Hitzeschlacht am Lindenhof: ifm Razorbacks melden sich eindrucksvoll zurück

Bei Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke und brennender Sonne haben die ifm Razorbacks Ravensburg im Rückspiel gegen die Saarland Hurricanes ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt.

Vor 1.312 Zuschauern im TeleData-Stadion am Lindenhof feierten die Oberschwaben einen souveränen 48:6-Erfolg und bestätigten auch den klaren 45:14-Auswärtssieg aus dem Hinspiel in Saarbrücken. Bereits im Vorfeld war die Begegnung als richtungsweisendes Duell im Kampf um die oberen Tabellenplätze der effect® Energy GFL bezeichnet worden. Nach den Niederlagen gegen die Pforzheim Wilddogs und den amtierenden Deutschen Meister aus Potsdam wollten die Wildschweine eine Reaktion zeigen – und genau das gelang eindrucksvoll.

Die Gäste aus dem Saarland hatten dabei eine Überraschung im Gepäck. Erstmals stand Neuzugang Jaylen Tregle auf der Quarterback-Position der Hurricanes. Für den Spielmacher war die Partie jedoch früh beendet. Nach einer Verletzung in der ersten Halbzeit musste er das Feld verlassen und wurde durch Joshua Youngblood ersetzt.

Die Ravensburger, eigentlich für ihre passlastige Offensive bekannt, überraschten ihrerseits mit einem veränderten Matchplan. Gleich im ersten Drive setzten die Gastgeber auf das Laufspiel. Die Offensive Line schuf Räume und Lennies McFerren vollendete den Angriffszug mit dem ersten Touchdown des Tages. Aniel Buße verwandelte den Extrapunkt sicher zum 7:0.

Auch der nächste Ravensburger Angriff endete in der Endzone. Wieder war es McFerren, der die letzten Yards überbrückte und die Führung auf 14:0 ausbaute. Insgesamt erzielten die Oberschwaben vier ihrer sechs Touchdowns über das Laufspiel und demonstrierten damit, dass sie auch am Boden Punkte generieren können.

Auf Seiten der Hurricanes war es zunächst vor allem Joshua Youngblood, der zu diesem Zeitpunkt noch als Receiver eingesetzt wurde, mit mehreren sehenswerten Catches, der Drives am Leben hielt. Zählbares sprang für die Gäste jedoch nicht heraus.

Besonders spektakulär wurde es, als die Saarländer erstmals in aussichtsreiche Field-Goal-Position kamen. Das Special Team der Wildschweine blockte jedoch den Kickversuch, Jonah Choate nahm den freien Ball auf und trug ihn über 71 Yards bis in die Endzone. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt von Buße stand es bereits 21:0.

Ein entscheidender Faktor für den Ravensburger Erfolg war die Effizienz bei dritten Versuchen. Hatten die Third Downs in den vergangenen Wochen noch zu den größten Baustellen gezählt, verwandelten die Razorbacks diesmal starke 56 Prozent ihrer Versuche. Die Hurricanes kamen lediglich auf 31 Prozent. Dadurch kontrollierten die Gastgeber das Spielgeschehen über weite Strecken und hielten ihre Offensive konstant auf dem Feld.

Die Defensive Backs der Hurricanes verteidigten zwar zahlreiche Pässe sehr aufmerksam, doch kurz vor der Halbzeit setzte Ravensburg dennoch den nächsten Nadelstich. Quarterback Broghean McGovern fand Anthony Harris Jr. in der Endzone. Trotz Doppeldeckung pflückte der Receiver den Ball sicher aus der Luft. Mit dem nächsten erfolgreichen Extrapunkt erhöhte Buße auf 28:0.

Auch die Defense der Wildschweine präsentierte sich deutlich verbessert. Ein Sack von Hélio Barros Lima sorgte für erheblichen Raumverlust der Gäste und brachte Ravensburg schnell wieder in Ballbesitz. Kurz vor der Pause krönte McGovern seine starke Vorstellung mit einem eigenen Touchdown-Lauf. Zwar wurde der Extrapunkt geblockt, dennoch gingen die Gastgeber mit einer komfortablen 34:0-Führung in die Halbzeitpause.

Direkt nach dem Seitenwechsel setzte Ravensburg den nächsten Akzent. McGovern, der bei den Wildschweinen auch für die Punts verantwortlich ist, platzierte einen Punt tief an der gegnerischen Endzone. Ein anschließender Screen-Pass der Hurricanes endete in einem Fumble, den Samuel Mindham in der Endzone sichern konnte. Mit dem erfolgreichen Extrapunkt wuchs der Vorsprung auf 41:0 an.

Die Gäste fanden an diesem Nachmittag kaum Mittel gegen die aggressive Ravensburger Verteidigung. Wenige Spielzüge später eroberte Hélio Barros Lima einen weiteren Fumble. Zwar blieb dieser Ballgewinn zunächst ohne Punkte, doch die Dominanz der Oberschwaben war unübersehbar. Insgesamt setzte die Defense den gegnerischen Spielmacher permanent unter Druck und verbuchte vier Quarterback-Sacks.
Erst im Schlussviertel gelang den Hurricanes der Ehrentouchdown. Joshua Youngblood zeigte seine individuelle Klasse und lief in die Endzone. Der Extrapunktversuch wurde jedoch von den Razorbacks geblockt.

Den Schlusspunkt setzte schließlich Tye Germain. Weil Lennies McFerren etwas angeschlagen war, übernahmen William Enneking, Seraphin Stupanek und Tye Germain die Verantwortung. Germain nutzte seine Chance eindrucksvoll, arbeitete sich über 41 Yards durch die Defense und erzielte seinen ersten Touchdown für die ifm Razorbacks. Nach dem Extrapunkt von Buße stand der 48:6-Endstand fest.

Nach den Niederlagen der vergangenen beiden Spiele präsentierten sich die Wildschweine damit in allen Mannschaftsteilen verbessert. Die Receiver sicherten ihre Bälle, die Offensive kontrollierte das Spiel über lange Drives und die Defense dominierte das Geschehen. Vor allem die Fehler, die in den vergangenen Wochen noch entscheidende Spielelemente gewesen waren, konnten deutlich reduziert werden.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt jedoch nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet die nächste große Herausforderung beim Tabellenführer der GFL Süd, den Schwäbisch Hall Unicorns. Anschließend empfangen die ifm Razorbacks am 4. Juli zum wichtigen Rückspiel die Pforzheim Wilddogs im TeleData-Stadion. Nach der überzeugenden Vorstellung gegen die Saarland Hurricanes reisen die Oberschwaben jedoch mit neuem Selbstvertrauen zu den kommenden Schlüsselspielen.
Scores RR vs. SH
(14:0; 20:0; 7:0; 7:6)