Sicher ist: Diesmal ist für die Gastgeber im Benrather Stadion an der Karl-Hohmann-Straße (Kick-off: 18 Uhr) eine Niederlage – wie knapp auch immer – zu wenig. Nur mit einem Sieg gegen den Tabellennachbarn Rebels haben die Schützlinge von Cheftrainer James Jenkins Platz vier in der GFL Nord und damit den Einzug ins Viertelfinale sicher. Bei einem Remis oder einer Niederlage wären zwar noch nicht alles vorbei, doch wären die Panther auf die Schützenhilfe anderer Raubkatzen, nämlich der Lions aus Braunschweig, angewiesen: Anders als die Düsseldorfer, die gegen die Rebels ihr 14. und letztes Spiel der regulären Saison absolvieren, haben die Berliner nämlich noch zwei Nachholspiele, am 9. September gegen die Lions und eine Woche später beim Rekordmeister in Braunschweig. Was andererseits den Hauptstädter zusätzlichen Druck macht: Sie müssen alle ihre drei verbliebenen Spiele gewinnen, um den Einzug in die Play-offs zu schaffen.
„Wir wollen aber keine Rechnereien und uns nicht auf andere verlassen“, macht Panther-Nationalspieler Raphael Llanos-Farfan klar. „Wir werden kämpfen, mit allem, was wir haben, wir werden alles geben.“ Schließlich wäre auf jeden Fall genügend Zeit zur Erholung: Entweder die Saison ist für den Halbfinalisten des vergangenen Jahres enttäuschend früh vorbei – oder es bleiben drei Wochen bis zum Viertelfinale, in dem die Panther dann voraussichtlich beim amtierenden Meister Schwäbisch Hall Unicorns antreten müssten. Doch so weit voraus will noch keiner denken: „Es zählt nur das Rebels-Spiel, darin entscheidet sich, was all unsere Arbeit und unser Trainingsaufwand in den vergangenen zehn Monaten wert waren“, sagt Offenseliner Llanos-Farfan. Oder wie es Wide Receiver Niklas Römer ebenso martialisch wie prägnant formuliert: „Do or die!“
Wesentlich mehr Ungewissheit als über die Ausgangsposition herrscht darüber, mit welcher Besetzung die Panther die Aufgabe angehen werden. Die Langzeitverletzten Lucas Müller, Denis Odenhoven und Denis Letkemann können die Partie auf jeden Fall nur von der Seitenlinie aus beobachten. Mit Denis Kühn ist zwar ein Linebacker zurück, der der Defense ein wenig mehr Stabilität verleihen soll. Ob aber auch Jason Adjei oder Soichiro Tsukuda wieder mitmischen können, wird sich wohl erst am Spieltag entscheiden. Wobei Adjei auf jeden Fall als Motivator seine Mitspieler unterstützt: „Ich bin mir sicher das wir als Team mit einem Sieg aus dem Spiel gehen werden. Lasst uns zusammen halten und gewinnen“, appelliert der 28-jährige Ur-Düsseldorfer an den Mannschaftsgeist, den ‚Panther Spirit‘.
Wie schwer die Aufgabe wird, wissen die Rheinländer spätestens seit der 13:27-Pleite im Mommsenstadion vor drei Wochen. Da konnte die Düsseldorfer Defense die Berliner Offense nach einigen Schwierigkeiten zu Beginn ganz gut kontrollieren, obwohl Adjei (Oberschenkel) und Letkemann (Knie) frühzeitig verletzt ausfielen. Mit Runningback Samuel Shannon, der im Frühjahr von Süd-Aufsteiger Rhein-Neckar Bandits an die Spree kam, Quarterback Darius Outlaw, Wide Receiver Jason Horton, ‚Allzweckwaffe‘ Brian Amaral und Klasse-Passempfänger Gregor Lietzau verfügen die Hauptstädter allerdings über Angreifer der Extraklasse. Noch besser besetzt ist die Truppe von Headcoach, Offense Coordinator und Ex-NFL Europa-Runningback Kim Kuci und Defense Coordinator Javier Cook allerdings in der Abwehr – die Garant des Rebels-Sieges wurde.
Die aggressiven Defenseliner und Linebacker wie Phil Urlacher (ein Cousin des NFL-Stars der Chicago Bears), Ex-NFLE-Profi Patrick Finke, Rory Johnson, und Paul Mehling setzten die Panther-Offensive unter Dauerdruck. „Das ist die beste ‚Front‘ in der GFL“, lobte Patrick Neff die Rebels. So wird Neff, Llanos und Co. in der Offenselinie wohl die entscheidende Rolle zufallen, sie müssen Quarterback Robert Demers die nötige Zeit verschaffen, den Düsseldorfer Angriff ins Rollen zu bringen. Was außer der kämpferischen Einstellung aller Akteure den Optimismus schüren sollte: Im Schnitt haben die Raubkatzen in ihren bisherigen sechs Heimspielen mehr als 41 Punkte erzielte, 249 Zähler insgesamt. Und: „Keiner von uns will, dass die Saison jetzt schon beendet ist“, erklärt Llanos-Farfan: „Und dafür kämpfen wir.“
