Pittsburgh/Pennsylvania, die Geburtsstadt von Jared Dumm ist für zwei Dinge bekannt Seine Stahlindustrie und Profi-Football der ersten Güteklasse. Sechs Siege im Superbowl, dem Finale der amerikanischen Profifootballliga NFL, konnten die Pittsburgh Steelers bislang verbuchen. Der letzte, 2009, war spektakulär und wurde weltweit gefeiert. Auch in Dresden jubelte ein echtes Steelers-Kind. Jared Dumm, in seinem ersten Jahr bei den Monarchs, verfolgte den Triumph seiner Heimmannschaft live und durchweg begeistert. Auch er hätte mit Sicherheit das Talent besessen, einer der Großen im Geschäft der NFL zu werden, wenn da nicht Fußball und Co. gewesen wären. Ich war schon immer vielseitig interessiert. Den einen Sport gab es lange nicht für mich, berichtet der 26-jährige US-Amerikaner. Leichtathletik, Baseball, Fußball, Basketball und Football Jared tanzte auf vielen Hochzeiten, zeigte sich lieber
vielseitig statt eindimensional. Kein Wunder also, dass die Trikotnummer 2 der Monarchs heute noch schwer auszurechnen ist. Auch am Sonnabend wird der Modellathlet sein variables Spiel für seine Mannschaft nutzen. Dann geht es im heimischen Heinz-Steyer-Stadion (Kickoff: 15 Uhr) gegen die Essen Assindia Cardinals.
Essen ist nicht leicht zu knacken. Sie spielen ein unangenehmes System, setzen auf unberechenbares Laufspiel und den weiten Pass im richtigen Moment, analysiert Dumm. Die entsprechende Antwort der Monarchs liegt, laut Jared, bereits bereit. Die Coaches haben einen tollen Gameplan. Jetzt liegt es an uns, ihn gegen die Cardinals
bestmöglich umzusetzen. Erneut dürfte dann Dumm sowohl in Angriff, Verteidigung als auch in Specialteams zu finden sein. Kein anderer Spieler der GFL zeigt eine derartige Vielseitigkeit. Kein anderer opfert sich in einer vergleichbaren Weise für sein Team auf. Jared ist ein Phänomen, gesteht da auch Cheftrainer Gary Spielbuehler. Wir könnten ihn in jeder Positionsgruppe spielen lassen und er würde seinen Job als Führungsspieler machen. Im vergangenen Spiel gegen die Berlin Adler (26:27) sammelte das 26-jährige Multitalent Einträge in allen Statistikfeldern der Partie Laufspiel, Passspiel, Kickinggame und Verteidigung. Touchdowns, Interceptions, Tackles, gefangene Pässe, Kick-Returns, Jared Dumm schien überall und überall einer, wenn nicht der beste Spieler zu sein.
Das sehe ich anders. Ich trage meinen kleinen Teil zum Spiel bei. Wenn die Offense-Line und die Receiver nicht so gut geblockt hätten, hätte ich keinen Touchdown machen können. Wären die Defense-Line und unsere erstklassige Linebackercrew nicht gewesen, wäre es sicher nicht zu der Interception gekommen. Wir spielen als Team. Und in einem Team ist jeder so wichtig wie der andere, gibt sich Dumm bescheiden. Er ist halt ein Teamplayer. Einer der wenigen, die statt sich zu feiern, lieber den nächsten Spielzug planen. Statt mit großen Tönen aufzufallen, ordnet sich der US-Boy lieber unter. Einer seiner wenigen, wenn auch sympathischen Fehler, wie seine Coaches meinen. Jared wäre mit der nötigen Aggressivität der geborene Leader. Er ist körperlich präsent, wahnsinnig intelligent und versteht das Spiel wie kaum ein anderer Spieler der GFL. Wir würden uns von ihm wünschen, dass er dem Rest des Kaders ab und zu die Hölle unterm Hintern heiß macht, so Spielbuehler. Vielleicht auch deshalb paukt Dumm derzeit Deutsch. Wenn schon schreien, dann in der Muttersprache der Monarchs. Längst ist er ein echter Dresdner, lebt hier mit seiner Dresdner Freundin, die ihn zu den Monarchs holte. Nun soll er die Monarchs stimmgewaltig führen, wie einst sein Vater ihn wortgewaltig zum Football führte.
Junge, sagte mein Vater. Hör auf mit diesem Fußball und mach einen richtigen Männersport, berichtet Dumm. Der ehemalige NFL-Profi der Baltimore Colts redete seinem Sohn ins Gewissen und hatte Erfolg. Auch wenn es zu spät für NFL und Profiligen war, Deutschland sollte profitieren. Erst freuten sich die Hamburg Blue Devils, nach deren Pleite 2008 dann die Dresden Monarchs über den hochsympathischen und treuen Neuzugang. Ich würde gern in Dresden bleiben. Auch wenn ich meine Familie in den Staaten vermisse, bin ich mit meiner Freundin, ihrer Familie und natürlich meiner Monarchsfamilie sehr glücklich. Was Dresdens Footballfans ein breites Grinsen bereitet, dürfte so manchem Gegner der Monarchs weitaus weniger gefallen. Die Nummer 2 der Monarchs ist der unangefochtene Publikumsliebling und der absolute Horror für seine Gegenspieler. Das dürften am kommenden Sonnabend auch die Essen Assindia Cardinals erfahren. Wir brauchen dringend einen Sieg und dafür werde ich alles geben. Ich möchte dieses Jahr auf jeden Fall in die Playoffs. Denn einen unerfüllten Traum habe ich noch. Ich will in den German Bowl und würde ihn gern auch mit Dresden gewinnen.