Nach dem GFL-Abstieg der Weinheim Longhorns ist es wieder eindeutig: Der baden-württembergische Football-Gipfel wird zwischen den Stuttgart Scorpions und den Schwäbisch Hall Unicorns ermittelt. Am Samstag kommt es zur 34. Neuauflage dieses Klassikers, zu dem auch zahlreiche Haller Zuschauer im Stuttgarter GAZI-Stadion erwartet werden.
Wie so oft in den Begegnungen zwischen den beiden Traditionsvereinen geht es für beide Teams um viel. Die Scorpions müssen bei vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage aufpassen, dass sie den Anschluss zur Tabellenspitze nicht verlieren. Das Ziel der Haller ist hingegen, die nunmehr über sechs Spiele andauernde Siegesserie nicht abreißen zu lassen.
Vergleicht man die bisherigen Spiele der beiden Kontrahenten, dann stehen die Chancen der Unicorns dafür nicht schlecht. 45 Punkte haben die TSGler bislang im Durchschnitt pro Spiel erzielt, während man den Gegnern dabei nur 15 Punkte gestattete. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass in fünf von sechs Spielen die zweiten Spielhälften hauptsächlich von der zweiten Garde des Haller Spielerkaders gestaltet wurden.
Die samstäglichen Gastgeber bringen es hingegen nur auf durchschnittlich 27:20 Punkte, zeigten zuletzt aber eine klare Steigerung. Gegen die Mitfavoriten auf den Südtitel, die Marburg Mercenaries, mussten die Scorpions letzten Samstag zwar eine 30:39-Heimniederlage einstecken, gestalteten das Spiel aber äußerst ausgeglichen. Erstmals zum Einsatz kam in diesem Spiel der Stuttgarter Neuzugang Wesley Pittman. Der Amerikaner, der sowohl in der Offense als auch in der Defense eingesetzt werden kann, spielte zusammen mit Scorpions-Quarterback Daniel Polk auf der Highschool und fand sich überraschend schnell im Team der Landeshauptstädter zurecht.
Die Scorpions sind im deutschen Football für ihr perfektioniertes Laufspiel bekannt. Versuche, das Pass-Spiel stärker zu etablieren und damit im Angriff variabler zu werden, scheiterten in der Vergangenheit weitgehend. In diesem Jahr scheint das in Stuttgart anders zu sein: In den bisherigen sechs Einsätzen erzielte Stuttgart 1.001 Yards Raumgewinn per Lauf und 976 Yards per Pass. Die TSGler müssen sich demnach auf einen für sie neuen Scorpions-Angriff einstellen.
„Unsere Spiele gegen Stuttgart sind immer etwas Besonderes und haben ihre eigenen Gesetze. Rechenspiele bringen da nichts“, kommentiert Halls Head Coach Siegfried Gehrke jeglichen statistischen Vergleich vor der Partie. Er stellt sich auf einen echten Gradmesser ein, nachdem er schon nach dem letzten Spiel gegen Plattling darauf hingewiesen hatte, dass sein Team, abgesehen vom Saisonstart in Berlin, bisher nicht richtig gefordert worden ist. Das dürfte sich am Samstag ändern: „Wir freuen uns auf diesen Prüfstein, der zum richtigen Zeitpunkt kommt.“
