beiden Seiten ist es der One Hand Catch des englischen 2-Meter-Hünen Harry Innis, der die Canes kurz vor der Halbzeit wieder in Führung brachte. Nassim Amroun kickte den Extrapunkt zum 14:7 aus Kieler Sicht.
 
Jermaine Allen eröffnete das dritte Viertel dann mit einem Paukenschlag. Über 70 Yards trug er den Ball im ersten Spielzug der zweiten Hälfte in die Berliner Endzone. Nach dem Extrapunkt führten die Canes 21:7. Kurz vor Ende des Quarters verkürzte Talib Wise auf 21:14 mit einem 28-Yard Lauf. Philipp Andersen kickte den PAT. Im Schlussabschnitt drängten die Adler unablässig weiter auf den Ausgleich, während sich die Canes das Leben mit Strafen zusätzlich erschwerten. 17 Sekunden vor Schluss war es dann erneut Talib Wise, der in die Kieler Endzone lief, dieses Mal über drei Yards. Beim Extrapunktversuch stellten die Berliner sich für eine Two-Point Conversion auf, doch der Pass von Darius Outlaw fand keinen Abnehmer, so es beim 21:20 für die Kieler blieb. Um in Ballbesitz zu bleiben und eine letzte Chance zu wahren, versuchten die Adler anschließend einen Onside Kick, doch Kiels Josh Hartigan, der heute auch als Receiver im Einsatz war, um den angeschlagenen Garrett Andrews zu ersetzen, sicherte den Ball für Kiel und besiegelte damit den Endstand, denn die letzten zehn Sekunden konnten die Hurricanes abknien.
 
Mit diesem Sieg nehmen die Hurricanes wieder den zweiten Tabellenplatz ein und bereiten sich nun auf das voraussichtliche Entscheidungsspiel um diesen Rang in zwei Wochen in Dresden vor.
 
Berlin Adler – Kiel Baltic Hurricanes 20:21 (0:7/7:7/7:7/6:0)

00:07 #5 Jermaine Allen, 29-Yard Lauf. PAT #83 Nassim Amroun
07:07 #1 Darius Outlaw, 1-Yard Lauf. PAT #80 Philipp Andersen
07:14 #81 Harry Innis, 10-Yard Pass von #7 Nick Lamaison. PAT #83 Nassim Amroun
07:21 #5 Jermaine Allen, 70-Yard Lauf. PAT #83 Nassim Amroun
14:21 #5 Talib Wise, 28-Yard Lauf. PAT #80 Philipp Andersen
20:21 #5 Talib Wise, 3-Yard Lauf. Two-Point Conversion misslingt