Eigentlich könnte sich Head Coach Wanja Müller beruhigt nach hinten lehnen und die kommenden Spiele in der GFL Nord auf sich zukommen lassen. Nach dem Erfolg gegen die Berlin Rebels haben die Haupstadtfootballer bereits sechs Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoffplatz. Es müsste schon sehr unglücklich laufen, wenn die Adler den vierten Platz in der Tabelle doch noch hergeben sollten. Und auch nach oben kann man sich nur noch mit Glück und viel Schützenhilfe gegnerischer Teams verbessern. Der dritte Rang ist theoretisch noch machbar, der zweite Platz nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. „Wir spielen von Spiel zu Spiel. Die Playoffs sind noch nicht hundertprozentig. Wir können kein Spiel auf die leichte Schulter nehmen und auch keins auf uns zukommen lassen, weil wir dieses Jahr noch lange nicht so gut gespielt haben.“, erklärt Head Coach Wanja Müller, warum es keinen Betriebsausflug nach Dresden geben wird.
Anders sehen die Vorzeichen dagegen an der Elbe aus. Die Monarchs sind bereits sicher für die Playoffs qualifiziert, wollen aber mehr. Die Sachsen wollen endlich einmal zumindest in der ersten Runde der Playoffs Heimrecht genießen. Dazu ist aber der zweite Tabellenplatz, den sie derzeit innehaben, Pflicht. Kein Wunder also, dass man sich in der Offense entsprechend verstärkt hat und mit Hemaseh Heidary und Anthony Couvin noch zwei weitere Passempfänger verpflichtet wurden. Beide Spieler sind gegen die Adler einsatzbereit und sollen dem wiedergenesenen QB Jeff Welsh mehr Flexibilität im Passspiel verschaffen. Denn bisher bestand die Offense der Monarchs fast nur aus dem Laufspiel von RB Trevar Deed, der im Hinspiel gegen die Adler aber nahezu wirkungslos blieb. „Das Passspiel wird sicherlich wesentlich gefährlicher sein als es im Hinspiel gewesen ist. Hinzu kommt, dass gerade dann auch Deed noch schwerer auszurechnen ist. Daher wird es sicher keine leichte Aufgabe.“
Den Fans hüben und drüben wird sich also im Dresdener Heinz-Steyer-Stadion am Samstag ab 15.00 Uhr ein gänzlich anderes Bild bieten als noch Ende Juli in Berlin. An der Spree wurden zwar keine spektakulären Neuverpflichtungen mehr getätigt, aber im Kader gab es doch einige Neuzugänge aus der A-Jugend. Außerdem tritt die zuletzt etwas ausgedünnte O-Line wieder nahezu in Bestbesetzung an, so dass man hier im Angriff wesentlich flexibler sein wird. „Wir sind jetzt wieder wesentlich tiefer in der O-Line als wir das noch in den vergangenen Wochen waren.“, freut sich Müller über die größere Tiefe in diesem Mannschaftsteil und sieht hier auch einen wesentlichen Grund, warum es in der zweiten Halbzeit gegen die Rebels wieder lief. „Das Laufspiel war sehr gut. Egal ob es Conrad Meadows war, der den Ball getragen hat, oder Larry zum Schluss. Ich denke, dass sich das jetzt auch von Spiel zu Spiel mehr einpendeln wird und wir solider in der Passprotection und auch im Run Game werden.“
Dass Dresden schlagbar ist, haben die Adler im Hinspiel gezeigt. Mit der bis jetzt besten Saisonleistung wurden die Königlichen vom Thron auf den Boden der Tatsachen geholt. Allerdings traten die Monarchs an der Spree auch ohne ihren Spielmacher Jeff Welsh an, was die Offense stark limitierte. Hinzu kam, dass sich die Adler außergewöhnlich konstant, konzentrationsstark und nahezu ohne nennenswerte Strafen präsentierten. Dinge, die in den beiden darauffolgenden Partien gegen die Düsseldorf Panther und die Berlin Rebels schon nicht mehr so vorhanden waren. Kein Wunder also, dass auch in dieser Woche der Fokus auch auf der Konzentration lag. „Wir müssen sehen, dass wir konzentriert trainieren, um immer mehr unseren Rhythmus zu finden um unser Potential auszuschöpfen“, so Müller. „Ich denke, da sind wir noch lange nicht angekommen. Darum haben wir diese Woche auch wieder hart gearbeitet, um den nächsten Schritt zu machen.“
