Justin Willis ist der neue Quarterback der Panther

Justin Willis wird die Düsseldorf Panther als Quarterback in die neue Spielzeit der German Football League führen. „Der Junge ist ein großartiger Athlet und verfügt über genau die richtige Mischung aus Erfahrung und Spielfreude“, schwärmt Cheftrainer Clifford Madison vom neuen Spielmacher des letztjährigen GFL-Viertelfinalisten. „Er hat einen tollen Wurfarm und ist zudem ungeheuer beweglich und schnell. Justin passt perfekt in unser Team und zu dem, was wir mit unseren jungen Spielern vorhaben.“

Aufgrund seiner exzellenten Beziehungen in die USA kann der frühere Klasse-Quarterback Madison nach dem unverhofften Wechsel von Robert Demers rheinaufwärts zu Aufsteiger Falcons nun bereits dessen Nachfolger präsentieren. Der 25-jährige Willis war zwei Jahre lang Starting Quarterback bei der Southern Methodist University (SMU) in Dallas. In dieser Zeit stellte Justin mit 26 Touchdown-Pässen und 3.657 Yards Raumgewinn (2.944 Pass- und 713 Laufyards) in einer Saison und 51 Touchdown-Pässen insgesamt Rekorde für das renommierte Division I-College (im aktuellen Ranking auf Platz 57) auf. Trotzdem wollte ihn der neue Headcoach der Mustangs, der NFL-erfahrene June Jones, wegen seiner Schnelligkeit in seinem dritten Jahr zum Passempfänger und Returner ‚umschulen‘ – zunächst mit Erfolg. Doch dann brach Justin seine College-Football-Karriere ab, nachdem sein Vater bei seinem Job als Sozialarbeiter ermordet wurde.

 

„Das war sehr schade, er ist ein super Athlet und eine tolle Persönlichkeit, von seiner Einstellung her ein echtes Vorbild, ein echter Teamspieler“, sagt Jeff Reinebold, der als langjähriger Coach von Rhein Fire in der NFL Europe in Düsseldorf bestens bekannt ist, über den Neu-Panther, der bei SMU sein Schützling war. In Europa setzte der Texaner Willis später seine Laufbahn fort: 2010 holten ihn die Zürich Renegades in die Schweiz, als ihr Spielmacher Adrian Rainbow (den GFL-Fans von den Braunschweig Lions bekannt) sich verletzte. Mit sieben Touchdown-Pässen in vier Spielen in der Schweiz qualifizierte sich Justin für weitere Aufgaben: Der damalige Mercenaries-Headcoach Joe Roman lockte ihn für die Play-offs 2010 nach Marburg, wo er Passempfänger für die Anspiele von Nationalmannschafts-Quarterback Joachim Ullrich (und für zehn Pässe auch Aushilfs-Spielmacher) spielte. „Er ist ein sensationeller Allround-Sportler und dabei ein sehr angenehmer, bescheidener Junge“, empfahl Roman - 2012 Defense Coordinator bei Vizemeister Kiel Baltic Hurricanes - Willis an seinen alten Kollegen Madison. Warum Marburg ihn damals nicht länger verpflichtete? „Er wollte unbedingt Quarterback spielen und die Mercenaries haben auf Jo Ullrich gesetzt“, erklärt Madison.

 

Der freut sich vor allem, dass er mit Brandon Kohn (der nach der Verpflichtung von Willis in erster Linie Defensive Back spielen wird)  und Justin gleich zwei flexibel einsetzbare Importe und „Super-Athleten“ im Kader hat – und zudem mit Manuel Engelmann einen viel versprechenden jungen deutschen Quarterback. „Ich habe mit Manuel über dieses Thema bereits gesprochen: Er wird eine wichtige Rolle in unserer Offense spielen und gleichzeitig von Willis sehr viel lernen“, erläutert der Panther-Headcoach. Madison weiter: „Wir werden ein sehr variables und ungeheuer explosives Angriffsspiel aufbauen - mit vielen verschiedenen Waffen. Und wir werden gleichzeitig die Fähigkeiten unserer talentierten jungen Spieler weiter entwickeln.“

 

Und was weiß der neue Anführer des Panther-Rudels über seinen neuen Verein? „Nicht viel“, gibt Justin Willis beim Telefonat aus seiner Heimatstadt Denton in der Nähe von Dallas unumwunden zu, „ich weiß, dass Düsseldorf mit Kiel, Berlin und Dresden sehr starke Gegner in seiner Gruppe hat. Und dass es eine schöne Stadt ist und dass es tolle Fans gibt. Ich freue mich über die neue Chance, mein Können zu beweisen, und bin schon sehr aufgeregt, ein Panther sein zu dürfen.“ Anfang April will Willis nach Deutschland kommen. „Bis dahin bringe ich mich hier in Topform und bereite mich nach den Vorgaben von Coach Madison gezielt auf die Saison vor.“